Tanzschule Fritsche (Cottbus)

Tänzer aus Leidenschaft

(Foto 01: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Eine bebilderte Chronologie über die 88-jährige Ära der Cottbuser Tanzschule Fritsche.

Tanzschulinhaber der Tanzschule Fritsche: Erzsébet & Dieter Fritsche, Tanzlehrer im Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband und Spezialisten für Standardtänze sowie Tango Argentino.

Gliederung:

1. Die Chronologie der Tanzschule Fritsche einschließlich des „TC ‘91“ (Tanzclub ’91 Cottbus e. V.) 

1906

  • 1927 (Bild 03: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    1927 (Bild 03: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    1926 (Bild 04: Archiv der Tanzschule Fritsche)

    1906 kam Ruth Knoblauch, Tochter des Buchhalters Ferdinand Knoblauch und Marianne Elise, geb. Krüger, in Cottbus zur Welt. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Tanzlehrerin, die sie mit 20 Jahren beendete.

    „1000 Goldmark musste meine Mutter dafür bezahlen. Die hatte ihr ein Patenonkel geliehen“, erzählt Dieter Fritsche. Die ehrgeizige Cottbuserin schaffte die Ausbildung in nur einem Jahr, die doppelte Zeit war damals üblich. Sie war nach ihrer Ausbildung in Berlin selbständige Tanzlehrerin in Cottbus. Ruth Knoblauch war eine ehemalige Schülerin der Tanzschule „Brosatis“. Diese Schule nutzte die Räumlichkeiten in Winklers Balllokal in Cottbus/Ströbitz.

     

    Winklers Ball- und Gartenlokal (Bild 05: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Winklers Ball- und Gartenlokal (Bild 06: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    (Bild 07: Archiv der Tanzschule Fritsche)

1927

  • 1927 (Bild 08: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    1927 (Bild 09: Archiv der Tanzschule Fritsche)

    Im Januar 1927 eröffnete sie die Tanzschule in Cottbus, in der Tasche den Erlaubnisschein für den Tanzunterricht. Im gleichen Jahr wurde sie Mitglied im ADTV[1]. Es gelang ihr, sich neben zwei weiteren Tanzschulen in Cottbus zu behaupten. Ruth Knoblauch gilt als Gründerin der bis heute bestehenden Tanzschule Fritsche in Cottbus. Zur Zeit der Eröffnung erfolgte die Ausbildung stark im Ballettbereich, was auch choreografische Tätigkeiten einschloss. Um ins Geschäft zu kommen, wandte sich Ruth Knoblauch an Schulen und Vereine, wie das Casino oder die „Wintergartengesellschaft“ sowie an die Freimaurerloge „Zum Brunnen in der Wüste“ in Cottbus. Des Weiteren warb sie für die Tanzschule per Inserat im „Cottbuser Anzeiger“:

    [1]Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband

    1927 (Bild 10: Archiv der Tanzschule Fritsche)

1933

  • 1933 wurde Ruth Knoblauch vom „Wetterstrahl“, einem antisemitischen Hetzblatt, verleumdet. In diesem Blatt bezeichnete man sie als Jüdin, verschiedene fremdartige Tanzchoreographien lastete man ihr an. Ruth Knoblauch verlangte die Richtigstellung vom „Wetterstrahl“. Für all die, die sich über diesen Artikel empört hatten, wurden eigens Ausgaben des „Wetterstrahls“ gedruckt, in denen die Richtigstellung erschien. Sie studierte mit den Mitgliedern oder deren Kindern Tänze ein, die bei Veranstaltungen dieser Körperschaften aufgeführt wurden. Kostüme zu diesen Tänzen entwarf sie selbst und sie hatte auch das Talent, selbst zu schneidern. Ihr Bruder Richard unterstützte sie als ausgebildeter Dekorateur, indem er die Veranstaltungsräume aufwändig dekorierte und ihr als Tanzpartner zur Verfügung stand.

1936

  • 1936 heiratete Frau Knoblauch den Handelsvertreter Fritz Fritsche.

1939

  • 1945 (Bild 11: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    1939 begann der 2. Weltkrieg. Fritz Fritsche wurde eingezogen und während des Krieges wurde ein Vergnügungsverbot verhängt, was auch ein Verbot des Tanzunterrichts einschloss. In dieser Zeit nähte Ruth Fritsche zu Hause Leibbinden für Soldaten. Nach Kriegsende und mit der Rückkehr der Kriegsgefangenen entstand ein großer Bedarf an Vergnügung und damit auch an Tanzunterricht. Größte Säle wurden dazu genutzt und Ruth Fritsche unterrichtete ohne Mikrofon und mit einem Pianisten bis zu 100 Paare in den „Stadtsälen“, die sich in der heutigen Stadtpromenade befanden. Auch die Abschlussbälle fanden dort statt. Später wurden andere Säle, die zur damaligen Zeit in Cottbus noch vorhanden waren, für Unterricht und Veranstaltungen genutzt. 1938 kam Sohn Dieter zur Welt, der nach der Schule und der Ausbildung zum Fernmeldemonteur eine Ausbildung als Tanzlehrer absolvierte. Zu den in der Nachkriegszeit stattfindenden Kursen in Cottbus nahm Mutter Ruth Fritsche den Sohn Dieter, damals 8 Jahre alt, stets mit zum Unterricht, denn „während der Stromsperren und Razzien wollte sie mich nicht allein zu Hause lassen“, erinnert sich der Tanzlehrer für Gesellschaftstanz. Hier kam er auch zum ersten Mal mit Rhythmus und Tanz in Berührung. Als 13-Jähriger assistierte er seiner Mutter. Erste musikalische Erfahrungen machte Dieter Fritsche mit Schlagzeug und Akkordeon. Immer wieder hörte er Rumba-Melodien, nur um den Rhythmus zu ergründen. „Eine Lehrerin sagte damals, ich sei unrhythmisch“, erinnert er sich schmunzelnd.

1949

  • Als sich die Berlin-Brandenburgischen Tanzlehrer etwa wieder zu Weiterbildungsveranstaltungen trafen, nahm ihn seine Mutter mit, und er begann, sich für den Beruf zu interessieren. Von der Cousine in Hamburg, die dort als Tanzlehrerin tätig war, bekam er das Buch „Ballroom Dancing“ von Alex Moore und erlernte danach und mit Unterstützung der Mutter Figuren, Tanzschritte und Bewegungsabläufe.

1949

  • Als sich die Berlin-Brandenburgischen Tanzlehrer etwa wieder zu Weiterbildungsveranstaltungen trafen, nahm ihn seine Mutter mit, und er begann, sich für den Beruf zu interessieren. Von der Cousine in Hamburg, die dort als Tanzlehrerin tätig war, bekam er das Buch „Ballroom Dancing“ von Alex Moore und erlernte danach und mit Unterstützung der Mutter Figuren, Tanzschritte und Bewegungsabläufe.

1954

  • starb Vater Fritz Fritsche und hinterließ einen PKW.

1955

  • Dieter Fritsche um 1955 (Bild 12: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    musste Dieter Fritsche sofort mit einer Ausnahmeregelung zur Fahrschule, bestand im Februar seine Fahrerlaubnis und fuhr seine Mutter fortan zu den Tanzstunden in Cottbus und zu anderen Orte (Spremberg, Lübbenau, Großräschen). Mobile Pianisten für den Unterricht wurden überflüssig, denn mit der Zeit stand Technik zur Verfügung, um Musik darzubieten.

1956

  • wurde die ZAG[2] gegründet, es war unter anderem möglich, wieder Nachwuchs im Tanzlehrerberuf auszubilden.
  • [2] Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Lehrer für Gesellschaftstanz

1958

  • lernte Dieter Fritsche bei einem Urlaub in Ungarn seine jetzige Frau Erzsébet kennen.

1959

  • Nach der Gründung der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Lehrer für Gesellschaftstanz gab es einen Lehrgang in Jena, der zunächst mithelfende Familienangehörige weiterbilden sollte. An diesem Lehrgang nahm Dieter Fritsche teil und bestand am Ende die Prüfung zum Tanzlehrer-Assistenten. Das in diesem Lehrgang vermittelte Wissen erweiterte und vertiefte Dieter Fritsche.

1960

  • Im Februar legte Dieter Fritsche bei einem weiteren Lehrgang die Prüfung zum Lehrer für Gesellschaftstanz ab. Damit war er mit 21 Jahren für kurze Zeit der jüngste Tanzlehrer der DDR.

1968

  • 1970: Ruth Fritsche, geb. Knoblauch, Gründerin der Tanzschule Fritsche (Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Nach 10jähriger Brieffreundschaft und gegenseitigen Besuchen heirateten Erzsébet und Dieter in Budapest. Anfang November 1968 kam Erzsébet Fritsche nach Cottbus und nahm ab sofort am Tanzunterricht und am Tanztraining des damals bestehenden Tanzclubs teil. Als mithelfendes Familienmitglied konnte sie an den Fachtagungen teilnehmen und wurde dort von den Kollegen dazu angeregt, die Ausbildung zur Tanzlehrerin aufzunehmen. In der Zusammenarbeit mit der Tanzschule der Mutter übernahm Dieter Fritsche nach bestandener Tanzlehrerprüfung zunächst die auswärtigen Kurse an Schulen und Kulturhäusern. Diese führte er neben seiner beruflichen Tätigkeit durch. Ruth Fritsche leitete die Kurse in Cottbus und einigen Städten in der Umgebung. Als sie erkrankte, übernahm er auch ihre Kurse.

1972

  • Im Juni verstarb Ruth Fritsche.

1973

  • Nach ihrem Tod übernahm nach langem Kampf mit den Behörden Dieter Fritsche unter seinem Namen ab Januar die Tanzschule, die er gemeinsam mit seiner Frau Erzsébet bis heute betreibt. Bereut hat er es nie.

1974

  • Am 30. April kam Cornelia Fritsche zur Welt. Schon im Alter von 6 Jahren konnte festgestellt werden, dass sie musikalisch und rhythmisch sehr begabt war. So nahm sie 12 Jahre lang Klavierunterricht. Am Beruf der Eltern stellte sie fest, dass diese immer dann arbeiten, wenn andere Freizeit haben und es kaum gemeinsame Freizeit bzw. Zeit für Familie und Freunde gibt.

1976

  • Die Ausbildung zur Tanzlehrerin bei der Tanzschule Graf in Dresden schloss Erzsébet Fritsche 1976 erfolgreich ab.

1989

  • Bis zur deutschen Wiedervereinigung 1989 besaßen nur wenige Tanzschulen in der DDR eigene feste Säle. So musste die Mehrzahl der Tanzlehrer für die stets steigende Anzahl an Teilnehmern fremde Räume für den Unterricht anmieten, denn es gehörte zum guten Ton, dass sich Schüler der 9. oder 10. Klasse im Grundkurs der Tanzschule ausbilden ließen. Das bedeutete, jeden Tag in einem anderen Ort und in einem anderen Raum zu arbeiten. Die Tanzlehrer betrachteten sich also als „Koffertanzlehrer“. So konnten fast nur Grundkurse vorzugsweise für Jugendliche, in den 80er Jahren auch für Erwachsene, in seltenen Fällen auch Fortschrittskurse durchgeführt werden. Mit der Wende im Spätherbst 1989 nahm der ADTV alle Tanzlehrer der DDR in seine Reihen auf und erkannte deren Mitgliedschaft in der ZAG als solche im ADTV an. Erzsébet und Dieter Fritsche wurden also Mitglieder im Landesverband Berlin-Brandenburg, dem späteren Regionalverband Nord-Ost des ADTV.

1991

  • (Foto 15: stephan-lausitz)
    Herr Fritsche sowie tanzbegeisterte Paare gründeten am 06.02.1991 den Tanzclub 91 Cottbus e.V. als Nachfolge des ehemaligen DDR-Formations-Tanzclubs, denn einige Hobbypaare und ehemalige Formationspaare wollten einfach im Anschluss an die Kurse weiter tanzen. Den 1. Vorsitz des Tanzclubs hatte Herr Fritsche inne, den er bis 2012 ausübte. Anfänglich stand das Training des Welttanzprogramms im Vordergrund, Standard- und Lateinfiguren wurden geübt. Die Anerkennung als gemeinnütziger Verein folgte. Das Anliegen des Vereins besteht in der Pflege des Gesellschaftstanzes vom Hobby-Tanz bis zum Turniertanz. Mitglieder des Vereins waren auch verschiedene Turnierpaare, die extra von dem Jugendwart des Clubs betreut wurden. Bald entstand bei den Hobbypaaren der Wunsch, aus den gelernten Figuren Choreographien für Formationen zu entwickeln. Bei Bällen der Tanzschule wurden unter anderem Altberliner Tänze und später weitere Formationen aufgeführt. Die Turnhalle der Bauhausschule in Cottbus bietet aktuell ausreichend Platz für die einzustudierenden Figuren. Das normale Training des Welttanzprogramms kommt selbstverständlich nicht zu kurz. Auch andere Formen des Tanzens werden im Verein gepflegt, zum Beispiel gesellige Gruppentänze. Über neue Paare mit guter Tanzausbildung (ab Goldkurs) freut sich der „TC ‘91“ stets. Tanzbegeisterte Paare sollten auch Interesse am Welttanzprogramm zeigen.

Einige Höhepunkte im Vereinsleben des „TC ‘91“:

1992

  • Die Harmonie der Tanzpaare schlägt sich aber auch in ihrer Freizeit nieder. Gemeinsame Unternehmungen, wie zum Beispiel Radtouren, ein Sommerfest, eine Wochenendschulung, sowie mehrere Besuche von Tanzveranstaltungen, sorgten immer wieder für frohe Stunden und verbindende Erlebnisse. Ein Höhepunkt für den Tanzclub 91 waren im Februar die Ostdeutschen Meisterschaften der Hauptgruppe A in den Standardtänzen unter der Schirmherrschaft des damaligen Oberbürgermeisters Waldemar Kleinschmidt. Im Verlauf der Jahre wurden dann vom „TC ‘91“ weitere Tanzturniere ausgerichtet. Zusätzlich entwickelten sich im geselligen Clubleben Vereins-Wochenendfahrten, Weihnachts- und Geburtstagsfeiern sowie das gemeinsame Wildessen im November zu festen, nicht mehr wegzudenkenden Traditionen.

1995

  • Am 28.10.1992 fand der 2. Handwerkerball des Kammerbezirks unter dem Motto „Wer schaffen will, muss fröhlich sein“ im Hotel „Maritim“ Cottbus statt. Ehrengäste unter den 300 Gästen waren der damalige Brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe sowie der Cottbuser Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt. Mitglieder des „TC ‘91“ eröffneten den Ball mit einem langsamen Walzer und weitere Tanzpaare des Clubs tanzten die beliebten Altberliner Tänze.

1996

  • (Bild 16: Archiv von Frau Susanne Pasera)

1998

  • Bei den Landesmeisterschaften im Tanzsport im Februar 1998 in Eberswalde errang ein Paar des „TC ‘91“ in der Jugend C-Klasse den Vize-Meistertitel, ein dritter Platz konnte von einem weiteren Paar errungen werden. Im selben Jahr fand das 3. Breitensportturnier, ausgerichtet vom „TC ‘91“ und der Tanzschule Fritsche statt. In vier Altersklassen tanzten 46 Paare. Pokale gab es für die Cottbuser Mannschaften Schüler 8 – 11 Jahre, Altersklasse 1 (18 – 30 Jahre) und Altersklasse 2 (über 30 Jahre).

2001

  • Im Februar 2001 feiert der „TC ‘91“ sein 10-jähriges Bestehen im Saal der Tanzschule mit einer Tanzparty, zu der alle ehemaligen Mitglieder eingeladen und auch zahlreich erschienen waren. Unter der damals amtierenden Trainerin Conny Fritsche wurde zu diesem Ereignis erstmals die Tanzchoreografie zur Formation „Alter Tango/alter Foxtrott“ einstudiert und als Premiere aufgeführt.

2005

  • Um die alte Tradition fortführen zu können, erfolgte unter dem Trainer Daniel Kara für die Sparte Formationstanz eine große Werbeaktion für neue Paare. Das Ergebnis war eine neue Wiener-Walzer-Formation, der später eine Standartformation folgte.

2006

  • 15 Jahre „TC ‘91“ (Foto 17: Archiv von Frau Susanne Pasera)
    Der „TC ‘91“ feiert am 13. Mai seinen 15jährigen Geburtstag mit einer Gala. „Tanzen ist ein toller Sport, den man als Paar gemeinsam ausüben kann“, sagt Susanne Pasera, die zusammen mit ihrem Mann schon seit der Gründung Mitglied im Tanzclub ist. „Gemeinsam tanzen im Rhythmus der Musik – das hat ganz viel mit Harmonie zu tun und ist ein tolles Gefühl. Hier bin ich in meiner eigenen Welt, kann den Stress vergessen und einfach abschalten“, erzählt sie weiter.

2007

  • Feierlichkeiten zu 80 Jahre Tanzschule Fritsche.
    Premiere der neuen Wiener-Walzer-Formation (Foto 18: Archiv von Frau Susanne Pasera)

2008

  • Der 70. Geburtstag von Herrn Fritsche wurde im Februar im Saal der Tanzschule gefeiert. Die etwas in Vergessenheit geratene Formation „Alter Tango/alter Foxtrott“ wurde auf Eigeninitiative der Clubmitglieder wieder reaktiviert und zur Freude von Herrn Fritsche aufführungsreif dargeboten.
    Foxtrott-Formation (Foto 19: Archiv von Frau Susanne Pasera)
    (Foto 20: Archiv von Frau Susanne Pasera)

2009

  • Auftritt bei dem Cottbuser Stadtfest:
    (Foto 21: Archiv von Frau Susanne Pasera)

2010

  • Der Erste Große Tanzball der Lausitzer Rundschau am 29. Mai 2010: Premiere der Standardformation. Die Standardformation war die tänzerisch anspruchsvollste aller bislang einstudierten Formationen. Sie forderte von allen Tänzern wie auch dem Trainer ein enorm hohes Maß an Konzentration, Ausdauer, Geduld, Teamgeist und Leistungswillen ab. Die gelungene Aufführung beim Ersten Großen Tanzball war damit für alle gemeinsam ein ganz besonderes Erlebnis. Mangels genügend großer Tanzflächen bei entsprechenden Events ist diese wunderschöne und zugleich besonders hart erarbeitete Formation leider in weiterer Folge viel zu selten zur Aufführung gekommen.
    (Foto 22: stephan-lausitz)
    (Foto 23: stephan-lausitz)
    2010 (Foto 24: Archiv Frau von Frau Susanne Pasera)
    SG-Sielow: Auftritt im Oktober 2010: Ein stimmungsvolles Medley der schönsten Gassenhauer aus Uromas Zeiten, die noch heute jeder kennt, sind die musikalische Basis der dargebotenen Altberliner Tänze. (Foto 25: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Beim Weihnachtsball findet die Aufführung der Wiener-Walzer-Formation beim letzten Tanzschul-Event im Festsaal des Hotels Branitz statt. (Foto 27: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    (Foto 26: Archiv der Tanzschule Fritsche)

2011

  • Nach einer clubinternen Gala zum 20jährigen Jubiläum des „TC ‘91“ im Saal der Tanzschule Fritsche führte der Landessportverband im März ein hochkarätiges Tanzturnier in Standard und Latein, verbunden mit der Brandenburgischen Meisterschaft für erwachsene Paare, durch.
  • Mai 2011 (Bild 28: Archiv von Frau Susanne Pasera)
    Ein Jubiläum im Jahre 2011: 20 Jahre „TC ‘91“ (Foto 29: Archiv der Tanzschule Fritsche)
  • Der 2. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau findet am 28. Mai 2011 statt. Der „TC ‘91“ faszinierte ein großes Publikum mit seiner Walzerformation. Die „Lausitzer Rundschau“ schreibt dazu: „Sie schwitzen. Sie arbeiten hart. Sie quälen ihre Muskeln und Gelenke. Doch sie behaupten steif und fest: ‚Das, was wir hier tun, macht riesigen Spaß.‘ Die Tänzer des ‚TC ’91‘ proben seit vielen Jahren für diese Walzerformation.“ Obwohl sich die Paare Woche für Woche treffen, um Walzer, Foxtrott oder Cha-Cha-Cha zu üben, arbeiten sie am Härtesten an den Formationen. Da dauert es bis zum perfekten Auftritt schon mal bis zu 2 Jahre. Die Linienführung, die Harmonie sowie die Symmetrie müssen auf den Zentimeter genau stimmen und obendrein soll dazu gelächelt werden.
    Die Wiener Walzer-Formation – getanzt vom „TC ‘91“ (Foto 30: stephan-lausitz)
    Der „TC ‘91“ beim 2. Großen Tanzball der Lausitzer Rundschau (Foto 31: stephan-lausitz)
    Weihnachtsball in Guben mit Conny Fritsche (Foto 32: Archiv der Tanzschule Fritsche)

2012

  • Simone Jurisch übernimmt die Funktion als Clubvorsitzende. Im Mai findet der Dritte Große Tanzball der Lausitzer Rundschau statt.
    Der Tanzclub in der Tracht der Altberliner Formation (Foto 33: Archiv der Tanzschule Fritsche)

2013

  • Am 15. Mai beim Sielower Sommerfest faszinierte der „TC ‘91“ das Publikum mit den beliebten Altberliner Tänzen und erntete tosenden Applaus.

2014

  • Beim 8. Tag des Tanzes in Forst tritt der Tanzclub 91 mit der Wiener Walzer-Formation auf und gewinnt bei der ersten Teilnahme prompt den Pokal „Goldener Tanzschuh“.

2015

  • Im Rahmen des 9. Tages des Tanzes in Forst wird am 27. Mai der „Goldene Tanzschuh“ zum zweiten Mal in Folge an den „TC ‘91“ verliehen. Zur Staffelstab-Übergabe der Tanzschule Fritsche am 11.07.2015 tritt der „TC ‘91“ noch einmal im großen Saal der Tanzschule mit der Altberliner Formation auf.
  • Zur Staffelstab-Übergabe der Tanzschule Fritsche am 11.07.2015 tritt der „TC ‘91“ noch einmal im großen Saal der Tanzschule mit der Altberliner Formation auf.
  • Eine Hommage an den Altmeister Dieter Fritsche.
  • (Foto 34: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Auftritt Wiener Walzer-Formation beim Tanzball in Brieske am 05.09.2015 (Fotos 35: Archiv von Frau Susanne Pasera)
    (Fotos 35: Archiv von Frau Susanne Pasera)
  • Nach diesem Zeitkonzept des „TC ‘91“ blicken wir nun wieder zurück auf die Chronologie der Tanzschule Fritsche.
Fortsetzung der Chronologie
  • Erzsébet und Dieter Fritsche wurden also Mitglieder im Landesverband Berlin-Brandenburg, dem späteren Regionalverband Nord-Ost des ADTV. Die Wende trug auch dazu bei, dass die für den Tanzunterricht benötigten Säle immer knapper wurden, da sie zu Lagerzwecken gebraucht, zu Diskotheken umgebaut oder auch abgerissen wurden. Die Folge davon war, sich zu entscheiden, einen eigenen Saal anzumieten oder den Beruf aufzugeben. Dem Beispiel der Kollegen in den alten Bundesländern folgend, mietete Dieter Fritsche einen Saal in der Stadtmitte an. Dieser Saal wurde auf die Belange einer Tanzschule auf eigene Kosten angepasst und hergerichtet. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hat die Tanzschule nun eine feste Heimstatt.
    Der Saal der Tanzschule Fritsche in der Rudolf-Breitscheid-Straße 11 (Foto 37: Archiv der Tanzschule Fritsche)
  • Die Landesverbände führten nach der Eingliederung der Tanzlehrer in den ADTV umfangreiche Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen durch. Damit war es möglich, das bisherige Unterrichtsangebot wesentlich zu erweitern. Die Kurse wurden nun nach dem „Welttanzprogramm“ (WTP) durchgeführt. Kindertanz, ein Herzenswunsch von Erzsébet Fritsche, die in Ungarn eine Fachschulausbildung zur Kindergärtnerin absolviert hatte, wurde möglich. Sonder- oder Spezialkurse in Tänzen, die im Welttanzprogramm nicht enthalten waren, konnten realisiert werden. So reichte das Angebot vom Kindertanz bis zum Turniertanz.

1992

  • Nach dem Abitur und den Gesprächen mit Freunden, kam Cornelia Fritsche zu dem Schluss, dass ihre Wünsche, mit Menschen zu arbeiten, organisatorische Tätigkeiten auszuführen, die musikalischen Fähigkeiten in den Beruf einzubeziehen, im Tanzlehrerberuf vereint sind. So begann sie 1992 eine 3jähige Ausbildung zur ADTV-Tanzlehrerin in Berlin als Azubi bei der Tanzschule Michael Merz am Kurfürstendamm und empfand, dass dies ihr Traumberuf ist.

1996

  • Die Prüfung zur ADTV-Tanzlehrerin bestand sie mit bestem Erfolg im Juni 1996. Da ihr Ausbildungslehrer schwer krank wurde, und kurze Zeit später verstarb, blieb sie noch einige Zeit in dieser Tanzschule, bis sie nach Cottbus kam und in die elterliche Tanzschule eintrat. Als ausgezeichnete Lehrerin brachte sie gute Ideen aus Berlin mit nach Cottbus, von denen einige, nach den Gegebenheiten angepasst wurden und Zuspruch fanden. Die Möglichkeit der Nutzung eines eigenen Saales und die Tätigkeiten in weiteren Orten führten dazu, dass die Tanzschule personell erweitert werden musste.

1997

  • Das Jahr 1997 ging mit Dance4Fans ein völlig neues Tanz-Konzept in den Tanzschulen des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes an den Start. Dance4Fans – das ist Tanzen wie die Stars. Seit 1998 trainieren auch hier in Cottbus Jugendliche aktuelle Choreographien zur Musik der absoluten Topstars aus den Pop-Charts. Der Spaß steht im Vordergrund, aber Dance4Fans ist auch die sportliche Herausforderung, die anspruchsvollen wie anstrengenden modernen Choreographien zu Songs von Janet Jackson, Justin Timberlake oder Pussycat Dolls zu tanzen. Die Power-Moves mit ihren Hip-Hop-, Jazz-Break- und Streetdance-Elementen vermitteln ein dynamisches, begeisterndes Tanzerlebnis.“[3]

1998

  • Cornelia „Conny“ Fritsche, mobile ADTV-Tanzlehrerin, Tanzmoderatorin, freie Mitarbeiterin einer Tanzschule (Foto 38: Archiv der Tanzschule Fritsche)

    1998 wurde für die routinemäßige Büroarbeit, später auch für die Planung und Verwaltung, Daniel Schwieg eingestellt und zum Kaufmann für Bürokommunikation ausgebildet. Er war lange Zeit eine große Stütze in der Verwaltung, absolvierte später ein Studium zum Betriebswirt und verließ die Tanzschule im Januar 2008.

    Beim Unterricht in Forst entdeckte Cornelia Fritsche die talentierte Tänzerin Karina Brand, eine Frau mit starken Ambitionen zum modernen Tanz. Sie erhielt eine Ausbildung zum Instructor für Videoclip-Dancing (DANCE 4 FANS), Agilando und Bodyfit-Dancing und entschied sich später für eine Ausbildung zur ADTV-Tanzlehrerin. Sie arbeitet mit Kindern, betreut eine Showtanz-Gruppe mit großem Erfolg und unterrichtet auch Tango Argentino.

  • Karina Brand (Bild 39: Archiv der Tanzschule Fritsche)
  • Unter den Jugendlichen im bestehenden Jugendtanzclub sprach sich schnell herum, dass die Tanzschule ausbilden will. So entschieden sich sofort zwei junge Herren für eine Bewerbung zur Ausbildung zum ADTV-Tanzlehrer: Daniel Kara und Ronny Stellmacher.
  • Daniel Kara (Foto 40: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Daniel Kara ist ADTV Tanzlehrer, Praktischer Ausbildungslehrer, ADTV Tanzsportlehrer Standart, Instructor Club Agilando, Instructor für Bodyfit-Dancing und Tanzsport sowie Ausbildungslehrer für Standard / Latein. Er erwarb die Trainer-C-Lizenz im Turniertanz. Sicher ist: Der Cottbuser Daniel Kara erzielte die beste Abschlussprüfung unter 50 frisch gekürten Tanzlehrern in Deutschland. Erst Conny Fritsche lüftete bei einem Ball der Tanzschule dieses Geheimnis, nachdem der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband (ADTV) die Prüfungsergebnisse publik gemacht hatte. „Ich habe es ja selbst erst spät erfahren und dann gar nicht glauben wollen“, redet sich Daniel Kara heraus.
    Viel Freude bereitet der Unterricht bei Daniel Kara. (Foto 41: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Wieviel Anstrengung hinter solchen Ergebnissen steckt, auch wenn sie noch so leichtfüßig daherkommen, weiß wohl kaum einer. Vor den Prüfungen ist Tanzen nicht nur Spaß, sondern eine ernsthafte schweißtreibende Angelegenheit: „Zwei Monate davor haben wir besonders intensiv geübt. Von Montag bis Freitag mehrere Stunden täglich“, erzählt Daniel. „Vom Gesellen zum Tanzmeister sozusagen“, erklärt er, der sich keinen schöneren Beruf vorstellen kann: „Ich gebe weiter, was ich selbst liebe“, schwärmt er und teilt diese Begeisterung, besonders für Salsa. „Ich denke, Salsa ist schon meine große Leidenschaft.“
  • (Bild 42: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Ronny Stellmacher beim Tanzunterricht (Foto 43a: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Ronny Stellmacher ist Spezialist für Discofox und ebenfalls Instructor für Agilando und Bodyfit-Dancing, außerdem ADTV-Tanzlehrer, Spezialist für Discofox und Hustle sowie Instructor für Videoclip-Dancing. Ronny Stellmachers Hochzeitstanzkursus ist so etwas wie eine Schnellbesohlung, ein Crash-Kursus. Der große Saal der Tanzschule Fritsche verströmt die Aura eines Ballsaals – große Fenster, rote Vorhänge, riesige Lüster, Tische und rot gepolsterte Stühle am Rand. Ronny Stellmacher betont immer wieder den Rhythmus der Musik, Paare drehen sich um ihn herum.
    „Vor, seit, schließen. Rück, seit, schließen. Umarmen Sie ihre Partnerin“
    , fordert der Tanzlehrer. „Sie muss Sie fühlen. Sie will gehalten werden.“
    (Foto 43: Wikipedia)
    Auch nach einer Stunde Kursus verliert er nichts von seinem Esprit, korrigiert geduldig, wiederholt die Schrittfolge und erklärt:
    „Die Schultern nach unten. Die Körpermitte muss gerade bleiben.“
    Beim Hochzeitstanzkursus beschränken sich die Lehrer auf die wichtigsten Tänze: Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Foxtrott und Discofox. Den Unterricht gibt es in einer Woche an fünf aufeinanderfolgenden Abenden jeweils für anderthalb Stunden: – zum Üben für die Hochzeit – zur Auffrischung von Grundkenntnissen – zur Inspiration.

2001

  • Diese drei (Karina Brand, Daniel Kara und Ronny Stellmacher) wurden im September 2001 als Azubis eingestellt und mit bestem Erfolg ausgebildet. Die praktische Ausbildung übernahm Cornelia Fritsche, die theoretische Ausbildung erfolgte bei der Tanzschule Graf in Dresden. Und alle drei bestanden nach drei bzw. vier Jahren als Jahrgangsbeste ihre Prüfungen zum ADTV-Tanzlehrer und wurden in die Tanzschule als angestellte Tanzlehrer übernommen. Zwischenzeitlich hat sich jeder auf eine Richtung spezialisiert.

2008

  • Um sich weiter zu entwickeln, verlagerte Conny Fritsche ihr Leben und ihre beruflichen Belange wieder nach Berlin, zog 2008 dort hin und arbeitet dort als Tanzmoderatorin, mobile Tanzlehrerin und freie Mitarbeiterin in einer freien Tanzschule. Eine Rückkehr nach Cottbus, um später einmal die Tanzschule ihrer Eltern weiterzuführen, erwägt sie nicht. Vom Vater, Dieter Fritsche, erhielt sie das Arbeitsgebiet Guben übertragen und führt dort an zwei Tagen in der Woche Tanzkurse durch. Conny Fritsche: „Die Tanzlehrer von früher waren die Zeremonienmeister. Deren Aufgabe war es nicht nur, das Tanzen zu lehren, sondern auch auf Hofetikette zu achten. Daher entschieden wir uns, Umgangsformen ins Programm aufzunehmen. Dadurch, dass Umgangsformen von vielen Eltern und auch in der Schule nicht mehr vermittelt werden, muss diese Aufgabe jemand anderes erfüllen.“ Bei Tanzkursen der Cottbuser Tanzschule Fritsche lernen Schüler nicht nur tanzen, sondern auch Umgangsformen. „Wir wollen hier Orientierungshilfen geben, damit wir freundlich und positiv miteinander umgehen, den anderen nicht unbewusst in seiner Ehre und Würde verletzen, ihn als gleichberechtigten Partner akzeptieren, auch wenn er anderer Meinung ist oder eine andere Hautfarbe hat, oder anders gekleidet ist. Jeder möchte von anderen angenommen, akzeptiert und geachtet werden.“ Da Daniel Schwieg, zuständig für Büroarbeit, Planung und Verwaltung, 2008 die Tanzschule verließ, musste das Büro neu besetzt werden. So meldete sich im gleichen Jahr Anke Stephan, eine Frau, die im Super-Goldstarbereich im Club der Tanzschule tanzt, also den Betrieb und das Angebot aus eigener Erfahrung kennt.
  • (Bild 44: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Anke Stephan arbeitet im Büro der Tanzschule mit großem Elan und ist Assistentin der Geschäftsleitung für Bürokommunikation, Verwaltung und Organisation.
  • (Bild 45: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Maria Hennig ist die jüngste Auszubildende zur ADTV-Tanzlehrerin. Sie entschied sich 2013, direkt nach ihrem Abitur, für diese Ausbildung mit der Spezialisierung Dance4Fans-Instructor.
  • (Bild 46: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Martin Muschick ist von 2013 bis 2015 Auszubildender zum ADTV-Tanzlehrer sowie Instructor für Discofox & West Coast Swing und Fachtanzlehrer für Kindertanz.
  • Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, wurde 2009 ein weiterer Azubi eingestellt, ein junger Tänzer aus dem Jugendclub, Oliver Stephan. Er war zuvor als Trainer im Sport mit Kindern tätig, entschied sich kurzfristig für eine Berufsausbildung zum ADTV Tanzlehrer. Da der Kindertanz in der Tanzschule wieder gefördert werden sollte, wurde Olivers Spezialstrecke Kindertanz und Boogie & Rock´n Roll. Nach der 3-jährigen Ausbildung entschied er sich allerdings zu einem Lehramtsstudium in Sport und Physik.
  • (Foto 47: Archiv von Frau Anke Stephan)
    (Foto 48: Archiv von Frau Anke Stephan)
  • Übergabe der Kindertanzlehrer-Urkunde im Jahre 2011 an Oliver Stephan.
  • Dieter Fritsche sagt: „Hier sei noch vermerkt, dass frühere Mitglieder unseres Jugendclubs so ‚tanzinfiziert‘ sind, dass sie ebenfalls eine Berufsausbildung zum ADTV-Tanzlehrer absolviert haben und in diesem Beruf erfolgreich tätig sind.“
    Oliver Stephan beim Kindertanz-Training (Foto 49: Archiv von Frau Anke Stephan)

2. Das Welttanzabzeichen und das Welttanzprogramm 

  • Anstecker für Träger des Welttanzabzeichens (Bild 50: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Zum Welttanzabzeichen gehören ein Ausweis sowie die Welttanznadel. In Deutschland wird das Abzeichen vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband vergeben. Darauf aufbauend kann nach weiteren Kursen die Prüfung zum Deutschen Tanzabzeichen absolviert werden.
  • Das Welttanzprogramm (WTP) wurde vom Weltfachverband der nationalen Tanzlehrerverbände (World Dance Council – WDC) 1963 begründet. Initiatoren waren der Hamburger Tanzlehrer Gerd Hädrich und der englische Tanzlehrer Alex Moore. Das WTB dient als Grundlage für die Auswahl der Kursinhalte für Neueinsteiger und besagt, dass vor dem Medaillentanzen ein Einsteigerkurs und anschließend ein Aufbaukurs absolviert werden müssen. Voraussetzung bei der Wahl der Tänze sind die im Tanzkurs gelehrten Tänze, die in der Regel aus fünf klassischen Latein- bzw. Standardtänzen bestehen.
klassische Lateintänze klassische Standardtänze
Cha-Cha-Cha Langsamer Walzer
Rumba Wiener Walzer
Jive Slowfox
Samba Tango
Paso Doble Quickstep/Foxtrott
Die Unterrichtsziele des Welttanzprogramms:
  • Die gespielte Musikrichtung soll erkannt werden und ein dazu passender Tanz gewählt werden können.
  • Es soll die Sicherheit erlangt werden, sich im jeweiligen Takt und Rhythmus bewegen zu können.
  • Es soll ein Stil erlernt werden, der natürlich und elegant wirkt und der zu jedem gesellschaftlichen Anlass passt.
  • Die Grundschritte sollen weltweit gleich sein.
  • Jeder Herr soll die Führung und jede Dame die Annahme der Führung lernen, um die Figuren in der Praxis anwenden zu können. Diese Prinzipien bilden die Grundlage für die Auswahl der Bewegungen und Figuren des Welttanzprogramms.
  • Haltung, Schrittgröße und Variationen von Figuren sollen an die Gegebenheiten der Praxis angepasst werden können, um die Behinderung anderer Paare zu vermeiden.
  • Technik (Fußarbeit, Heben und Senken etc.) sowie die Haltung sollen eine natürliche und elegante Bewegung ermöglichen und nicht übertrieben werden.

Discofox, Salsa, Rock ’n’ Roll, Mambo, Lambada oder ähnliches sind nur in Ausnahmefällen und auch nur dann, wenn sie zum Kursprogramm gehörten, zur Prüfung zugelassen. Ein ausgebildeter Tanzlehrer fungiert als Prüfer und bewertet die aus fünf Standardtänzen und fünf lateinamerikanischen Tänzen ausgewählten Tänze. Er muss mindestens zehn Tänze mit je 25 Figuren beherrschen.

  • Welttanzabzeichen – Verleihung frühestens nach drei Monaten
  • Bronze – Verleihung frühestens sechs Monate nach dem Welttanzprogramm (WTP)
  • Silber – Verleihung frühestens sechs Monate nach Bronze
  • Gold – Verleihung frühestens sechs Monate nach Silber
  • Goldstar & Super-Goldstar Rang 1-3 (Der Erwerb dieser Leistungsabzeichen ist nur mit einem Medaillentest möglich.)

3. Das deutsche Tanzabzeichen 

3.1. Die Stars 

Für Herausforderung, Spaß, Qualität, Leistung und Anspruch stehen drei Farben: Bronze, Silber und Gold.

  • Bronze – Der Bewerber wird in zwei Standardtänzen (außer Slowfox) und zwei lateinamerikanischen Tänzen seiner Wahl geprüft.
    Quelle: Wikipedia
  • Silber – Die Zulassungsvoraussetzung ist das bronzene Tanzabzeichen. Der Bewerber wählt hier drei Standardtänze (außer Slowfox) und zwei lateinamerikanische Tänze oder zwei Standard (außer Slowfox) und drei lateinamerikanische Tänze.
    Quelle: Wikipedia
  • Gold – Für das goldene Tanzabzeichen benötigt man zuerst das Silberne. Es müssen hier vom Bewerber drei Standardtänze (außer Slowfox) und drei lateinamerikanische Tänze gewählt werden.
    Quelle: Wikipedia
3.2. Die Superstars 
  • Goldstar – Für das Tanzabzeichen Goldstar benötigt man zuerst das goldene Tanzabzeichen. Es müssen vom Bewerber vier Tänze gewählt werden, der Prüfer gibt zwei Tänze vor. Es müssen insgesamt drei Standardtänze und drei lateinamerikanische Tänze getanzt werden. Das nächste Abzeichen kann erst ein Jahr nach dem Goldstar-Abzeichen abgelegt werden.
    Quelle: Wikipedia
  • Super Goldstar Rang I, II und III – Für das Tanzabzeichen Super Goldstar Rang I benötigt man zuerst das Goldstarabzeichen und ab Rang II den jeweils vorherigen Rang. Bei diesen Prüfungen werden alle Tänze vom Prüfer ausgewählt. Es müssen drei Standardtänze und drei lateinamerikanische Tänze getanzt werden. Es kann innerhalb eines Kalenderjahres immer nur ein Super Goldstar-Abzeichen abgelegt werden.
    Quelle: Wikipedia
    Quelle: Wikipedia
    Quelle: Wikipedia

Das deutsche Tanzabzeichen (DTA) ist eine Auszeichnung, die seit 1968 vom ADTV an Tänzerinnen und Tänzer nach der Beendigung eines Grund- und Fortgeschrittenenkursus, in denen das Welttanzprogramm gelehrt wurde, verliehen. Als Bewertungskriterien werden Takt, Rhythmus, Fußarbeit, Körperhaltung, Armhaltung und -linien sowie die tänzerische Darbietung herangezogen. Jeder Tanz kann mit maximal 15 Punkten bewertet werden. Damit ergeben sich theoretische Höchstpunktzahlen von 60 (Bronze), 75 (Silber) und 90 (Gold).

Bronze Silber Gold
nicht bestanden 00 – 29,5 00 – 39,5 00 – 44,5
bestanden 30 – 44,5 40 – 54,5 45 – 69,5
gut bestanden ☺ 45 – 54,5 55 – 69,5 70 – 84,5
sehr gut bestanden ☺ 55 – 59,5 70 – 74,5 85 – 89,5
mit Auszeichnung bestanden ☺ 60 75 90
(Bild 51: Archiv der Tanzschule Fritsche)

4. Tanzschul-Galas & prominente Gäste 

4.1. Der 1. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau 
  • Katja Brand & Martin Muschick (Foto 52: Archiv der Tanzschule Fritsche)
  • Reinhard-Stockmann-Band aus Dresden (Foto 53: Archiv der Tanzschule Fritsche)
    Standardformation des „TC ‘91“ (Foto 54: stephan-lausitz)
4.2. Der 2. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau 
(Foto 55: stephan-lausitz)

Die Reinhard-Stockmann-Band aus Dresden sorgte für die musikalische Umrahmung. Der Saal kann nun auftrumpfen mit der 600 m2 deutlich vergrößerten Tanzfläche, die größte Brandenburgs. Die Gäste erwartete ein fantastisches Büfett. 20 Mädchen und zwei Jungs, sie alle sind Mitglieder der Tanzgruppe „Blinky Pearls“. Ihr großer Auftritt – eine Showeinlage auf dem 2. Großen Tanzball von RUNDSCHAU und Tanzschule Fritsche. Karina Brand, Tanzlehrerin in Cottbus und Trainerin der Forster „Blinky Pearls“, kümmert sich um die Organisation der zahlreichen Auftritte: Feuerwehrball, Karneval, Tanzevents in Einkaufsgalerien und jetzt eben der große Tanzball.

(Foto 56: stephan-lausitz)

Matthias Kruschel und Christina Schlegel traten gemeinsam mit ihrer Latein-Show auf die Bühne. Tanzlehrer ist der junge Mann, arbeitet hauptberuflich in Potsdam und nebenbei in Cottbus. Jetzt plant er den großen Ausflug in die weite Welt. Bis dahin heißt es noch jeden Sonntagnachmittag in der Cottbuser Tanzschule Fritsche: „Eins, zwei, Wiegeschritt“.

4.3. Der 3. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau 

„Zum dritten Mal verwandelten sich die Cottbuser Messehallen in einen Ballsaal. Bis weit nach Mitternacht schwebten nach den Klängen der Reinhard-Stockmann-Band Dresden beim Großen RUNDSCHAU-Tanzball fast 600 Lausitzer über das Parkett. Die Kleider der Damen schimmern in Rot, Grün und Türkis, schwingen und glitzern. Selbst die Schuhe sind eine Augenweide. Glamour, der beinahe an eine Oscar-Verleihung denken lässt. […] Bevor 30 Paare zur Polonaise schreiten, begrüßen RUNDSCHAU-Geschäftsführer Andreas Heinkel und Dieter Fritsche, Leiter der Tanzschule Fritsche, die Gäste und machen Lust auf ein abwechslungsreiches Ballprogramm. ‚Die Hauptattraktion aber sind die Balltänzer selbst‘, betont der Altmeister des Tanzes, der sich wie jene über die mehr als 600 Quadratmeter Tanzfläche freut. […] So knistert es in dieser Ballnacht an allen Ecken und Enden. Vor allem die Latein-Show des Spitzenklassetanzpaares Karin Wolf-Waldinger und Martin Wolf aus Dresden versprüht Erotik pur. Ist es beim Cha-Cha-Cha noch ein leichter Flirt, verwandelt es sich beim Tango in Verheißung und Leidenschaft.“[4]

Als weiterer Höhepunkt gilt der Auftritt von Martin Wolf & Karin Wolf-Waldinger vom Tanzsportzentrum Dresden e.V. Die vielen Auszeichnungen der Beiden hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Auf jeden Fall sind sie in ganz Deutschland auf Tanzturnieren anzutreffen und ebenso international beim Brno-Open, in Stuttgart beim German Open Championships, in Coswig beim Saxonia Dance Classics, in Berlin IDSF Open beim Blauen Band Berlin.

Ganz andere Facetten des Tanzes lassen sich in der Hip-Hop-Show, dargeboten von ‚DDProject‘, erkennen.

„DDProject“ (Bild 57: Archiv der Tanzschule Fritsche)

[4] Quelle: Lausitzer Rundschau Überhaupt war es ein Abend voller Überraschungen. Dieter Fritsche erhielt die silberne Ehrennadel des Landessportbundes Brandenburg für seine Verdienste um den Tanzsport.

(Bild 58: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Und auch Susanne Koch, die Cottbuser Sängerin der Reinhard-Stockmann-Band, erlebte noch eine Überraschung.

(Bild 59: Archiv der Tanzschule Fritsche)

„Im RUNDSCHAU-Interview hatte sie, die selbst für ihr Leben gern tanzt, scherzhaft geäußert: ‚Vielleicht fordert mich ja jemand auf‘. Und dann steht plötzlich Daniel Kara vor ihr, einer der jungen Tanzlehrer, der an diesem Abend gemeinsam mit Karina Brand und Ronny Stellmacher die Moderation übernommen hat. Die Sängerin und der Tanzlehrer legen einen flotten Jive aufs Parkett. [5]“ [5] Quelle: Lausitzer Rundschau

4.4. Der 4. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau 
(Bild 60: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Motshegetsi „Motsi“ Mabuse ist eine südafrikanische Profitänzerin, Tanztrainerin, Choreografin, deutsche Meisterin in den lateinamerikanischen Tänzen, Moderatorin und Wertungsrichterin für Standard- und Lateinamerikanische Tänze. Sie hat mittlerweile auch die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und fungiert als Jurorin der Fernsehsendung „Let’s Dance“. Fernsehzuschauer kennen sie auch als ARD-Moderatorin bei der Fußball-WM in Südafrika 2010. Am 25. Mai 2013 war die „Let’s Dance“-Queen beim großen RUNDSCHAU-Tanzball in Cottbus zu erleben.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die George Jackson Showband aus Berlin.

ein Blick in den Ballsaal (Foto 61: stephan-lausitz)
4.5. Der 5. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau 
(Bild 62: Archiv der Tanzschule Fritsche)

700 Gäste genossen am 26. Mai 2014 den 5. Großen Tanzball der Lausitzer Rundschau in Kooperation mit der Tanzschule Dieter Fritsche (ADTV) und der Congress, Messe & Touristik GmbH Cottbus (CMT) in der Cottbuser Messehalle. Dazu kam ein spektakulärer Starauftritt von Melissa Ortiz-Gomez und Tanzpartner Dennis Tischmacher, sie boten einen faszinierenden und ausdruckstarken Auftritt.

Als weitere Hauptzutat war unter anderem die peppige Reinhard-Stockmann-Band aus Dresden zu erleben. Der souveräne Tanzclub „Blau-Weiß Berlin“ begeisterte die Gäste. Acht Paare, eine Idee, ein Thema, eine Musik, eine Choreographie, Teamgeist, super Stimmung. Die coole Showtanzformation „Raw Diamonds” ist ganz oben angekommen. Sie haben beim 14. DDP-Cup in Dresden, der größte Tanzwettbewerb in Ostdeutschland, gewonnen und präsentierten mit „Elements“ eine Welt voller Kälte mit Eis und Kristallen – der perfekte Showtanz.

4.6. Der 6. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau 
Durch das Programm führte Fernsehmoderator und Reporter Christian Matthée. (Foto 63: stephan-lausitz)

Der 6. Große Tanzball der Lausitzer Rundschau in Kooperation mit der Tanzschule Dieter Fritsche und der Congress, Messe & Touristik GmbH Cottbus fand mit etwa 680 Gästen wieder in der Messehalle statt.

Zum Tanz spielte die Reinhard Stockmann Band aus Dresden/Radebeul.

Die Showtanzformation „Legende des Phoenix“ der „Raw Diamonds“ aus Forst begeisterten die Gäste, tänzerisch und auch optisch.

Die Stargäste des Abends: Isabel Edvardsson und Marcus Weiß (Foto 64: stephan-lausitz)

Isabel Emilia Edvardsson ist eine schwedische Tänzerin und mehrfache deutsche Meisterin in den Standardtänzen.

Auch traten die beliebten „RAW Diamonds“ auf. Die Forster Showtanzgruppe ist seit Jahren in der Lausitz erfolgreich.

Bevor die Tanzfläche mit der traditionellen Polonaise eröffnet wurde, begrüßte der Chef-redakteur der RUNDSCHAU, Johannes M. Fischer die Gäste: „Alle sind hier heute Abend fröhlich und am Lächeln. Ich wünschte daher es gäbe mehr Tänzer in der Welt, denn tanzen macht gesellig und öffnet das Herz“. Außerdem konnte man sich bei den Stargästen des Abends ein paar Kniffe abschauen. Isabel Edvardsson, bekannt aus der RTL-Tanzshow „Let’s dance“, und ihr Tanzpartner Markus Weiß zeigten gleich dreimal ihr Können auf der 600 qm großen Tanzfläche. Diese war nach Problemen im Vorjahr laut Tanzschulchef Dieter Fritsche nun endlich auch seidig glatt.

Erzsébet und Dieter Fritsche (Foto 65: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Auch Tanzschulchef Dieter Fritsche ließ es sich nicht nehmen, seine Frau zum Tanz aufzufordern. Er zeigte sich zufrieden mit dem Abend: „Ich kann es immer noch nicht glauben, aber sobald die Musik erklingt, ist die Tanzfläche auch schon voll.“

5. So tanzt die Welt 

5.1. Standardtänze 
5.1.1. Foxtrott 

Der Foxtrott (Fuchsgang) ist ein Gesellschaftstanz, der paarweise getanzt wird. Er zählt zu den Standardtänzen des Welttanzprogramms. Entstanden ist er zwischen 1910 und 1915 in Nordamerika.

5.1.2. Langsamer Walzer 
Langsamer Walzer (Foto 66: Pixabay)

Der Langsame Walzer, auch Englischer Walzer ist ein klassischer Standardtanz sowie ein Gesellschafts- und Turniertanz im 3/4-Takt. Wichtig beim Langsamen Walzer ist der Schwung. Das Heben und Senken durch Beugen und Strecken der Knie und dem Stehen auf dem Fußballen findet auch im Langsamen Walzer Platz. Er ist aus dem Wiener Walzer und dem Walz Boston entstanden, wobei die ständige Rotation mit progressiven Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen, Schwüngen und Posen verbunden wurde.

5.1.3. Quickstep 

Der Quickstep (englische und traditionelle Schreibweise: Quickstep) ist ein Standardtanz, er entwickelte sich aus Foxtrott und Onestepp. Er soll Lebensfreude ausdrücken und ist nach der Turnier- und Sportordnung (TSO) der letzte der fünf Standardtänze in Turnieren. Einfache Sprünge und schnell getanzte Posen sind ein Teil des Quicksteps.

5.1.4. Slowfox 

Slowfox ist ein typisch englischer Standardtanz mit fließenden, weichen Bewegungen, der im 20. Jahrhundert in England aus dem Foxtrott entstand. Er ist sowohl technisch als auch musikalisch sehr anspruchsvoll und wurde ins Welttanzprogramm aufgenommen. In Tanzschulen unterrichtet man ihn erst in sehr weit fortgeschrittenen Kursen.

5.1.5. Tango Argentino 

Unter dem Oberbegriff Tango wird sowohl der Tanz als auch die Musikrichtung Tango verstanden. Er gehört seit September 2009 zum Kulturerbe der Menschheit der UNESCO. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Tango, von Buenos Aires ausgehend, in der gesamten Welt verbreitet. In Argentinien gehört Tango zum Pflichtfach in den Schulen.

Zum Charakteristikum dieses Tanzes sagte Julio Iglesias:
„Der vertikale Ausdruck eines horizontalen Wunsches“.

(Bild 67: Berliner Tageblatt vom 20.11.1913)[6]

[6] Das Urheberrecht endet 70 Jahre nach dem Tode des alleinigen Urhebers.

5.1.6. Wiener Walzer 

Der Wiener Walzer ist ein Gesellschafts- und Turniertanz, der paarweise getanzt wird und zu den Standardtänzen des Welttanzprogramms gehört. Der Standardtanz zählt zu den ältesten der modernen bürgerlichen Gesellschaftstänze. Die berühmte Musik von Johann Strauss machte ihn zu einer europaweiten Tanzgattung und überlebte Jahrhunderte. Anfangs verpönt, sogar verboten, ist er wohl einer der beliebtesten Tänze beim Publikum.

Wiener Walzer (Foto 68: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Walzer#/media/File:Tanzturnier_60.JPG)
5.2. Lateinamerikanische Tänze 
5.2.1. Cha-Cha-Cha 

Der Cha-Cha-Cha gehört zu den lateinamerikanischen Tänzen des Tanzsports und wird als Bestandteil des Welttanzprogramms in Tanzschulen unterrichtet. Die ursprüngliche kubanische Form des Cha-Cha-Chas unterscheidet sich stark vom heutigen Turniertanz. Er ist aus dem Mambo entstanden

5.2.2. Jive 

Der Jive gehört zu den lateinamerikanischen Tänzen. Jive ist ein Tanz, der afroamerikanischen Ursprung hat, entstanden aus einem beschleunigten Blues. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz zu den lateinamerikanischen Tänzen aufgenommen, seit 1976 gehört der Jive zum Welttanzprogramm. Der Jive bringt Lebensfreude zum Ausdruck. Charakteristisch sind diverse Kicks und Twist. Hauptmerkmal ist das leicht-lockere Durchschwingen der Hüfte. Ursprünglich hieß er mal jitter bug (Zitterkäfer).

Jive (Foto 69: https://de.wikipedia.org/wiki/Jive#/media/File:Jive_Gilin_Trutneva_1032.JPG)
5.2.3. Paso Doble 

er Paso Doble entstand im 19. Jahrhundert in Spanien. Seit 1945 ist er Turniertanz und seit 1963 im Welttanzprogramm enthalten. Er ist progressiv, man bewegt sich während des Tanzens durch den Saal. Ein Paso Doble stellt die tänzerische Interpretation des Stierkampfes dar und heißt übersetzt „Doppelschritt“. Der Herr tanzt den Torero, die Dame stellt das rote Tuch (Capa), eine Flamencotänzerin dar.

5.2.4. Rumba 

Die Rumba ist ein kubanischer Paartanz, der zu den Gesellschafts- und Turniertänzen zählt. Rumba wurde vom World Dance Council zum Tanz des Jahres 2013 erklärt. Das Wort „Rumba“ steht auch allgemein für ein nächtliches Fest. Die Nationalsozialisten verboten die Rumba als entartete Kunst.

5.2.5. Samba 

Die Samba ist ein Gesellschaftstanz im 2/4-Takt. Sie entwickelte sich im 19. Jahrhundert und hat brasilianische und afrikanische Wurzeln.

Samba (Foto 70: https://de.wikipedia.org/wiki/Samba_(Tanz)#/media/File:Samba_Pizzo_d%27Albundo_0572.JPG
5.3. Fitness-Tänze 
5.3.1. Agilando 

Die meisten Singles gibt es in der Altersgruppe der Senioren. Für sie liegt  der Schwerpunkt auf gesundheitsfördernder rhythmischer Gymnastik. AGILANDO ist für Menschen, die fit, unternehmungs- und lebenslustig sind und Agilando ist eine Kombination aus tänzerischer Gymnastik ohne Bodenübungen und unterhaltsamen Partytänzen.

5.3.2. Bodyfit-Dancing 

Durch die Verbindung von Tanz und Fitness beim Bodyfit-Dancing werden Ausdauer, Koordination, Konzentration sowie Balance bei Musik, Tanz und Spaß gestärkt. Angesprochen werden tanz- und fitnessinteressierte Erwachsene ab ca. 20 Jahre – altersmäßig ist nach oben keine Grenze gesetzt. Bei Bodyfit-Dancing wird mit Abwechslung zu Standard- und Latein-Tanzmusik Gymnastik und Stretching betrieben und solistisch getanzt.

5.4. Kinder-und Jugendtänze 
5.4.1. Videoclip-Dancing 

Videoclip-Dancing ist das Tanzen nach Choreographien zu Videoclips. Videoclips sind Musikfilme, die der bildlichen Untermalung eines Musiktitels dienen. Welches das erste Musikvideo war, kann nicht klar gesagt werden. Mehrheitlich wird das Video zu „Bohemian Rhapsody“ (1975) von Queen als erstes Musikvideo der Geschichte genannt. In Frage kommen auch die Promo-Filme der Beatles zu ihren Songs „Strawberry Fields Forever“ und „Penny Lane“ (1967). Und es gibt die Meinung, dass der Promo-Film zu „I Got You Babe“ (1965) von Sonny & Cher das erste Musikvideo war.

5.5. Weitere weltweit bekannte Tänze 
5.5.1. Blues-Dance 

als Tanz gehört zum Jazz-Dance afrikanischen Ursprungs. Walking (Gehen) ist der Grundschritt. Die Tänzer können auf der Stelle gehen oder in jede Richtung. Blues-Dance als Gesellschaftstanz war nie sehr weit verbreitet, eher wurde er in verräucherten Musikbars getanzt und hatte mehr privaten Charakter. Es gibt mannigfaltige Arten von Blues-Musik (ländliche, städtische, schnelle, langsame, elektrisierende, moderne) sowie von Blues-Dance. Alle haben sehr unterschiedliche Nuancen im Gefühlsausdruck. Die beste Art, Blues zu tanzen, geschieht mit körperlicher Kommunikation beim Engtanzen und kann durch bloßes Zuschauen unmöglich richtig gelernt werden. Blues-Dance drückt Gefühle von der Trauer bis zur Freude auf leidenschaftliche Art aus.

5.5.2. Boogie Woogie 

Aus dem Boogie-Woogie hat sich der Rock ’n’ Roll entwickelt. Der Unterschied zu Rock ’n’ Roll besteht darin, dass beim Boogie-Woogie kein einstudiertes Programm, sondern frei zur Musik getanzt wird. Daher tanzt man Boogie-Woogie auch in Tanzlokalen, während der Rock ’n’ Roll dem Turniertanz vorbehalten bleibt. Boogie-Woogie wird in der Regel zu Swing-Musik der 1950er/1960er Jahre getanzt.

5.5.3. Charleston 
Josephine Baker tanzte den Charleston im „Folies Bergère“ in Paris 1926 (Bild 71: https://de.wikipedia.org/wiki/Charleston_(Tanz)#/media/File:Baker_Charleston.jpg)

Der Charleston ist ein US-amerikanischer Gesellschaftstanz des 20. Jahrhunderts. Die von James P. Johnson komponierte Jazz-Melodie „The Charleston“ (1923) verhalf dem Tanz in den USA und in der Welt zu großer Popularität. In Europa wurde er 1925 durch Josephine Baker bekannt. Obwohl der Tanz ursprünglich von Afroamerikanern entwickelt wurde, konnte er sich in den USA schnell als „weißer“ Gesellschaftstanz etablieren. Der Tanz galt im Allgemeinen als provokativ und unsittlich und vollzog den Wechsel von langer Garderobe zu kurzen Röcken.

„Eine Tanzbeschreibung von 1925 führt an: Der Torso zittert, dazu die Bewegungen der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Auch die Hände sind aktiv, sie berühren alle Teile des Körpers wie in Ekstase. Dazu kommen die abwechselnden X- und O-Beine, damit verbunden die nach außen und innen gedrehten Knie und Füße. Der Tänzer kann seinen Rücken beugen oder gar in Hockstellung gehen.“[7]

[7] Zitat: https://de.wikipedia.org/wiki/Charleston_(Tanz)

5.5.4. Discofox 

„Discofox – ein ‚Praxistanz für alle Gelegenheiten‘ passt auf fast alle Musiktitel mit seiner unendlichen Vielfalt an Drehungen und Wickelfiguren, er ist gut führbar. Dieser Tanz ging aus dem Foxtrott hervor. 1992 gab es die erste Discofox-Weltmeisterschaft in Basel und im Jahr 2000 war die zweite Weltmeisterschaft in Miami/Florida.

5.5.5. Lambada 

Bekannt wurde der rhythmische Paartanz mit den fließenden Bewegungen vor allem durch den gleichnamigen Hit „Lambada“ (1989). Er löste einen kurzen Boom in den Tanzschulen aus, der aber schnell wieder abflachte. Darauf folgte der Film „Lambada – der verbotene Tanz“, der im Jahr 1990 gedreht wurde. Mann und Frau verkörpern beim Lambada verschiedene Rollen. Er wirbt um seine Partnerin, sie ignoriert ihn, um ihn dann wieder mit kreisenden Hüftbewegungen anzulocken. Auf Grund seiner aufreizenden Bewegungen war Lambada in einigen südamerikanischen Ländern sogar verboten.

5.5.6. Mambo 

Mambo bezeichnet eine Mischung aus kubanischen, afrikanischen und südamerikanischen Rhythmen, die sich nach 1930 in Kuba entwickelt haben und dem dazugehörigen Tanz. Ursprünglich bezeichnete das kreolische Wort ein religiöses Gespräch, ein Gebet, eine heilige Handlung. Diese Art von Tanz verbreitete sich schnell in den Vereinigten Staaten und wurde populär in Tanzlokalen in New York, San Francisco und Miami. Der Mambo-Tanz ist durch heftige Bewegungen gekennzeichnet und voll von Persönlichkeit.

5.5.7. Polka 

Die Polka ist ein beschwingter Rundtanz im lebhaften Zweivierteltakt. Der Name stammt aus Tschechien (Böhmen). Ein Vorläufer der Polka im tschechischen Volkstanz ist die „Nimra“. Von der Polka als Gesellschaftstanz ist erst ab 1848 die Rede.

5.5.8. Polonaise 

Die Polonaise ist ein polnischer Nationaltanz im ¾-Takt, bei dem Tanzpaare im Reigen und nach bestimmten Figuren würdevoll und majestätisch zu einer Musik im Polonaise-Rhythmus durch den Saal schreiten (Schreittanz). Der Tanz entstand Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts. Die Balleröffnung mit einer Polonaise ist eine in Österreich sehr verbreitete Tradition.

5.5.9. Rheinländer 

Der Rheinländer ist ein deutscher, österreichischer, schweizerischer und skandinavischer Volkstanz. Entstanden ist er in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Paartanz im 2/4-Takt. Er ähnelt der Polka. Ein Vorläufer war der in Deutschland schon vor 1800 nachweisbare „Hopser“, den Johann Sebastian Bach 1742 in seiner „Bauern- und Hochzeitskantate“ verwendete. Typisch ist die Grundstellung. Der Tänzer steht neben der Tänzerin, beide blicken in Tanzrichtung.

5.5.10. Rock ‚n‘ Roll 

Rock ’n’ Roll ist ein nicht klar umrissener Begriff für eine US-amerikanische Musikrichtung der 1950er- und frühen 1960er-Jahre. Ein neues Lebensgefühl erfasste die Jugend durch eine neue, andere Musik. Der Tanz ist ein mit dieser Musik verbundener Turniertanz, der aus dem Swing-Tanz der 1930er Jahre hervorgegangen ist und dessen bekanntestes Merkmal die akrobatischen Einlagen sind. Erst wurden die Songs von Bill Haley, Chuck Berry, Elvis Presley und Co. nur in britischen und US-amerikanischen Soldatensendern wie BFN und AFN gespielt, dann eroberten sie die Musikboxen und nationalen Radiosender auch in Europa.

5.5.11. Salsa 

Salsa ist ein moderner Gesellschaftstanz aus Lateinamerika, der paarweise oder in der Gruppe getanzt wird. Die Salsa-Musik und der dazugehörige Tanz sind eine Verbindung afrokaribischer und europäischer Tanzstile. Die Ursprünge stammen aus dem englischen des 17. Jahrhunderts. Salsa kam Anfang der 1980er Jahre nach Deutschland.

5.5.12. Schieber 

Schieber: ein Tanz in Schräglage. Der Schieber entwickelte sich aus dem Marschtanz, Marschfox, Foxtrott und den Jazz-Tänzen Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Name bezieht sich auf das charakteristische Vorwärtsschieben der Tanzpartnerin und die Beckenbewegungen. Der Beginn des 20. Jahrhunderts war von einer „schiebenden“ Tanzszene gekennzeichnet. „Schiebe- und Wackeltänze“ waren von einigen regionalen Behörden gelegentlich wegen angeblicher unsittlicher Aspekte verboten.

(Bild 72: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3e/Uetersen_Wackel_u._Schiebetanzvebot_1913.jpg)
(Bild 73: Archiv der Tanzschule Fritsche)

5.5.13. Swing 

Swing ist ein Tanz, der Ende der 1920er Jahre in den USA entstanden ist. Als Blütezeit gelten die 1930er und 1940er Jahre. Er besteht aus schwarzen Afro-Rhythmen und weißer Marschmusik und kommt in allen älteren Formen der Jazzmusik vor. Nachdem die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gekommen waren, widmeten sie sich sehr schnell der „Säuberung“ der Kulturszene von sogenannten artfremden Einflüssen. Neben der Malerei, dem Film und Theater begannen sie, auch alle Bereiche der Musik und Unterhaltung in ihrem Sinne zu steuern. Einige der großen Musiker haben sich nicht gebeugt und aus Überzeugung die Musik gespielt, die ihnen Spaß machte. Viele haben dafür teuer bezahlen müssen: Emigration, Folter, Flucht und Tod waren die Folge.

(Bild 74: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/02/Swing_tanzen_verboten.jpg)
5.5.14. Twist 

Der Twist (englisch twist = Drehung) war ein Modetanz in den frühen 1960er Jahren. Der Sänger Chubby Checker machte diesen Tanz mit seinen Hits „The Twist“ (1960) und „Let’s Twist Again“ (1961) weltweit populär. Ein besonderes Merkmal dieses Paartanzes ist, dass sich die Partner beim Tanzen nicht berühren. Die Ursprünge des Twists liegen in der afroamerikanischen Kultur.

5.5.15. Videoclip-Dancing 
5.5.16. West Coast Swing 

West Coast Swing ist ein Paartanz. Wie der Name sagt, entstand der Tanz an der Westküste der USA und gilt als offizieller Tanz des Staates Kalifornien. West Coast Swing wird oft auf Discos zu moderner Pop- und Hip-Hop-Musik getanzt in einem schmalen, länglichen Bereich, wobei die Tanzpaare am Platz ohne Tanzrichtung bleiben. Bewegungen im West Coast Swing sind weich und flüssig. Immer mehr Tanzschulen in Deutschland nehmen den Tanz in ihr Programm auf.

6. Das Tanzkursus-Angebot 
6.1. Grundkursus 

Tanzen lernen mit dem Welttanzprogramm (Stufe 1 / Teil 1)

Im Grundkursus werden Tänze des Welttanzprogramms gelehrt. Aus den Standardtänzen lernen Sie

  • Langsamer Walzer
  • Wiener Walzer
  • Foxtrott

und aus den lateinamerikanischen Tänzen

  • Cha-Cha-Cha
  • Jive
  • Blues
  • Discofox
  • offene Polka
  • eine festliche Polonaise
  • aktuelle Party- und Modetänze.
6.2. Fortschrittskursus 

Tanzen lernen mit dem Welttanzprogramm (Stufe 1 / Teil 2)

Das nun im Grundkursus erlernte Programm wird wiederholt und es wird um weitere Variationen ergänzt. Neu dazu kommen Tänze wie Tango, Rumba und Samba. Nach Beendigung dieser beiden Kurse überreichen wir Ihnen die „Welttanznadel“.

6.3. Medaillenkurse 

Tanzen lernen mit dem Weltprogramm (Stufe 2-5)

Die Medaillenkurse bauen auf das im Fortschrittskursus erworbene Wissen und Können auf. Das Figurenmaterial wird erweitert, Haltung und Bewegungsabläufe werden verbessert. Als weiterer Tanz kommt im Bronzekursus der Paso-Doble hinzu. Am Ende können die Teilnehmer einen Test zum Erwerb des deutschen Tanzabzeichens ablegen.

6.4. Spezialkurse 

In den Schulferien werden Spezialtanzkurse in u.a. Discofox, Salsa/Merengue, West Coast Swing oder Hochzeitstanz angeboten.

6.5. Tanzclubtraining 

Nachdem alle Kurse bis zur Goldstufe absolviert wurden, kann man in einen der Tanzclubs eintreten. Das erlernte Welttanzprogramm wird gefestigt und erweitert und man hat die Möglichkeit, die Goldstarprüfungen abzulegen.

6.6. Dance4Fans & Kindertanz 

Im Dance4Fans-Club erlernt man die Tanzschritte der angesagten Chartbreaker der Popmusik. Der Club trainiert einmal pro Woche.

  • Dance4Fans Jugend (ab 14 Jahre)
  • Dance4Kids (10-14 Jahre)
  • Kindertanzclub (4-5 Jahre)
  • Kindertanzclub (6-9 Jahre)
6.7. Agilando 

Agilando stellt eine maßgeschneiderte Kombination aus tänzerischer Gymnastik und unterhaltsamen Partytänzen speziell für Leute in der zweiten Lebenshälfte dar. Zu diesem Kursus kann jeder allein kommen! Schwerpunkt ist hier nicht der Partner- oder Paartanz, sondern gesundheitsfördernde rhythmische Gymnastik. Fortgeschrittene Teilnehmer haben die Möglichkeit, in unseren Agilando-Club einzutreten und dann wöchentlich zu trainieren.

6.8. Bodyfit-Dancing für Solotänzer 30+ 

Hier werden mit großem Spaßfaktor Latein- und Standardtänze ohne Partner getanzt und Ausdauer, Koordination, Konzentration sowie die Balance gefördert. Um einen passenden Tanzpartner zu finden, sieht man sich einfach in der Tanzpartnerbörse online um.

6.9. Allgemeine Umgangsformen 

Umgangsformen sind nichts anderes als Spielregeln, die das gegenseitige Miteinander in Bahnen lenken: Behandele einen Menschen so, wie du von ihm behandelt werden willst. Umgangsformen sind Inhalt eines jeden Jugendgrundkurses, sie werden etappenweise vermittelt.

Der Grundsatz der gegenseitigen Achtung
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Achtung vor dem Anderen heißt auch verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was nicht ersetzbar ist, die Zeit. Unpünktlichkeit ist Missachtung des Anderen.

Der Grundsatz der besonderen Achtung der Frau
Da Frauen die Trägerinnen des Lebens sind, ist Ihnen besonderer Schutz und besondere Achtung entgegenzubringen. Das äußert sich in vielen Formen gesellschaftlicher Verhaltensnormen.

Der Grundsatz der Achtung des persönlichen oder gesellschaftlichen Eigentums
Das bedeutet: Was mir nicht gehört geht mich nichts an. Was ich zeitweise zur Benutzung überlassen bekommen habe, werde ich pfleglich benutzen und unbeschadet hinterlassen, damit es andere auch benutzen können.

Das Grüßen
Wer grüßt wen zuerst? Während wir früher gelernt haben, dass der Jüngere den Älteren, der Herr die Dame, der „Untergebene“ den „Vorgesetzten“ zuerst grüßt, gilt heute: Wer den anderen zuerst sieht, der grüßt auch zuerst. Das Grüßen erfolgt stets auf Entfernung durch leichtes Nicken mit dem Kopf bei direktem Blickkontakt und sollte mit einem Lächeln verbunden sein. Wer Hut trägt – das ist ja zurzeit auch bei den Jugendlichen voll im Trend – kann diesen formvollendet anheben. Das gilt natürlich nur für die Männerwelt; Frauen und Mädchen behalten den Hut beim Grüßen grundsätzlich auf.

Das Begrüßen
Bei einer Begrüßung werden immer auch ein paar Worte gewechselt. Man führt ein kurzes Gespräch, macht „Smalltalk“, zum Beispiel, um die Begleitpersonen miteinander bekannt zu machen oder auch, um ganz allgemein einen guten Tag zu wünschen. Wer gibt wem zuerst die Hand? Generell gilt, dass der deutlich Ältere dem Jüngeren, die Dame dem Herren die Hand anbietet. Ein Händedruck sollte immer ein wenig „Biss“ haben, eine kraftlose Hand zeugt von unsicherem Charakter.

Die Kleidung
Es ist eine Frage der gegenseitigen Achtung, zu jedem Anlass eine entsprechende Kleidung zu tragen. Auf dem Sportplatz im langen Abendkleid zu erscheinen, ist sicherlich genauso unmöglich, wie bei einem Ball Rollkragenpullover und Jeans zu tragen Die Kleidung für den beruflichen Alltag, bzw. für die Schule soll modern, gepflegt und praktisch, also zweckentsprechend sein. Wichtig ist, dass man sich darin wohlfühlt. Zum abendlichen Ausgehen in eine Gaststätte, insbesondere wenn ein festlicher Anlass vorliegt, wird diese Kleidung meist nicht genügen. Beim Tanzen ist die Jacke immer geschlossen, und zwar mindestens mit dem Knopf, der in der Taillenhöhe sitzt. Ein Beispiel für Stillosigkeit war in der Semperoper in Dresden zu bestaunen: Ein Mann trug zu einer Jeanshose mit kariertem Hemd eine Fliege und darüber eine Smoking-Jacke.

Das Rauchen
Auf keinem Gebiet der Umgangsformen findet sich so viel Rücksichtslosigkeit auf der einen und so viel Intoleranz auf der anderen Seite, wie beim Rauchen. Eines steht fest: Raucherinnen und Raucher gefährden Ihre eigene Gesundheit und die der passiv „Mitrauchenden“ in starkem Maße. Deshalb gilt als wichtigste Empfehlung: Rauchende müssen Rücksicht auf Nichtrauchende nehmen, besonders dort, wo das Rauchen nicht durch offizielle Verbote geregelt ist. Raucher sollten immer erst nach dem Einverständnis der Mitmenschen fragen, ehe „gequalmt“ wird. So lange noch jemand am Tisch isst, wird nicht geraucht.

Die Anrede
Hier in Deutschland sind ursprünglich drei persönliche Anreden möglich: das DU, das SIE und das IHR. Hinzu kommt die Verbindung vom SIE mit dem Vornamen, was früher nur von Älteren gegenüber Jüngeren gebraucht wurde, jedoch heute sich auch zwischen Gleichaltrigen der Beliebtheit erfreut. Gegen ein DU ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn man aber jemanden nicht besonders mag, kann das angebotene DU sehr aufdringlich wirken. Dem geht man mit einem betonten SIE aus dem Weg! Im Berufsleben gibt es Regeln, die man beherrschen sollte: Biete niemals einem gleichaltrigen Vorgesetzten das DU an, denn das könnte mit einer Ablehnung enden.

Vermeidung unbedachter Verbrüderung auf betrieblichen Veranstaltungen. Die schriftliche Anrede lautet meistens „Sehr geehrter Herr…“ oder „Sehr geehrte Frau …“. Wenn man einen Ansprechpartner namentlich nicht kennt, dann „Sehr geehrte Damen und sehr geehrte Herren“. Zum Schluss reicht ein „Mit freundlichen Grüßen…“.

Einladungen
Schriftliche Einladungen enden mit „Über ihre Zusage bis zum … würden wir uns freuen“. Der Einladende hat Anspruch darauf, rechtzeitig zu erfahren, wer erscheinen wird und wer nicht. Also Antworten! Absagen sollte man persönlich, sofort und schriftlich oder telefonisch erledigen. Bei einer Zusage sollte man sich als nächstes Gedanken darüber machen, was man anzieht. Steht aber auf der Einladung „Gesellschaftskleidung“ oder „festliche Kleidung“, so ist eindeutig: Langes, bzw. festliches Cocktailkleid oder Abendanzug für die Dame, Smoking oder Ausgehuniform, mindestens ein dunkler Anzug mit Krawatte oder Fliege für den Herrn. Auf der Einladung sollte selbstverständlich auch eine Uhrzeit angegeben sein, wie zum Beispiel „ab 19:00 Uhr oder um 21:00 Uhr“. Wenn eine feste Zeit angegeben ist, sollte man auf keinen Fall eher kommen, kann aber die angegebene Zeit um maximal eine Viertelstunde überziehen.

Wer zu einem gemeinsamen Essen nicht pünktlich erscheinen kann, sollte den Gastgeber telefonisch davon informieren.

Heißt es in der Einladung „Empfang von … bis …“, so sollte man im ersten und zweiten Drittel der angegebenen Zeit erscheinen. Nicht später und schon gar nicht erst zum Schluss. Ist man zu einer Feierlichkeit eingeladen wurde, gehört es zum guten Ton eine Art Geschenk mitzubringen. Dieses Geschenk sollte originell, witzig und möglichst in irgendeiner Beziehung zum Beschenkten stehen. Dabei ist die Verpackung genauso wichtig wie das Geschenk selbst, denn die meisten Menschen verspüren mehr Spannung und Freude beim Auspacken. Wenn man nichts Falsches schenken will, so sind Blumen immer die richtige Entscheidung. Jedoch sollte man wissen, welche Bedeutung verschiedene Blumen haben.

Verhalten im Restaurant
Im Restaurant wird er vorgehen, um vor neugierigen Blicken der Anwesenden zur Dame abzulenken. Restaurants in gehobener Klasse weisen die Plätze zu. Das übernimmt der Geschäftsführer, Oberkellner oder Restaurantleiter. Dieser geht dann zum Tisch vor, gefolgt von der Dame und dem Herrn. Für einen besonderen Anlass ist es empfehlenswert Plätze zu reservieren. Die Anrede einer männlichen Bedienung mit „Herr Ober“, ist durchaus üblich. Eine weibliche Bedienung mit ihren Namen anzusprechen, ist die eleganteste Form. Sollte die Begleitung bessere Weinkenntnisse haben, reicht man zum Probieren das Glas einfach weiter. Weingläser werden am Stiel, nicht am Kelch angefasst, damit sie beim Anstoßen klingen können. Trinkt man einem anderen zu, so geschieht das durch Blickkontakt vor und nach dem Trinken. Wünschen Sie zum Anfang einen „Guten Appetit“. Bestecke werden von außen nach innen benutzt. Die Gläser werden in Richtung „vom Teller weg“ benutzt.

Die Stoffserviette wird auf dem Schoß entfaltet. Die Hände werden beim Essen auf den Tisch gelegt, nicht aber der Ellenbogen. Man sitzt aufrecht nahe am Tisch und stützt den Kopf nicht mit der Hand ab. Mit dem Essen wird nicht begonnen, bevor alle das Gericht vor sich auf dem Tisch haben. Mit dem Trinken wird nicht begonnen, bevor alle etwas haben und vor dem ersten Schluck wird angestoßen und sich dabei gegenseitig angesehen. Messer und Gabel werden wie ein Bleistift gefasst. Während des ganzen Essens dürfen Gabel oder Messerspitze nie schräg oder sogar steil nach oben zeigen. Während des Trinkens werden Messer und Gabel vollständig auf dem Teller abgelegt. Ist man mit dem Essen fertig, legt man Messer und Gabel nebeneinander mit dem Griff schräg nach rechts unten über den Teller. Die Stoffserviette wird ungefaltet links neben den Teller platziert.

Man steht nicht alleine auf, wenn man mit dem Essen fertig ist. Es zahlt eigentlich immer der, der eingeladen hat. Steht von vornherein fest, dass jeder am Tisch seine Rechnung selbst begleicht, sollte man eine Gesamtrechnung verlangen und den Betrag zu gleichen Teilen aufteilen. Trinkgelder sind freiwillige Leistungen des Gastes.

7. Tanzschulreisen nach Zinnowitz/Usedom 
(Foto 75: Archiv der Tanzschule Fritsche)
(Foto 76: Archiv der Tanzschule Fritsche)

An dieser seit vielen Jahren beliebten Tradition beteiligen sich der Tanzclub sowie die höheren Kurse. Diese Unternehmungen tragen zum Zusammenwachsen der „Tanzfamilie“ bei. Dieses Tanzwochenende beinhaltet Unterricht, ein Ball sowie viel Freizeit.

8. Karitative Projekte der Tanzschule 

Bereits seit 20 Jahren spendet die Cottbuser Tanzschule Fritsche alljährlich kurz vor Weihachten für karitative und mildtätige Einrichtungen einen Spendenscheck. Die Spendensumme resultiert aus dem Erlös der traditionellen Tanzpartys der Tanzschule Fritsche. Herr Fritsche ist stets bestrebt, die Spenden regional bereit zu stellen. Cindy Schiesko von den Johannitern:

„Dieses Engagement ist ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung unserer ehrenamtlich tätigen Helfer im Ambulanten Kinderhospizdienst“.

Die  Koordinatorin vom Ambulanten Kinderhospizdienst unterstreicht noch einmal das Schicksal von unheilbar kranken Kindern in Deutschland:

„Viele Eltern zerbrechen an der Situation und verkraften den bevorstehenden Tod ihres geliebten Kindes nicht. Wir wollen den Familien Hilfe und Unterstützung geben, um Kraft zu schöpfen von der Belastung, welche die 24-Stunden-Pflege eines unheilbar kranken Kindes mit sich bringt“.

[8]

Die Cottbuser Tanzschule Fritsche unterstützt des Weiteren die Elterninitiative krebskranker Kinder, die Cottbuser Bauhausschule, den Ambulanten Kinderhospizdienst, den Verein „Kinderlachen“ und das Zentrum der Johanniter für trauernde Kinder und Jugendliche. Wie jedes Jahr spenden auch zahlreiche Tanzkurs- und Clubteilnehmer zum Wohle Hilfsbedürftiger.

[8] Zitat: http:www.johanniter.de

2008 (Foto 77: Archiv der Tanzschule Fritsche)
2009 (Foto 78: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Familie Fritsche stellte das ertanzte Geld Projekten zur Verfügung, die sich für kranke Kinder einsetzen. Von insgesamt 1200 Euro gingen 500 Euro an den Ambulanten Kinderhospiz-dienst der Johanniter.

Dieter Fritsche sagt:

„Ich weiß, dass bei Ihnen viele Ehrenamtliche Mitarbeiter zu den betroffenen Familien fahren, um vor Ort zu helfen. Ich denke, mit der Summe können einige Tankfüllungen für diese Besuche bezahlt werden.“

Auch die Elterninitiative für krebskranke Kinder e.V. konnte sich über einen Spendenbeitrag freuen. Der Rest des Erlöses ging an den RTL Spendenmarathon.

Die Tanzschule Fritsche überreichte 500 Euro an den Ambulanten Kinderhospizdienst.

(Foto 79: Archiv der Tanzschule Fritsche)
2013 (Foto 80: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Zum Welttanztag im Jahr 2014 wurde folgendes Ergebnis der Spendenaktion bekannt gegeben: Spendeneinnahme insgesamt: 1267,00 €. Davon gingen

  • 250,00 € an die Wichern-Oberschule in Forst
  • 350,00 € an die Elterninitiative krebskranker Kinder e.V.
  • 420,00 € an den Ambulanten Kinderhospizdienst der Johanniter
  • 250,00 € an den RTL-Spendenmarathon
2014 (Foto 81: Archiv der Tanzschule Fritsche)
9. Würdigung der Verdienste des Tanzlehrerehepaares Erszébet und Dieter Fritsche um die Stadt Cottbus mit der Ehrenmedaille der Stadt Cottbus 

Oberbürgermeister Herrn Frank Szymanski am 27. November 2010:

Sehr geehrte Eheleute Fritsche, sehr geehrte Damen und Herren,

„Der Herr schreitet auf die von ihm auserlesene Dame zu und bringt nach einer Verbeugung etwa drei Schritte entfernt stehend seine Einladung an. Man pflegt sich hierbei verschiedener Redewendungen zu bedienen, jedoch ist die Einladung ‚Darf ich bitten, gnädiges Fräulein (gnädige Frau)’ überall verwendbar. Sofern die Dame der Aufforderung stattgibt, wird sie sich erheben und der Herr führt sie zum Parkett. Nach der üblichen leichten Verneigung, die von der Dame erwidert wird, nimmt man Aufstellung in der bekannten Tanzstellung und beginnt. Bei Beendigung des Tanzes folgt die gleiche Verneigung, und der Herr geleitet seine Partnerin auf ihren Platz zurück, spricht seinen Dank für den gewährten Tanz aus: ‚Verbindlichen Dank, gnädiges Fräulein’, und verabschiedet sich mit einer Verbeugung.“

Diese Hinweise aus dem Cottbus der Zwanzigerjahre beinhalten schon die Summe der Verdienste, die Generationen von Cottbuserinnen und Cottbusern und Menschen aus der Region dem Tanzlehrerehepaar Erzsébet und Dieter Fritsche zu danken haben. Die Tanzlehrerin und der Tanzlehrer haben erstens den jungen und später – darauf kommen wir noch zurück – zunehmend den älteren Menschen in unserer Stadt die kommunikativste und sportlichste Form der Unterhaltung beigebracht. Ein guter Tänzer oder eine gute Tänzerin zu sein, das war und ist ein nicht zu unterschätzendes Qualitätsmerkmal für jeden Kandidaten, zum Beispiel für einen Heiratskandidaten. Wer hier mit der Zeit gehen wollte und beim Tanzabend mit Letkiss oder Twist brillieren wollte, der musste in die Tanzschule gehen. Aber dort beim Tanzunterricht konnte man zweitens auch nachholen, was man im Elternhaus noch nicht komplett mitbekommen hatte, nämlich gute Umgangsformen, Höflichkeit, Pünktlichkeit und Etikette. Diese sogenannten Sekundärtugenden, die im Computerzeitalter, im Zeitalter der SMS-Verabredungen, etwas an den Rand gedrängt, für das spätere Leben aber überlebenswichtig sind, haben die Fritsches ihren Zöglingen vermittelt.

Wie lädt man das Mädchen zum Tanz ein? Wie macht man sich bekannt? Wie benimmt man sich in einer fremden Wohnung? Das alles geht natürlich weit über das Tanzen hinaus, führt uns zum Vorstellungs-gespräch, zum Benehmen an der neuen Arbeitsstelle und letztlich zu Taktgefühl, Rücksichtnahme und Mitmenschlichkeit. Hier wirkte das Tanzlehrerehepaar Fritsche in zwei gesellschaftlichen Systemen und hat Tausenden Cottbuserinnen und Cottbusern eine wichtige Grundausstattung gegeben. Drittens – und hier trifft das englische „last but not least“ in besonderer Weise zu – haben beim Tanzunterricht der Fritsches Menschen zueinander gefunden. Damit sind natürlich Freundeskreise gemeint, die während der Tanzstunde entstanden. Vor allem aber sind beim Tanzunterricht und später beim Tanz Beziehungen entstanden, Ehen angebahnt und Familien gegründet worden. Erzsébet und Dieter Fritsche könnten hier sicherlich viele Beispiele nennen.

Cottbus muss für Tanzschulen ein gutes Pflaster gewesen sein. In den Zwanzigern und Dreißigern gab es für Jugendliche gleich mehrere Angebote. Die bekannteste Tanzschule war sicherlich die der Familie Brosatis in der Kaiser-Friedrich-Straße, der heutigen Karl-Liebknecht-Straße, und natürlich bei Kursen in Forst und Spremberg lernten die Eleven Paso doble, Blues, Boston und Charleston. Später kamen Slowfox, Quickstep und Foxtrott dazu. Bald konkurrierten die Tanzschulen Schmidtchen und Werner mit den Brosatis. Ruth Knoblauch gründete dann ein weiteres Institut. Und damit sind wir bei der Tanzschule Fritsche angekommen. […]

Nach Kriegsende und mit der Rückkehr der Kriegs-gefangenen entstand ein großer Bedarf an Vergnügungen und damit auch am Tanzunterricht. Größte Säle wurden dazu genutzt. Ruth Fritsche unterrichtete ohne Mikrofon und mit einem Pianisten bis zu 100 Paare in den „Stadtsälen“. […]

Die ersten Schritte auf dem Parkett unter Leitung von Dieter Fritsche erlernten die Schüler in der Feigestraße. Andere Stationen waren das „Kleine Spreewehr“, das „Sachsendorfer Gesellschaftshaus“ oder „Winklers“ in der Berliner Straße; für manche unter uns sind sie noch klangvolle Namen. Wonach beurteilen die Fritsches damals und heute die Wirksamkeit ihrer Arbeit? Natürlich sollen die Schülerinnen und Schüler nach dem Kurs gut tanzen können. Hier gibt es durchaus Parallelen zur Fahrschule. Aber anders als beim Fahrunterricht sagen die beiden Tanzlehrer: ‚Uns ist es nicht egal, was die Leute beim Tanzen anhaben‘. Der Kurs war für sie erfolgreich, wenn sich bei den Eleven die Umgangsformen verbessert haben. Die Spitze wäre dann, wie gehabt, die Information des Klassenleiters, der mit seiner 10. Klasse die Tanzschule besuchte, dass sich die Disziplin dauerhaft in der Klasse gebessert hätte.

In der DDR gehörten die Fritsches zu den wenigen Freischaffenden. Man hatte hin und wieder Ärger mit den Behörden, aber die staatliche Förderung des künstlerischen Volksschaffens hatte auch manche positive Folge. Auf die bei den Arbeiterfestspielen im Bezirk Cottbus 1963 gewonnene Medaille für die Aufführung eines Formationstanzes ist Dieter Fritsche heute noch stolz. Der medaillenträchtige Tanz bei den sozialistischen Arbeiterfestspielen hatte übrigens westliche Wurzeln. Kurz vor dem Mauerbau erlebte Tanzlehrer Fritsche in der Westberliner Deutschlandhalle die Weltmeisterschaften im Gesellschaftstanz. Der Formationstanz von Kinderpaaren hatte ihn beeindruckt und zu eigenen Kreationen inspiriert, die dann in das Programm zu den Arbeiterfestspielen eingingen. Nach der gesellschaftlichen Wende 1989/90 nahm der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband die Tanzlehrer der DDR in seine Reihen auf. Dieter und Erzsébet Fritsche wurden also Mitglieder im Landesverband Berlin-Brandenburg, dem späteren Regionalverband Nord-Ost des ADTV. Mit der Wende wurde manches, was Musik und Kostüme betraf, relativ einfach. […]

Heute werden die Kurse nach dem „Welttanzprogramm“ (WTP) durchgeführt. Kindertanz, ein Herzenswunsch von Erzsébet Fritsche, welche in Ungarn eine Fachschulausbildung zur Kindergärtnerin absolviert hatte, wurde verstärkt möglich.

Die Entwicklung der Tanzschule Fritsche zu einem mittelständischen Unternehmen wird nicht nur an den eigenen Räumlichkeiten deutlich. Heute beschäftigt man Tanzlehrer und bildet aus. Die gesellschaftlichen Veränderungen nach der Wiedervereinigung hatten natürlich Auswirkungen auf die Tanzschule. Waren früher Kurse für Heranwachsende das Kerngeschäft, geht heute der Trend mehr zu den Kursen für Erwachsene und Senioren. Gerade die Stunden mit unseren älteren Bürgerinnen und Bürgern sind eine interessante neue Entwicklung. Seniorentanz fördert Beweglichkeit und Konzentration. Seine gesundheitsfördernde Wirkung ist anerkannt. Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Reinhard Drogla, sagt zu den Leistungen der Fritsches: ‚Gerade in den Tanzkursen für Erwachsene hat das Ehepaar Fritsche für viele Paare gleichzeitig die Funktion von Paartherapeuten übernommen. Sie stehen für sehr viele Cottbuser Bürgerinnen und Bürger, welche nicht im Rampenlicht stehen, aber wesentlich das Lebens- und Liebenswerte unserer Stadt ausmachen‘.

Das neue Angebot der Tanzschule seit September 2010 richtet sich an die Generation 50+: Agilando – das ist eine maßgeschneiderte Kombination aus tänzerischer Gymnastik und unterhaltsamen Partytänzen für Leute ab 50. Zu diesem Kursus kann jeder allein kommen! Schwerpunkt sind hier nicht der Partner- oder der Paartanz, sondern gesundheitsfördernde rhythmische Gymnastik und anspruchsvolle Choreografien. Noch einmal zurück zum Vergleich mit der Fahrschule: Unseren beiden Tanzlehrern geht es nicht nur um mehr als die Technik des Tanzens. Sie sind auch erheblich preis-günstiger als der Fahrschulkurs. 90 Euro bezahlt man pro Nase für neun Doppelstunden. Und die Unfallgefahr ist auch ziemlich gering. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle gern entgegen. Gerade für Laufmuffel soll das sehr gesund sein.

Um die Zukunft der Tanzschulen muss uns – zumindest bei der Familie Fritsche – nicht bange sein. Tochter Cornelia hat den richtigen Weg eingeschlagen. Sie ist natürlich geprüfte ADTV-Tanzlehrerin. Davon konnten sich die Cottbuserinnen und Cottbuser beim Annemarie-Polka-Weltrekord-Versuch 2006 beim Stadtjubiläum im Stadion der Freundschaft überzeugen. Heute arbeitet sie als Tanzmoderatorin in Berlin, führt jedoch auch in Guben Kurse durch. Vielleicht führt ja Frau Cornelia Fritsche die Tanzschule Fritsche in der dritten Generation fort. Am Ende noch ein Brückenschlag zur Verleihung der Ehrenmedaille im vergangenen Jahr. Zu den drei Symbolfiguren des Wendeherbstes 1989, die vor genau einem Jahr hier geehrt wurden, gehörte Sabine Bürger-Wüst. Im damaligen Bezirkskrankenhaus entstand im Frühjahr 1989 eine Gruppe des Neuen Forums. Treibende Kraft war hier Sabine Bürger. Sie war für die Staatssicherheit die „Rädelsführerin“, die Feindin des Sozialismus, und hatte U-Haft im Stasi-Gefängnis mit erkennungsdienstlicher Behandlung hinter sich. Sabine Bürger nutzte während der gesamten Zeit des Aufbaues des „Neuen Forums“ in Cottbus das Telefon des Ehepaares Fritsche, um in unserer Stadt und mit den Initiatoren des „Neuen Forums“ in Berlin die Aktivitäten zu koordinieren und zu organisieren. Sabine Bürger wohnte 1989 im selben Haus wie das Ehepaar Fritsche und besaß keinen Telefonanschluss. Danke für den Mut.

Das Tanzlehrerehepaar Erzsébet und Dieter Fritsche erhält für seine Verdienste um die Pflege des Gesellschaftstanzes als Quelle der Lebensfreude, für die Bereicherung des kulturellen Lebens in unserer Stadt sowie für die Vermittlung von sozialen Normen und Werten an Generationen junger Menschen die Ehrenmedaille der Stadt Cottbus.

(Foto 82: Autor M. K.-H. Heuer)
(Foto 83: Autor M. K.-H. Heuer)
(Foto 84: Autor M. K.-H. Heuer)
Verleihung der Ehrenmedaille im Musikzimmer des Branitzer Schlosses (Foto 85: Archiv der Tanzschule Fritsche)
(Foto 86: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Nach der Verleihung der Ehrenmedaille trug sich das Ehepaar Fritsche in das Goldene Buch der Stadt Cottbus ein.

(Foto 87: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Erzsébet & Dieter Fritsche tanzen am liebsten langsamen Walzer und Cha-Cha-Cha. Dieter Fritsche :

„Im Laufe unseres Lebens haben wir wohl eine Kleinstadt voller Tänzerinnen und Tänzer ausgebildet. 50 – 60.000 werden es wohl gewesen sein.“

10. Abschiedstanz einer Lausitzer Legende 

Der offizielle Termin für die Tanzschulstaffelstabübergabe-Party war der 11.07.2015. Herr Fritsche übergab im großen Saal der Tanzschule symbolisch den Staffelstab an eine nachfolgende jüngere Generation. Generationen lernten ihre ersten Schritte auf dem Parkett der traditionsreichen Tanzschule Fritsche und das Ehepaar Fritsche blickt zurück auf ein bewegtes Lebenswerk. Die Entwicklung von einer sogenannten „Koffertanzschule“[9] reicht hin bis zu einer mittelständischen Kulturinstitution.

Herr Fritsche bei seiner Abschiedsrede (Foto 88: Archiv der Tanzschule Fritsche)

Zukünftig soll die Tanzschule von der 33-jährigen Fachwirtin Karina Brand, die in dieser Tanzschule ihre Ausbildung absolvierte, unter dem Namen „Tanzschule Fritsche ADTV – Karina Brand“ weitergeführt werden. Sie selbst entdeckte bereits mit 4 Jahren ihre Tanzbesessenheit. In Forst leitet sie die „RAW Diamonds“ („Rohdiamanten“), die Glanzleistungen bei Ihren Tanzformationen abliefern. „Vom Kindes- bis Seniorenalter sind künftig Angebote geplant. Qualitativ hochwertiges Tanzen, verbunden mit verrückten, innovativen Ideen und Frauenpower, so soll es weitergehen“, schwärmt Karina Brand.

[9] Tanzunterricht jeden Tag in einem anderen Ort und in einem anderen Raum.

(Bild 89: Archiv der Tanzschule Fritsche)
Karina Brands Lieblingstanz: der ausgelassene Jive, hier mit Altmeister Dieter Fritsche. (Bilder 89 + 90: Archiv der Tanzschule Fritsche)

„Sehr geehrte Clubmitglieder, liebe Tanzschulfamilie

Seit nunmehr 88 Jahren ist die Tanzschule Dieter Fritsche -ADTV- die bekannteste Adresse in Sachen Gesellschaftstanz in Cottbus. Egal ob als Koffer-Tanzschule, oder als feste Institution in den Räumlichkeiten der Rudolf-Breitscheid-Str.11 haben Erzsébet und Dieter Fritsche immer mit Herz und Leidenschaft ihren Beruf als Tanzlehrer ausgeübt. Nach 42 Dienstjahren möchte Familie Fritsche zum 01.August 2015 ihr Lebenswerk in die Hände der langjährigen Mitarbeiterin Karina Brand und ihrem jungen Team geben. Somit ist garantiert, dass die Tanzschulphilosophie im Sinne der Tradition Tanzen in Cottbus bestehen bleibt. Die Tanzschule Fritsche soll weiterhin ein Treffpunkt für jung bis alt, für Familie und Freunde sein, und Qualität im Tanzunterricht und in der Ausbildung junger Menschen bieten. Das vielseitige Angebot, wie Paartanz für Jugendliche, Erwachsene und Senioren soll genauso wie Kindertanz, Videoclip-Dancing und Showtanz, Bodyfit-Dancing und Club Agilando unter einem Dach weiter geführt werden. Die regelmäßig stattfindenden Tanz- und Übungspartys, Mottopartys und auch Tanzschulreisen und Aufführungen sollen ebenfalls Bestandteil des Services bleiben. Die Tanzschule Fritsche -ADTV- wird sich in einem neuen Look und frischem Flair zeigen, welches die traditionelle Eleganz mit modernem Stil vereint. Es sind große Aufgaben, die auf das junge Team zukommen. Aber wer das Tanzen nicht als Beruf, sondern als Berufung sieht und diese Leidenschaft auch auf die Tanzschüler und -schülerinnen überträgt, wird die Arbeit als Nebensache sehen. Wir freuen uns mit Ihnen gemeinsam auf ein neues Kapitel der Traditions- Tanzschule Fritsche.“ Karina Brand

Der „TC ‘91“ führte zu diesem Anlass die Formation „Altberliner Tänze“ auf. Des Weiteren tanzten fürs Publikum Ronny Möbus und Kathleen Urbanski. Sie tanzen seit Ende 1999 zusammen und haben es in nur in nur drei Monaten von der B- in die A-Klasse geschafft. Weitere zweieinhalb Jahre später war die S-Klasse erreicht. Seit 2006 tanzen sie bei den Professionals und belegen derzeit Platz sechs in der deutschen Rangliste.

Außerdem zeigten Katja Brand & Martin Muschick ihr Können. Ihr erstes Turnier war in Deutschland – Berlin. Ihr bis jetzt bestes Ergebnis war der 1. Platz beim Turnier Amateur A Latin (Berlin Tournament in Deutschland – Berlin am Samstag, 5. Februar 2005).

Für die höfliche Unterstützung zu dieser Arbeit danke ich Herrn Dieter Fritsche, Frau Anke Stephan, Frau Karina Brand sowie Frau Susanne Pasera sehr herzlich. M. K.-H. Heuer, Cottbus 2015

11. Bilderquellen-Verzeichnis 
  • Alle Fotos aus dem Archiv der Tanzschule Fritsche wurden mit höflicher Genehmigung veröffentlicht.
  • Alle Fotos aus dem Archiv von Frau Susanne Pasera wurden mit höflicher Genehmigung veröffentlicht.
  • Alle Fotos aus dem Archiv von Frau Anke Stephan wurden mit höflicher Genehmigung veröffentlicht.
  • Alle Fotos von stephan-lausitz wurden mit höflicher Genehmigung veröffentlicht.