#cottbusereinblick

Vorbemerkung

#cottbusereinblick bietet einen vom Autor zusammengestellten Einblick in Orte der Stadt Cottbus.
Historische Bilder und Ansichtskarten dienten als Vorlage, um Wissenswertes aus vergangener Zeit kurz und kompakt zusammen zu tragen. Bilder und Eindrücke zur heutigen Zeit ergänzen den Einblick.
Weitere Bilder sind unter #cottbusereinblick auf www.instagram.com oder den persönlichen Account des Autors www.instagram.com/cbtom7500 zu sehen.


1. Spreeauenpark 2. Eilenburger Straße Ecke Dresdener Straße (heute Straße der Jugend) & ehemalige Molkerei
3. Cafe Engemann (Cafe Süd) Dresdener Straße, heute Straße der Jugend 4. Dresdener Straße (Südlichtspiele), heute Straße der Jugend
5. Hotel Kaiseradler, Bahnhofstraße 6. Altstadthotel „Am Theater“, Bahnhofstraße
7. Freimaurerloge in der Wilhelm-Külz-Straße 8. Spreewaldbahnhof
9. Energetische Reflexion, Hauptbahnhof, Vetschauer Straße 10. Biedermeierhaus in der Lieberoser Straße 7 
11. Wallstraße, heute Friedrich-Ebert-Straße 12. Neumarkt
13. Altes Stadthaus am Altmarkt 14. Neues Stadthaus, Erich-Kästner-Platz
15. Piccolo Theater, Erich-Kästner-Platz 16. Löwenapotheke (Apothekenmuseum) auf dem Altmarkt
17. Enke Fabrik & Brunnen 18. Tuchmacherbrunnen
19. Lindenpforte 20. Der Cottbuser Postkutscher
21. Ludwig-Leichardt-Denkmal am Oberkirchplatz 22. Klosterkirche
23. Von der Schloßkirche zur Synagoge 24. Baumkuchen Manufaktur in der Mühlenstraße
25. Wendische Museum in der Mühlenstraße 26. Blechen Schule, Kaiser-Friedrich-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) & Muskauer Platz
Quellennachweise Impressum

 


1. Spreeauenpark

Weiher im Spreeauenpark, Privatfoto. T. Glatzer

Cottbus hat eine lange Gartentradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren die Stadtväter mit Hilfe des Verschönerungsvereins bemüht, die Stadt durch das Anlegen von Parks, Alleen und Plätze zu begrünen. Eine erste gestaltete Platzanlage entstand im Jahr 1813 auf dem westlichen Ende des Luckauer Walls. Sie wurde 1886 erweitert und entwickelte sich im folgenden Jahrhundert zur heutigen Puschkinpromenade.
Eingereiht in diese Tradition hat sich der Spreeauenpark. Der angelegte Park wurde anlässlich der ersten Bundesgartenschau in den neuen Bundesländern 1995 eingeweiht. In Nachbarschaft der Pücklerschen Pyramiden wurde ein beeindruckendes Parkareal geschaffen, welches die Verbindung zwischen den innerstädtischen Grün und dem Landschaftspark Branitz darstellt. Gegliedert ist er in einen Apotheker- und Baumgarten, einen Rosengarten,

Platz zum Verweilen, Privatfoto: T. Glatzer

Rhododendronhain und einen Klanggarten, die sich alle um den 1,2 Hektar großen Parkweiher gruppieren. Durchzogen von vielen reizvollen Blickachsen und Ruhezonen ladet der Park zum Verweilen und zur Erholung ein. Einmalig in Europa entstand ein Tertiärwald, eine lebende Nachbildung eines Urwaldes der Braunkohlezeit vor etwa 10 Millionen Jahren mit einem fossilen Mammutbaumstubben, Kohlemoor und einer Findlingsallee.
Inmitten des Parkareals steht das größte Messe- und Tagungszentrum des Landes Brandenburg. Der Parkpavillon hat sich als Veranstaltungsbühne für Feste, Open-Air-Veranstaltungen und Feuerinszenierungen etabliert. Für Campingfreunde wurde an dem nahe gelegenen Tierpark ein Caravan-Standplatz angelegt. Weitere zuvor angelegte Parkanlagen der Stadt ist zum Beispiel der Goethepark. Er entstand im Jahr 1895 auf der Mühleninsel.

Der Eliaspark wurde durch eine Stiftung des Kommerzienrates Elias im Jahr 1902 angelegt. Der erste Spatenstich zum Volkspark, damals „Kaiser-Wilhelm-Auguste-Viktoria-Hain“, erfolgte im Jahr 1909. Der Park sollte als stadtnahes Walderholungsgebiet den Bürgern zur Entspannung dienen. Der Carl-Blechen-Park, am östlichen Ufer der Spree, direkt neben dem Goethepark, wurde 1930 zu Ehren des Landschaftsmalers gestaltet. Durch die Eingemeindung gehört der Branitzer Park seit 1934 ebenfalls zu Cottbus. Es folgten 1954 die Errichtung des Frühlingsgartens, 1956 die Gestaltung der Platzanlage Schillerplatz, die Gestaltung des Brunschwiegparks und des Käthe-Kollwitz-Parks im Jahr 1970. Die meisten Parks sind durch Wanderwege entlang der Spree miteinander verbunden und bilden einen grünen Erholungsbereich, der die ganze Stadt durchzieht.

Logo Betreiber des Spreeauenpark [2]
Offizielles Maskottchen der Bundesgartenschau 1995 in Cottbus [1]

2. Eilenburger Straße Ecke Dresdener Straße (heute Straße der Jugend) & ehemalige Molkerei

Häuserkomplex Eilenburger Straße / Ecke Dresdener Straße [1]
Aktuelle Ansicht 2020, Foto: T. Glatzer

Die Spremberger Vorstadt hat 1945 in den letzten Kriegstagen besonders gelitten. Heute sieht man es den Häusern in der Straße der Jugend, einst Dresdener Straße und Eilenburger Straße nicht mehr an, dass sie bei dem Luftangriff am 15. Februar 1945 komplett ausbrannten. Bei dem Angriff, der vornehmlich Bahnhof und Krankenhaus galt, wurde auch die Lutherkirche und Wohngebäude zwischen Thiem- und Dresdener Straße schwer getroffen. Die Wohnbebauung der Eilenburger Straße existiert deshalb meist aus Nachkriegszeiten und den 70er Jahren.

Alte Backsteingebäude der Cottbuser Molkerei [2]
Aktuelle Ansicht 2020, Foto: T. Glatzer
Geschäftshaus der ehemaligen Molkerei im Jahr 2020, Foto: T. Glatzer

Auffällig ist ein großes, längs zur Eilenburger Straße stehendes Geschäftshaus. Bereits seit 1929 steht das repräsentative Geschäfts- und Dienstleistungszentrum auf der Südseite der Straße. Der Gebäudekomplex wurde am 1. September 1930 als neue Molkerei eingeweiht, nachdem im Jahr 1929 ein Reichmilchgesetz strengere Hygienevorschriften bei der Milchverarbeitung verlangte und die im Jahr 1882 in der Bahnhofstraße/Ecke Berliner Straße auf dem heutigen Gelände des Posthofes erbaute Cottbuser Molkerei GmbH zu klein geworden war. 1974 wurde die Molkerei zugunsten des neuen Milchhofs an der Paul-Greifzu-Straße stillgelegt.


3. Cafe Engemann (Cafe Süd) Dresdener Straße, heute Straße der Jugend

Cafe Engemann [1]
Das schlichte Haus in der damaligen Dresdener Straße 115 wurde um 1878 für den Bäckermeister Clemens Erbrecht erbaut. Seinen Namen findet man nur noch in sehr alten Adressbüchern. Erst danach übernahm Konditormeister Hermann Engemann das Geschäft. Sein Bruder betrieb ein gleichnamiges Cafe in der Berliner Straße. Zu „Engemann“ gingen die Cottbuser auch noch, als längst ein anderer Betreiber (Gerhard Chemnitz) den Namen „Cafe Süd“ nutzte.
Cafe Engemann – Kaffeegarten (Ansichtskarte aus der Zwischenkriegszeit 1918-1939) [2]
Cafe Süd – Vorderer Teil vor dem Abriss 2009 [3]

Das Cafe Süd war ein beliebtes Tanz- und Gartenlokal mit Live-Musik und Barbetrieb mit wechselhaftem Ruf. Im Cafe gab es auch einen kleinen Imbiss mit Konditoreiwaren und Straßenverkauf. Mit dem Cafe verliert Cottbus ein Stück Nostalgie durch Zerfall und Abriss.

Cafe Süd 2020. Die Ruine des hinteren Areals, Foto: T. Glatzer

4. Dresdener Straße (Südlichtspiele), heute Straße der Jugend

Dresdener Straße zwischen Görlitzer Straße und Großenhainer Straße. [1]
Südlichtspiele in der Straße der Jugend 81-82 vor dem Abriss [2]

Adolf Langenberg eröffnete in der Dresdener Straße 138 im Jahr 1930 einen Gasthof mit Ballsaal und Konzertgarten. Später wurde es zu Filmvorführungen genutzt und als Südlichtspiele stadtbekannt. Nach der Wende, zunehmend den Verfall preisgegeben, lief am 17. September 1997 der letzte Film. Das Kino mit seinen Nebengebäuden wurde 2015 abgerissen und durch ein modernes Wohnhaus ersetzt.

Straße der Jugend zwischen Görlitzer Straße und Stadtring. Die Großenhainer Straße existiert heute nicht mehr.

5. Hotel „Kaiseradler“, Bahnhofstraße

Hotel Kaiseradler Bahnhofstraße – Ecke Lausitzer Straße [1]

Mit der fortschreitenden Industrialisierung, dem Anschluss der Eisenbahn und den entstehenden Tuchfabriken, kamen viele Reisende und Geschäftsleute nach Cottbus. Mit dem Ausbau der Bahnhofsstraße entstand auch ein neuer Hotelkomplex, der Kaiseradler, welches am 1. April 1893 eingeweiht wurde. 1948 wurde aus der Lausitzer Straße die Wilhelm-Külz-Straße 1993 und aus dem östlichen Teil der Wilhelm-Külz-Straße die Adolph-Kolping-Straße. [2]

Bahnhofstraße – Ecke Adolph-Kolping-Straße, heute Wohn.- und Geschäftshaus, Foto: T. Glatzer

6. Altstadthotel „Am Theater“, Bahnhofstraße

Hotel Geißler „Zum Schwan Bahnhofstraße“ – Ecke Kaiser-Friedrich-Straße (1927) [1]

Als Hotel 1897/1898 erbaut wird es noch heute so genutzt. Der erste Eigentümer, Gastwirt Paul Lehming nannte seine Gaststätte „Zum Schwan“. Im Laufe der Zeit wechselte die Bewirtschaftung oft, bis Heinrich Geißler das Hotel übernahm. Bis nach dem Krieg blieb es in Familienbesitz. 1949 übernahm unter gleichen Namen die Handelsorganisation Hotel und Gaststätten das Haus. Ende der 1970er Jahre eröffnete die beliebte Gaststätte „Lausitzer Broiler“ mit Straßenverkauf im Erdgeschoss. Heute trägt es den Namen Altstadthotel „Am Theater“. [2]

Aktuelles Foto, T. Glatzer

7. Freimaurerloge, Wilhelm-Külz-Straße

Neue Freimaurerloge in der Lausitzer Straße 11 [1]
Siegel der Loge nach 1993 [2]

Am 28.01. 1997 stifteten sieben Cottbuser Persönlichkeiten die St. Johannis-Loge „Zum Brunnen in der Wüste“. Das erste Logenhaus lag in der Kleinen Gartenstraße, später Logenstraße dann Jägerstraße und in der DDR zur Karl-Marx-Straße umbenannt. Anlässlich des hundertjährigen Bestehens beschloss man 1897 ein neues Gebäude zu errichten. Die Weihe erfolgte 1908 an der Lausitzer Straße 11, heute Wilhelm-Külz-Straße 11.
Das Siegel der Loge zeigt einen hölzernen, wendischen Blockbrunnen mit dem freimaurischen Winkel und Zirkel auf musivischen Boden.
Das Logenhaus wurde verkauft, da es sich als viel zu groß und im Laufe der Zeit marode erwies. Ein Investor ließ es 2011 sanieren und zu Wohnungen umbauen.

Foto aktuell, T. Glatzer

8. Spreewaldbahnhof

Spreewaldbahnhof auf einer Postkarte um 1900, an der Wilhelm-Külz-Straße [1]
Spreewaldbahn – Streckenübersicht [2]

Der Spreewald ist um 1900 ein eher rückständiges Landschaftsgebiet. Erst der Bau der Spreewaldbahn verbindet den Spreewald mit dem Umland. Die Erschließung des Personen- und Güterverkehrs beginnt 1895. Aus Kostengründen wurde nur eine Schmalspurbahn mit 1 m Spurbreite gebaut. Die Wirtschaftlichkeit der Bahn stand immer wieder auf dem Prüfstand. Der Güterverkehr wurde schrittweise bis 1968 eingestellt. Ein Reststück Cottbus Spreewaldbahnhof – Cottbus Flugplatz blieb noch bis 1983 erhalten um Kerosin in Kesselwagen zum Flugplatz zu bringen. Am 3. Januar 1970 fuhr der letzte Personenzug von Cottbus nach Straupitz.

Spreewaldbahnhof Front.- und Rückansicht an der Wilhelm-Külz-Straße, Fotos: T. Glatzer

9. Energetische Reflexion, Bahnhof, Vetschauer Straße

Energetische Reflexion am Hauptbahnhof, Fotos: T. Glatzer

Die Stele „Energetische Reflexion“ wurde von Manfred Vollmert und Heinz Garzella, zwei Künstler aus der Region gemeinsam entworfen. Seit Mitte der 80er Jahre steht sie auf dem Vorplatz des Cottbuser Hauptbahnhofes.
Die Stele besteht aus einem glänzenden Edelstahl-Hohlspiegel, in dessen Mitte ein mächtiges Stück uralter Mooreiche platziert wurde. Die Eiche ist 7.000 Jahre alt und stammt aus einem Kohleflöz bei Leipzig. Die Künstler wollen damit die Elementarkräfte der Erde in Beziehung zu den Errungenschaften der modernen Zeit setzen.
Das alte Holz entzündete sich mehrfach durch zu starke Sonneneinstrahlung im Hohlspiegel. Die Feuerwehr musste löschen, bis das tertiäre Holz mit einen unbrennbaren Überzug präpariert wurde.


10. Lieberoser Straße

Biedermeierhaus in der Lieberoser Straße 6 [1]

Im Jahr 1827 erwarb der Rittergutbesitzer und Kaufmann Johann Friedrich Samuel Müller das Biedermeierhaus mit Brunschwiger Parkanlage in der damaligen Lieberoser Straße 6 (heute Nr. 7). Es zählte noch zu den Vorstadthäusern. Im hinteren Teil des Areals befand sich eine größere Gartenanlage, von der durch den Bau der Lessingstraße nur noch ein Viertel übrig ist.

Biedermeierhaus in der Lieberoser Straße 7. Aktuelles Foto: T. Glatzer

Weitere Besitzer waren 1876 der Kaufmann und Leinwarenhändler Carl Müller, 1896 der Tuchfabrikant Oswald Duch und Mitte der 1920er-Jahre der Tuchfabrikant Gustav Krüger. Danach Max Kunert, Mitinhaber von „Butter Kunert“, später Kunella Feinkost GmbH sowie bis 1945 der Isoliermittelfabrikant Lothar Fuchs.
Von 1950 bis 1970 wurde das Gebäude als Schulhort für die Schüler der Carl-Blechen-Schule genutzt. Es folgte eine Nutzung als Haus der „Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft“ und kurzzeitig als Standesamt.
1991 erhielten die 1950 enteigneten Eigentümer dieses Anwesen zurück. Bis 1997 wurde das Haus umfangreich saniert. Heute ist die Lieberoser Straße 7 Firmensitz eines Finanzdienstleisters.


11. Wallstraße, heute Friedrich-Ebert-Straße

Wallstraße in den 1920er Jahren [1]

Als die Cottbuser Altstadt von einen schützenden Wall umgeben war, hieß die heutige Friedrich-Ebert-Straße noch Wallstraße. Friedrich Ebert, der erste deutsche Reichspräsident verstarb am 28. Februar 1925. Ihm zu Ehren erhielt die Wallstraße seinen Namen. 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Regierung in Deutschland. Die Straße wurde wieder zur Wallstraße. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie abermals und bis heute in Friedrich-Ebert-Straße unbenannt. [1]

Friedrich-Ebert-Straße im Jahr 2019, Foto 2019: T. Glatzer

12. Neumarkt

Blick vom Neumarkt in die Berliner Straße und Mönchsgasse um 1910 [1]

Die alte Ansichtskarte um 1910 zeigt den Blick vom Neumarkt auf die heutige Berliner Straße 159 (hinten links im Bild). Das Haus mit der damaligen Nummer 128 gehörte der Familie Kuhn. Wilhelm Kuhn, der als Fleischermeister schon 1874 in dem Haus tätig war, betrieb dort sein Geschäft. Trotz wechselnder Besitzer, hielt sich der Name „Fleischerei Kuhn“ noch bis in die 1950er Jahre. Das Haus rechts gehörte zur Mönchsgasse 1 und ließ der Tuchhändler Gottlieb Mann 1804 bis 1806 errichten. Es zählte zu den baugeschichtlich wertvollsten Häusern der Stadt. Heute steht für die beiden Häuser ein 1993 errichteter Kopie-Bau, den restaurierten und rekonstruierten Schmuckelementen des Originals zieren.
Die linke Häuserreihe wurde wegen des Baus des neuen Rathauses ab 1934 abgerissen. Das rechte große Eckhaus ist erhalten geblieben. Es war um 1897 errichtet worden. Die Kürschnermeisterfamilien Hawlitzky und Kossack waren in diesem Haus tätig. [2]

Neumarkt im Jahr 2020, Foto: T. Glatzer

13. Altes Stadthaus am Altmarkt

Altes Foto Stadthaus [1]

Das Haus am Altmarkt 21 wurde 1156 erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten vielfach Besitzer als auch die Nutzungen. Bekannt ist, dass auf diesem Haus seit alten Zeiten die Brau- und Brenngerechtigkeit und die Gastwirtschaftsgerechtigkeit ruhen. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1671 wurde das Haus vermutlich als Fachwerkbau neu errichtet. Bis 1761 konnten vier Bürgermeister der Stadt das Haus ihr Eigen nennen. 1822, noch weit vor dem Bau des Theaters am Schillerplatz, fanden hier schon Theatervorstellungen statt. Am 9. September 1908 kaufte die Stadtgemeinde Cottbus das Haus, welches zu dieser Zeit als Hotel „Goldener Ring“ bekannt war. Von größeren Beschädigungen des 2. Weltkrieges verschont, diente es nach 1945 dem Rat der Stadt. 1996 zum Stadthaus umgebaut, tagten hier bis Ende 2012 die Stadtverordneten. Im ansässigen Standesamt wurden 5.000 Eheschließungen vollzogen. Im November 2013 erhielt es den Namen „Altes Stadthaus“. [2]

Altes Stadthaus am Altmarkt 21, Foto aktuell: T. Glatzer

14. Neues Stadthaus, Erich-Kästner-Platz

Das neue Stadthaus am Erich Kästner Platz 1, Fotos aktuell: T. Glatzer
Krebs vor dem Stadthaus

Das Grundstück auf dem heutigen Erich Kästner Platz 1 und dem Gebäude des Stadthauses Cottbus in der damaligen Bahnhofstraße 5 erwarb 1913 die evangelische Ober- und Klosterkirchengemeinde.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges überschattete 1914 die Einweihung. Das Gebäude, ursprünglich als Haus für gemeindliche Festlichkeiten, kulturelle und sportliche Veranstaltungen errichtet, wurde sofort nach der Fertigstellung als Reservelazarett zur Verfügung gestellt.
Die Zeit der Weimarer Republik konnte die evangelische Oberkirchengemeinde nutzen, mit ihren Vereinen Kultur und Bildung zu ermöglichen, aber auch soziales Engagement zu unterstützen.
Auch im 2. Weltkrieg diente das Gebäude als Lazarett. Nach dem verheerenden Bombenangriff auf die Stadt Cottbus am 15. Februar 1945, bei dem auch große Teile des Krankenhauses beschädigt wurden, richtete man hier eine chirurgische Abteilung ein. Nach dem Krieg wurde es als Krankenhaus weiter genutzt.
Von 1949 bis 1957 wurde ein Haftkrankenhaus eingerichtet. Ab 1958 nutzte die Cottbuser Polizei den Gebäudekomplex.

Bahnhofstraße 5 um 1950 [1]

Der 1963 gegründete SC Cottbus zog im selbigen Jahr ein. Boxer, Leichtathleten und Radsportler wohnten und trainierten im Haus. Zwischen 1979 und 1990 erlebten viele Cottbuser das Haus als Station Junger Naturforscher und Techniker. Nach 1991 präsentierte für etwa vier Jahre das damalige Museum der Natur und Umwelt hier seine Sammlungen. In den folgenden Jahren stand das Gebäude leer.
1998 wurde es durch eine private Investorengemeinschaft erworben mit dem Ziel, Büros und eine Erlebnisgastronomie zu etablieren. Die Sanierung begann, konnte aber aufgrund der Insolvenz des Eigentümers nicht beendet werden. 2008 entschied sich die Stadt, das Gebäude zu erwerben und als Stadthaus zu nutzen. Sie zog somit vom alten Stadthaus am Altmarkt 21 zum neuen Stadthaus auf den Erich Kästner Platz 1.
Der Krebs im Cottbuser Stadtwappen ziert auch den Platz vor dem Stadthaus. Er steht durch seinen Panzer und seine Scheren als Symbol für Schutz und Wehrhaftigkeit. Aufgestellt wurde er 2012 und steht damit auch symbolisch für das neue Stadthaus, in dem die städtische Politik ihr Zentrum hat.


15. Kinder- und Jugendtheater Piccolo, Erich Kästner Platz

Gesamtansicht, Foto: T. Glatzer

Das Piccolo Theater ist ein professionelles Theater für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Es führt die Sparten Kinder- und Jugendtheater, Puppen- und Figurenspiel, Tanz- und Theaterpädagogik.
Das Anliegen des Theaters ist es, ein Theater der Sinne zu gestalten, das sich mit den elementaren Dingen des Lebens beschäftigt. Hier werden Gefühle, Träume und Wünsche, aber auch Probleme, Widersprüche und Fragen auf die Bühne gebracht, die besonders Kinder, Jugendliche und ihre Familien bewegen. Mit den Mitteln der Kunst werden Theatererlebnisse geschaffen, aus denen die Zuschauer Ideen und Anregungen für ihr eigenes Leben mitnehmen können.
Es wurde 1991 gegründet und wird von der Stadt Cottbus und dem Land Brandenburg unterstützt. Seit 1997 ist es ein Privattheater. Das Theater bietet für alle genannten Altersgruppen Inszenierungen, sowohl im Theaterhaus, als auch als Gastspiel zur Buchung an. Darüber hinaus können kleine und größere Zuschauer auch in den Tanz- Theatergruppen selbst aktiv werden oder speziell auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Projekte und Workshops der Theaterpädagogik erleben.

Eingangsbereich des Piccolo Theaters, Foto: T. Glatzer

Ende Februar 2011 wurde der Neubau des Piccolo Theaterhauses am Erich Kästner Platz feierlich eröffnet. Zuvor befand sich das Theater im sogenannten Töpferturm in der Klosterstraße 20. Im neuen Haus fusionieren die Bereiche Schauspiel, Theater- und Tanzpädagogik, sowie das Angebot der ehemaligen „Puppenbühne Regenbogen“. Erstmals gibt es diese Angebote für Kinder und Jugendliche in einem Haus. Das Piccolo Theater ist in Cottbus und im Land Brandenburg das wohl bedeutendste und anerkannteste Kinder- und Jugendtheater.


16. Löwenapotheke (Apothekenmuseum), Altmarkt

Löwenapotheke um 1900 [1]
Löwenapotheke im Frühjahr 2020, Foto: T. Glatzer

In der 400 Jahre alten Löwen-Apotheke am Altmarkt 24 befindet sich das einzige Apothekenmuseum des Landes Brandenburg. Es zeigt komplette Apothekeneinrichtungen aus der Zeit um 1830 bis hin zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Mitte des 16. Jahrhundert ist Johann von Küstrin Markgraf von Brandenburg. Er gibt dem Stadtarzt Dr. Peter Hosemann das Privileg für eine Apotheke in Cottbus. Hosemann lässt sich am Altmarkt ein Haus bauen und eröffnet 1573 die Löwen-Apotheke. Sie besteht in diesem Haus bis 1984. Von der Gründung der Apotheke bis zu ihrer Verstaatlichung im Jahre 1951 haben die Besitzer neunzehnmal gewechselt.
1980 wurde das gesamte Bauensemble am Cottbuser Markt unter Denkmalschutz gestellt. Man entschied sich 1982 ein Museum in dem Gebäude zu errichten.

Ausstellungsräume im Apothekenmuseum, Fotos: T. Glatzer

Von 1984 bis 1989 umgebaut, öffnete am 1. Juni 1989 das „Niederlausitzer Apothekenmuseum“ seine Pforten. Der Name „Niederlausitzer“ bezog sich auf die regionale Bedeutung, da alle Exponate aus den Apotheken der Niederlausitz stammten. Die Sammlung und das Einzugsgebiet weiteten sich im Laufe der Jahre derart aus, dass eine Umbenennung zum „Brandenburgischen Apothekenmuseum“ im Mai 2002 erfolgte.


17. Enke Fabrik & Brunnen

Enke Fabrik an der Briesmannstraße im Jahr 2019, Foto: T. Glatzer

Eingerahmt vom Ostrower Platz und der Briesmannstraße repräsentiert der viergeschossige Bau eine bedeutende Epoche der Cottbuser Stadtgeschichte.
1890 baute der Maschinenfabrikant Victor Sterz hier sein erstes Fabrik- und Verwaltungsgebäude. Im Jahr 1900 erwarb Otto Enke die Immobilie und gründete eine Geschäftsbücherfabrik mit Großbuchbinderei und Druckerei. Innerhalb weniger Jahre wächst das Unternehmen so stark an, dass der Platz für die Maschinen nicht mehr reichte. An der Südseite wurde die Fabrik 1908 durch ein Eckgebäude, welches bis zum Ostrower Platz reichte erweitert. Enke erwirbt 1919 das nördlich angrenzende Gelände des Tuchfabrikanten Robert Förster, welches er 1922/23 bebauen und nur ein Jahr später erweitern ließ. Grund für die Erweiterung ist die Lausitzer Landeszeitung, welche seit 1920 ihren Sitz in Teilen der Enke Fabrik hat und von der Firma Otto Enke verlegt und gedruckt wird.

Enke Brunnen am damaligen Königsplatz [1]

Kunden des Unternehmens sind inzwischen die Buchhandlungen fast aller deutschen Großfirmen, Banken und Konzerne. Die Aufträge reichen bis ins Ausland, insbesondere nach Afrika, Kleinasien und Südamerika. Das Wahrzeichen der Enke Erzeugnisse, ein Glück und Gewinn verheißendes vierblättriges Kleeblatt. Es steht für die Preiswürdigkeit und Güte der Produkte des Unternehmens.

Enke Brunnen am Rudolf-Breitscheid-Platz, Foto: T. Glatzer

Im 2. Weltkrieg konnte der Betrieb problemlos weiter geführt werden. Da alle Arbeitsschritte von Maschinen durchgeführt werden konnte der Arbeitskräfteverlust kompensiert werden.
Nach dem Krieg führt Otto Enke das Unternehmen mit seinem Sohn Kurt bis zu seinem Tod am 3. August 1945 weiter. Es erfolgte eine Demontage der Ausstattung der Geschäftsbücherfabrik im Rahmen der Reparationsleistungen.
In der DDR wird die Enke Fabrik vom VEB Starkstrom-Anlagenbau Cottbus genutzt. Seit 1990 nutzt keiner der wechselnden Besitzer das Potenzial dieses individuellen Baus und das Gebäude verfällt allmählich. 2010 bildet sich die Eigentümerstandortgemeinschaft Ostrow (ESG). Neue Verwendungskonzepte werden erstellt. Es wird die denkmalgerechte Sanierung beschlossen. 2016 wurden bereits erste Wohnungen im Komplex von einen Privatinvestor fertiggestellt. 2017 wird der Ausbau der ehemaligen Fabrik weitergeführt. Enke nimmt wegen seiner Schaffenskraft einen Ehrenplatz in der Geschichte von Cottbus ein.

Der 1929 eingeweihte Brunnen hat seinen Namen nach dem Stifter, dem Cottbuser Verleger und Druckereibesitzer Otto Enke. Der Brunnen befindet sich auf dem Rudolf-Breitscheid-Platz, der damals noch Königsplatz hieß.
Entworfen wurde der Brunnen von dem Berliner Architekten Eugen Schmohl (1880-1929), die Bronzefiguren schuf der Bildhauer Wilhelm Gerstel (1879-1963). Es gibt noch so einen identischen Brunnen im Rosengarten in Bochum, wie vor ein paar Jahren in Cottbus bekannt wurde. Die Plattform in der Brunnenschale trägt an den Ecken vier Köpfe, jeweils abwechselnd männliche und weibliche. Darüber halten vier kleine Delphine mit ihren Schwänzen eine Steinkugel, auf der eine anmutige Frauenfigur zu tanzen scheint.


18. Tuchmacherbrunnen

Der Tuchmacherbrunnen ist denkmalgeschützt und befindet sich an der Sandower Straße beim Gerichtsberg. Er wurde zwischen 1937 und 1938 von dem Hamburger Bildhauer Richard Kuöhl aus Sandstein und Bronze geschaffen. Kuöhl hatte bereits am Neuen Rathaus mit seinen Arbeiten überzeugt.
Das Tuchmacherhandwerk hat in Cottbus und in der Lausitz eine bis ins Mittelalter reichende Tradition. Später entwickelte sich die Stadt zu einem führenden Zentrum der Textilindustrie. Der Begriff „Präsent 20“ war in der DDR ein Markenzeichen des VEB Textilkombinates Cottbus.

Tuchmacherbrunnen 1972 [1]
Ring aus Bronze mit Szenen der Tuchherstellung, Fotos: T. Glatzer

Der Brunnen besteht aus einer großen Sandsteinschale, an deren Außenrand sich ein umlaufendes Band mit dem Spruch „Ein ehrsam Handwerk wird geehrt, dass gute Tuche wirkt und schert“ befindet.
Aus der Schale erhebt sich eine Sandsteinsäule, verziert mit Blumen, Blättern, Trauben, Ähren und Vögeln. Als Abschluss trägt die Säule einen aus Bronze gefertigten Ring, der die Tuchherstellung in mehreren Bildern darstellt. Die Entwicklung der Tuchherstellung vom Schäfer mit seinen Tieren und dem Handspinnrad bis zum modernen Webstuhl und den verkaufsfertigen Tuchballen.


19. Lindenpforte

Blick durch die Lindenpforte zur Marktstraße auf einer alten Ansichtskarte [1]
Blick durch die Lindenpforte zur Marktstraße Anfang 2020, Foto: T. Glatzer

Die Cottbuser Stadtmauer wurde vermutlich im 13. Jahrhundert, spätestens Anfang des 14. Jahrhunderts aus Stein erbaut. Sie ersetzte damit frühere Schutzanlagen mit Graben, Wall und Palisadenwand. Der fünf bis sechs Meter hohe Bau schützte die aufstrebende Kommune, hielt die Stadt zusammen und bildete die Zollgrenze. Der Münzturm und der Spremberger Turm begrenzen den 1200 Meter langen Teil der alten Wehranlage. Cottbus gehört deutschlandweit zu den wenigen Städten, die noch über derart ausgedehnte Teile der alten Stadtmauer verfügen.

Münzturm (Foto links) und Spremberger Turm (Foto rechts) begrenzten die Stadtmauer, Fotos: T. Glatzer

Mitte des 15. Jahrhunderts verliert die Stadt immer mehr ihre strategische Bedeutung. So weilt im Mai 1544 Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin auf dem Cottbuser Schloss. Auf dessen Befehl wurde schweres Geschütz an die neu erbaute Festung Küstrin und Peitz abgegeben. Im Dreißigjährigen Krieg war Cottbus damit leichte Beute für die durchziehenden Truppen fast aller Kriegsparteien. Die Stadt wird regelmäßig eingenommen, ist kaum zu verteidigen was zu enormen Zerstörungen, Plünderungen und Menschenverlusten führte.
Im frühen 18. Jahrhundert führen die Ansiedlung der Hugenotten und die Seidenproduktion zu einer neuen Nutzung der Wallanlagen. 1718 wurden dort die ersten 1.200 Maulbeerbäume für die Seidenproduktion gepflanzt. Der Erfolg blieb aber aus. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Produktion eingestellt.
1726 begann die planmäßige Anlage der Neustadt, der ersten Erweiterung von Cottbus außerhalb der Stadt. Für die Bürger der Neustadt wurde das Neustädter Tor 1733 in die Stadtmauer gebrochen. Das Sandower Tor mit dem zugehörigen Turm wird 1823 abgerissen.
1831/1832 wurde das Klostertor angelegt. Die nördliche Stadtmauer besaß einst keine Tore. Das Luckauer Tor wurde 1843 abgerissen. Es war baufällig und für die großen Frachtwagen zu klein geworden. Im Zuge der Industrialisierung geht die Stadtmauer im 19. Jahrhundert beinah vollständig verloren.
Das enorme Ansteigen der Stadtbevölkerung führt zu einem steten Bedarf an Wohnräumen und industriell nutzbaren Flächen. In diesem Zeitraum musste auch das Spremberger Tor und die benachbarte Bastei 1878/79 der Stadtentwicklung weichen.
Ein verbliebenes Tor ist die Lindenpforte. Benannt nach dem naheliegenden damaligen Baumbestand. Um schneller von der Altstadt den Markt in der Neustadt erreichen zu können, durchbrach man im Jahre 1879 den alten Mauerturm in der Mauerstraße. Das Tor stellte auch einen schnelleren Weg zur Synagoge dar. Aus diesem Grund wird sie auch als Judenpforte oder Judentor bezeichnet.

Stadtmauer mit Lindenpforte, Foto: T. Glatzer

Die Stadtmauer wird in den Jahren 1937/38 zu großen Teilen rekonstruiert und wieder aufgebaut. Um 1950 erfolgte als letzter Schritt die Beseitigung des Spremberger Walls. In der Folgezeit wurde die Bedeutung des Bauwerkes für die Stadtgeschichte und das Stadtbild erkannt. Die Mauer wurde unter Denkmalschutz gestellt und an verschiedenen Stellen restauriert und gesichert.
Die Bedeutung der Stadtmauer spiegelt sich auch im Stadtwappen wieder. Dort wird die Mauer mit zwei Türmen und geschlossenen Tor auf silbernen Grund gezeigt. Über den Tor prangt das Wappenschild der Herren von Cottbus, ein roter Krebs.


20. Cottbuser Postkutscher

Das Denkmal des Cottbuser Postkutschers an der Lindenpforte wurde der Stadt Cottbus 2005 als Geschenk von dem Turmverein Cottbus übergeben. Die Plastik wurde von dem Künstler Christian Uhlig aus Angermünde gestaltet.

Der Cottbuser Postkutscher an der Stadtmauer neben der Lindenpforte, Foto: T. Glatzer

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Cottbuser Postkutscher von Werbeleuten als Werbemittel ins Leben gerufen und ziert seitdem gemeinsam mit dem Zungenbrecher „Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten“ zahlreiche Ansichtskarten.

Ansichtskarte aus den 1920er Jahren [1]

Bereits 1692 war Cottbus durch eine Reit- und Fahrpostverbindung mit der kurfürstlichen Residenzstadt Berlin/Cölln verbunden. In selbige Zeit lässt sich das Ritual des „Postkutsche-Putzens“ zurückverfolgen. Die damalige Postordnung schrieb den Postillonen vor, dass sie mit sauberen Kutschen vor dem Posthaus vorzufahren hatten. In der gleichen Zeit führte die Sächsische Post auf ihrem Weg von Dresden nach Warschau über Cottbus. In der Blütezeit der Postkutschen um 1850, wurden von Cottbus aus täglich 14 Poststrecken von 14 Postillionen befahren.
Am 29. Februar 1872 fuhr die letzte Fahrpost nach Forst, die Eisenbahn hatte die Postkutsche abgelöst.

Fotos: T. Glatzer

Das Denkmal „Der Cottbuser Postkutscher“ in der Mauerstraße/Lindenpforte erinnert an diese Zeit. Am 22.04.2006 zur Einweihung säumten ca. 1.000 Menschen den Platz, um einem Symbol der Stadt die Ehre zu erweisen. Mit dem Postkutscher werden viele Veranstaltungen und Stadtführungen angeboten.


21. Ludwig-Leichhardt-Denkmal

Nach einjähriger Bauzeit wurde im Juni 2019 der Oberkirchplatz wieder freigegeben. Im Herzen der Stadt ist ein attraktiver Raum geschaffen worden, der zum Verweilen einlädt. Die Anfänge der Erneuerung wurden bereits vor der Bundesgartenschau 1995 gemacht. Damals wurden die Parkplätze und die Wege rund um die Nikolaikirche neu gestaltet. 2018/2019 wurde der Platz mit ebenen Kleinpflastersteinen aus Granit neu gestaltet, die im Fischgrätenmuster verlegt wurden. Neue Baumpflanzungen und Sitzgelegenheiten entstanden.

Oberkirchplatz mit altem Gymnasium um 1910 [1]
Oberkirchplatz 2020, Foto: T. Glatzer
Foto: T. Glatzer

Zu Ehren Ludwig Leichhardts wurde auf dem Oberkirchplatz am Standort der alten Lateinschule zudem das neue Leichhardt Denkmal enthüllt. Der Bronzeguss wurde auf Initiative des Nuturwissenschaftlichen Vereins der Niederlausitz angefertigt.
In Australien kennt jeder den Namen des großen deutschen Australienforschers Ludwig Leichhardt. Geographische Objekte, Tiere, Pflanzen, sogar ein Stadtteil Sydneys sind ihm zu Ehren benannt worden.
In seiner deutschen Heimat ist der Entdecker, der 35-jährig im Innern des fünften Kontinents verschollen ist, eher weniger bekannt. Er unternahm drei Expeditionen. Die erste von 1844 bis 1845. Seine zweite Expedition von 1846 bis 1847 scheiterte nach fünf Monaten. Als er diese 1848 wiederholen wollte, blieb er und seine Expeditionsmannschaft im Outback verschollen.

Gedenktafel Ludwig-Leichardt-Allee, Foto: T. Glatzer

Leichhardt wurde am 23. Oktober 1813 in Sabrodt am Schwielochsee geboren. Nach der Schulzeit, dem Besuch des Cottbuser Gymnasium und dem Studium an den Universitäten in Berlin und Göttingen nahm er an ersten wissenschaftlichen Exkursionen in Europa teil. Im Herbst 1841 wanderte er schließlich nach Australien aus, wo er sich der Erforschung der Fauna, Flora und Geologie des damals noch weitgehend unbekannten Kontinents widmete.

Neben dem Leichhardt Denkmal auf dem Oberkirchplatz erinnert auch das Ludwig-Leichardt-Gymnasium in der Hallenser Straße an den Australienforscher. Die weiterführende Schule bietet Schüleraustauschprogramme mit Schulen in Japan, Kanada und auch Australien an. Ebenso erinnert die Ludwig-Leichardt-Allee. Sie führt östlich der Spree gelegen vom Carl-Blechen-Park durch den Eliaspark direkt zum Messezentrum im Spreeauenpark.


22. Klosterkirche

Klosterkirche um 1966 [1]
Klosterkirche 2020, Foto: T. Glatzer

Die Klosterkirche, auch „Wendische Kirche“ genannt, legt Zeugniss vom Wirken der Franziskanermönche in der Stadt Cottbus ab. Sie ist der älteste erhaltene Sakralbau der Stadt und der Rest eines ehemaligen Franziskanerklosters aus dem 13./14. Jahrhundert. Das zeigt sich besonders in dem gotischen Innengewölbe der Kirche. Zu dem Klosterbau gehört die Klosterkirche, welche zum damaligen Zeitpunkt bedeutend kleiner war.
Es war vermutlich Richard von Cottbus, der Sohn des Stadtgründers Fredehelm von Cottbus, der das Kloster gründete. Zum Kloster gehörte zu dieser Zeit ein großer Grundbesitz, darunter die Dörfer Sandow, Brunschwig, Schmellwitz, Ostrow und Teile Döbbricks. In der Klosterkirche befindet sich ein sehr wichtiges historisches Denkmal: Eine Grabplatte, auf der Fredehelm und seine Frau Adelheid sowie das Cottbuser Stadtwappen, der Krebs abgebildet sind.
Mit der fortschreitenden Reformation wird das Kloster im Jahr 1537 aufgelöst. Im Zuge dessen wird die Kirche zur evangelischen Pfarrkirche, welche besonders als Gotteshaus von den umliegenden Dorfgemeinden genutzt werden soll. Da dort die gängige Sprache wendisch ist, werden die Predigten in der Klosterkirche auf wendisch abgehalten. So taucht bereits im Jahr 1529 das erste Mal die Bezeichnung „Wendische Kirche“ auf.
Nachdem die Kirche im Anschluss der Auflösung des Klosters 1537 als evangelische Pfarrkirche genutzt wird, erfährt sie aufgrund der stetig wachsenden Kirchengemeinde ständige Erweiterungen. Jedoch wird sie auch Opfer der zwei großen Stadtbrände 1600 und 1671. Die Kirche war so stark beschädigt, dass sie erst um 1700 notdürftig repariert werden konnte. Der komplette Wiederaufbau inklusive einiger Renovierungen zieht sich letztlich bis 1908.
Vollständig aus Holz gearbeitet ist die reich verzierte Kanzel aus der Zeit um 1720, das sich daneben befindliche Kruzifix aus der Zeit um 1310 und der mächtige Altar aus dem 18. Jahrhundert. Vor dem Altar befindet sich ein Taufstein aus dem 15. Jahrhundert. Auch dieser ist reich verziert, obwohl er komplett aus Stein ist.

Heute ist vom Kloster nicht mehr viel erhalten. Mitte des 19. Jahrhundert wurden die Klosterbauten abgerissen. Gewölbegänge- und Keller sowie Mauerteile sind die letzten Zeugen der alten Anlage. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Klosterkirche weitgehend unbeschadet. 2005 erfolgte die letzte umfassende Sanierung und Restaurierung.
Seit dem 1. Oktober 1989 gibt es die neue Evangelische Klosterkirchengemeinde Cottbus. Unter dem alten Namen haben sich vier ehemals selbstständige Cottbuser Kirchengemeinden zu einer größeren Einheit zusammengeschlossen, der jetzt etwas mehr als 5000 Gemeindeglieder angehören.
Die Klosterkirche befindet sich im Nordwesten der Altstadt zwischen Kloster- und Münzstraße im Wendischen Viertel am Klosterplatz 1.


23. Von der Schloßkirche zur Synagoge

Die Schlosskirche, bei der es sich ursprünglich um eine Katharinenkirche aus dem Jahr 1419 handelt, liegt im Herzen der Stadt Cottbus. Sie liegt unweit vom Altmarkt und Oberkirche in der Spremberger Straße. Das Gotteshaus wurde von hugenottischen Glaubensflüchtlingen errichtet und 1714 eingeweiht. Bereits 1419 befand sich an gleicher Stelle die Katharinenkapelle, die von einem kleinen Friedhof umgeben war. Sie verfiel nach zwei Stadtbränden und dem Dreißigjährigen Krieg.

Schlosskirche in der Spremberger Straße auf einer alten Ansichtskarte [1]

Die seit 1620 bestehende reformierte Gemeinde in Cottbus hatte kein eigenes Gotteshaus und hielt die Gottesdienste deshalb im Schloss ab. 1701 gründeten französische Glaubensflüchtlinge eine hugenottische Kolonie. Für ihre eigene Gemeinde und die Ausübung ihres Glaubens wurde ihnen das Gelände der beim Stadtbrand 1600 abgebrannten Katharinenkirche zugesprochen. 1705 erhielten sie die Erlaubnis zur Erbauung ihrer Kirche, die daraufhin Reformierte Kirche genannt wurde.
Als der letzte Geistliche der französischen Gemeinde 1757 verstarb, vereinigten sich die Gläubigen mit der Cottbuser reformierten Gemeinde und gaben ihrer nun gemeinsamen Kirche den Namen Schlosskirche. 1870 erhielt das Bauwerk seinen neugotischen Turm.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Schlosskirche für kurze Zeit die einzige benutzbare Kirche für alle Cottbuser Gemeinden. Der Kirchentag 1970 gab den Anstoß zur Nutzung der Kirche als ökumenisches Gemeindezentrum durch die Stadtmission zu nutzen. Die Kirche war Probenort des ökumenischen Oratorienchors. Den Heiligen Abend gemeinsam in der Schlosskirche zu begehen, wurde für Einsame und später für Obdachlose ein wichtiges Angebot der Kirchengemeinden.

Schloßkirche in der Spremberger Straße 2020, Foto: T. Glatzer

1984 kam das Nagelkreuz, das aus drei Nägeln der 1940 bombardierten Kathedrale von Coventry gefertigt wurde in die Schlosskirche. Seit dem ist die Kirche Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft und hielt den Versöhnungsgedanken und die Friedenssehnsucht wach.
Seit dem Herbst 1986 wurden in der Schlosskirche Umweltseminare veranstaltet, aus denen die Umweltgruppe Cottbus hervorging. Ab Mai 1989 fanden Veranstaltungen wegen der Wahlfälschung und zur Auseinandersetzung mit dem DDR-Staat statt.
Nach der Widervereinigung Deutschlands beschloss der Vorstand der Stadtmission die Türen und Tore der Kirche für Obdachlose und Nichtsesshafte zu öffnen. Von Montag bis Freitag gab es für einige Stunden am Tag Wärme, Essen und Gespräche. Christen, die die Not sahen, sorgten mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz dafür, dass diese Öffnung der Kirche in den Wintermonaten auf die Wochenenden ausgedehnt werden konnte.
Auch nach der Sanierung der Kirche im Jahr 2003 wurde die Arbeit für Obdachlose in der Kirche für einige Zeit fortgesetzt. Später erfolgte der Wechsel zum Straßencafe in der Adolf Kolping Straße.
Weil viele Kirchengemeinden und auch die Diakonie bald eigene Räumlichkeiten hatten, verlor die Schlosskirche zunehmend an Bedeutung. Das Kuratorium der Kirche beratschlagte über mögliche zukünftige Nutzungsideen. Kontakte gab es mit der 1998 neu gegründeten Jüdischen Gemeinde. Mit dem Ansinnen des Kuratoriums, die Schlosskirche einer wieder regelmäßigen Nutzung zuzuführen, und der gleichzeitigen Suche der Jüdischen Gemeinde nach einer Gottesdienststätte, kamen zwei Anliegen zusammen. Am 9. September 2015 wurde die Schlosskirche der Jüdischen Gemeinde übergeben.
Mit der Weihung der Schlosskirche zur Synagoge, hat die jüdische Gemeinde wieder ein Gotteshaus. Seit 1938 ist sie die erste Synagoge in Brandenburg. Die einstige Synagoge wurde 1902 an der Kaiser Friedrich Straße, heute Karl Liebknecht Straße eingeweiht. Sie gehörte zu den drei größten in Brandenburg. Am 9. November 1938 ging sie in Flammen auf. Heute steht an ihrer Stelle das Kaufhaus Galeria Kaufhof. Die jüdische Gemeinde von Cottbus wurde durch den Holocaust fast vollständig ausgelöscht. Die Mitglieder der neuen Jüdischen Gemeinde kommen aus Russland.


24. Baumkuchen Manufaktur in der Mühlenstraße

Logo Cottbuser Baumkuchen Manufaktur [1]
Zu den Überraschungen, welche die Stadt in ihrer über 850- jährigen Geschichte bot, gehört unbestritten auch die Herstellung des Cottbuser Baumkuchens. Er gehört historisch neben den Cottbuser Tuchen und dem Cottbuser Korn zu den Qualitätserzeugnissen, die den Ruf der Stadt weit über deren Grenzen hinaus prägten. Es ist überliefert, das seine Tradition um 1819 in der Backstube der Maria Groch in der damaligen Promenade 1 außerhalb der alten Stadtmauer begründet wurde. In einer grässlich kalten Nacht der Vorweihnachtszeit des Jahres 1819 buk die Tochter eines österreichischen Landsers in ihrer Bachstube den ersten Cottbuser Baumkuchen.
Cottbuser Baumkuchen Manufaktur in der Mühlenstraße 45, Foto: T. Glatzer
Cottbuser Baumkuchen Manufaktur in der Mühlenstraße 45, Foto: T. Glatzer

Maria Grochs Tochter, Wilhelmine Kluge vervollkommnete bis Ende des 19. Jahrhunderts die Herstellung des Cottbuser Baumkuchen. Im Jahr ihres Ablebens 1886 wurde ihr der Titel „Kaiserliche Hoflieferantin“ verliehen.
In der Folgezeit entstanden bedeutende Konditoreibetriebe in Cottbus welche sich auch um den Cottbuser Baumkuchen verdient gemacht haben. Der aus Sachsen nach Cottbus übergesiedelte Konditor Max Lauterbach führte die Tradition des Cottbuser Baumkuchens fort und exportierte ihn in alle Welt.
Max Lauterbach gründete im Jahr 1900 seine „Conditorei Lauterbach“, welche im Jahr 1907 um ein repräsentatives Cafe erweitert wurde. Die Baumkuchen des Max Lauterbach waren vorzüglichster Qualität und wurden bis nach New York verkauft. 1917 verlieh man ihm den Titel eines „königlichen Hoflieferanten“.
An diese Tradition erinnernd, wurde im Jahr 2006 die Cottbuser Baumkuchen Manufaktur geründet. Wer von der Spremberger Straße in die Mühlenstraße geht, kann durch hohe Fenster Konditoren über die Schulter schauen und miterleben, wie ein neuer Baumkuchen das Licht der Welt erblickt. Sie führen die Produktion klassischer Baumkuchen der „Conditorei&Cafe Lauterbach“ in der Cottbuser Altstadt mit den klassischen Rezepturen, handwerklichen Standards und in höchster Qualität fort. Ein sichtbares Zeichen dafür sind die jährlich wiederkehrenden Auszeichnungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft.

Conditorei&Cafe Lauterbach in der Spremberger Straße 4, Foto: T. Glatzer
1989/90 setzte die Stadt Cottbus Maria Groch ein Denkmal – mit dem Marktbrunnen auf dem Cottbuser Altmarkt. Die Figurengruppe auf der Mittel-Stele zeigt einen Fischer, eine Marktfrau und Maria Groch in Biedermeier-Tracht und einen Baumkuchen in der Hand haltend.
Marktbrunnen auf dem Altmarkt, Foto: T. Glatzer

25. Wendische Museum in der Mühlenstraße

Wendische Museum in der Mühlenstraße 12, Foto 2020: T. Glatzer

Das Wendische Museum ist das zentrale Museum zu Kultur und Geschichte der Sorben und Wenden in der Niederlausitz und befindet sich in der Mühlenstraße 12.
Das vollständig restaurierte Bürgerhaus in der Altstadt wurde 1994 eröffnet. Über eineinhalb Jahrtausend Jahre slawische Geschichte auf dem Gebiet der heutigen Niederlausitz sind im Wendischen Museum zu sehen. Ihre ethnische Identität haben sich die Sorben bis heute bewahrt, sehr gut zu erkennen an den zweisprachigen Straßenschildern in der Region und den vielfältigen Festivitäten an mehreren Feiertagen. Exponate zu Sprache, Schrifttum, Trachten, Bräuchen, Musik und Liedgut werden gezeigt. Die Sammlungen des Museums sind einzigartig in ihrer Vielfalt und ihrem Umfang. So hat das Museum in den zurückliegenden Jahren die größte niedersorbische Trachtensammlung der Lausitz zusammengetragen.

Der Wassermann, eine sorbische/wendische Sagengestalt aus Bronze, gestaltet von den Burger Künstler Peter Buth, sitzt seit 2005 vor dem Museum auf einem Findling am „Ufer“ der „Spree“ und lädt zum Verweilen ein. Foto 2020: T. Glatzer

In der heutigen Form besteht die kommunale kulturhistorische Sammlung seit 1994, geht aber auf eine 1908 im Cottbuser Heimatmuseum eingerichtete Wendische Bauernstube zurück, die bis in die NS-Zeit existierte. Das dort vorhandene Ausstellungsgut ging nach dem Zweiten Weltkrieg verloren. Nach 1952 zeigte das damalige Bezirksmuseum in Branitz Exponate zur sorbisch/wendischen Lebensweise und Werke bildender Künstler.
In den Achtzigerjahren wurden die Pläne für ein eigenständisches Museum konkreter. Die Stadt erwarb das Haus Liersch in der Mühlenstraße 12. Der Ratsbeschluss von 1988 stellte dem zukünftigen Museum die Aufgabe, die Geschichte der Niederlausitzer Sorben zu erforschen, die bestehenden Sammlungen zu erweitern und durch neue Ausstellungen die historische Entwicklung der sorbischen Nationalität zu vermitteln.
In nur zwei Jahrzehnten entwickelte sich das Wendische Museum zu einem Kompetenzzentrum für sorbische/wendische Kultur in der Niederlausitz und zu einem Leitmuseum für regionale Heimatmuseen.


26. Blechen Schule, Kaiser-Friedrich-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) & Muskauer Platz

Die Mädchen-Mittelschule vor 1928 [1]
Fassade der ehemaligen Schule am Blechen Carré in der Karl-Liebknecht-Straße 136, Foto 2020: T. Glatzer

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Schulraumsituation in Cottbus miserabel. Anfang 1873 entschloss sich die Stadt, auf dem ihr gehörenden Grundstück, dem nördlichen Teil des alten Friedhofs vor dem Spremberger Tor, eine Bürger-Töchterschule, die Mädchen-Mittelschule zu bauen. Das Schulhaus war für 500 Schülerinnen und neun Lehrer geplant. Zusätzlich zu den Klassenräumen befand sich auch die Wohnung des Schulleiters in dem Gebäude. Am 8. April 1875 wurde das Schulhaus eingeweiht.
Das Schulgebäude wurde 1928/1929 durch umfangreiche Bauarbeiten erweitert. Wegen des Rückgangs der Schülerzahlen zog zum 1. April 1930 die Knaben-Mittelschule mit in das Gebäude ein. Die Schule wurde im Jahr 1933 zur Hindenburg-Schule und 1946 zur V. Einheitsschule mit Oberschulteil. Ab Sommer 1948 hieß sie Carl-Blechen-Schule. Nach dem Umzug der Schule nach Sandow wurde aus dem Schulhaus das Funktionsgebäude des Staatstheaters. Nach dem Bau des Blechen-Carrès ist nur noch die Fassade der Schule erhalten.

Sandower Gemeindeschule [2]
Carl Blechen Grundschule am Muskauer Platz 1 im Winter 2019/2020, Foto: T. Glatzer

Die heutige Carl-Blechen-Grundschule wurde am 13. Oktober 1913 als 5. und 6. Gemeindeschule in Sandow eingeweiht. Bis zum Winter 1944/1945 blieb der Schulunterricht erhalten. Der Schulbetrieb wurde eingestellt und das Haus als Notunterkunft für Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten eingerichtet. Im Februar 1945 von mehreren Fliegerbomben getroffen, wurde der Schulbetrieb im Oktober 1945 wieder aufgenommen. Seit 1946 mit 2. Einheitsschule bezeichnet änderte sich ihre Bezeichnung 1970 bis 1989 in 2. Polytechnische Oberschule „Walter-Wagner-Oberschule“. 1993 wurde sie zur ersten und größten Ganztagsschule von Brandenburg ausgebaut und erhielt 2000 den Namen „Sandower Realschule“. Die Stadt Cottbus ließ 2006 umfangreiche Sanierungsarbeiten am und im Schulgebäude durchführen, das Nutzungskonzept wurde ausgeschrieben.

Carl Blechen Grundschule – Haupteingang im Frühjahr 2018, Foto: T. Glatzer

Nach dem 6.3 Mio. Euro schweren Sanierungsvorhaben wurde der imposante Schulbau 2009 wieder eröffnet. Das Gebäude bleibt im Besitz der Stadt Cottbus, wird aber für die nächsten 25 Jahre durch den Investor aus Leipzig betrieben und an die Stadt Cottbus zur schulischen Nutzung vermietet. Seitdem wird das Schulgebäude als „Carl-Blechen-Grundschule“ genutzt. Vorhergehende Carl-Blechen-Schulen waren die Gebäude Karl-Liebknecht-Straße 136 und Rudolf-Rothkegel-Straße bzw. Elisabeth-Wolf-Straße 31 a (heute Evangelisches Gymnasium).


Quellennachweis

Startseite:
Collage aus Privatfotos T. Glatzer und historisches Foto Dresdener Straße (https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/ende-einer-attraktiven-haeuserzeile-die-dresdener-strasse-in-cottbus-35360858.html)
Spreeauenpark
[1] http://www.baermich.de/maskottchen.html
[2] https://www.cmt-cottbus.de/
https://www.cottbus.de/sehenswert/parke_cottbus/spreeauenpark.html
https://www.wikiwand.com/de/Parkanlagen_in_Cottbus
https://www.reiseland-brandenburg.de/poi/spreewald/gaerten-und-parkanlagen/spreeauenpark/
Eilenburger Straße Ecke Dresdener Straße (heute Straße der Jugend) & ehemalige Molkerei
[1] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/basteln-bei-_tante-budich_-haeuserkomplex-eilenburger-strasse_ecke-strasse-der-jugend-34306434.html
[2] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/als-cottbus-den-milchmann-bekam-37083640.html
https://maerkischer-bote.de/region/157902-157902
Cafe Engemann (Cafe Süd) Dresdener Straße, heute Straße der Jugend
[1] https://maerkischer-bote.de/damals-wars-2/cottbus-das-cafe-sued-135119
[2] https://picclick.de/Cottbus-Konditorei-Engemann-Dresdener-Strasse-115-Kaffeegarten-132648700784.html
[3] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/cafe-sued-in-cottbus-wird-am-freitag-abgerissen-34728298.html
Dresdener Straße (Südlichtspiele), heute Straße der Jugend
[1] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/cottbus-frueher-und-heute-restaurant_-ballsaal-und-suedlichtspiele-37932676.html
[2] http://planungsbuero-cottbus.de/referenz6.html
Hotel Kaiseradler
[1] https://www.akpool.de/ansichtskarten/12804-ansichtskarte-postkarte-cottbus-spreewald-hotel-kaiseradler-bahnhofstrasse
[2] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/gasthof-_zum-tiegel_-_kaiseradler_-war-ein-hingucker-37540930.html
Altstadthotel „Am Theater“, Bahnhofstraße
[1] http://www.heimatsammlung-cottbus.de/seite13.htm
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhofstra%C3%9Fe_(Cottbus)#Bahnhofstrasse_34_bis_36
Freimaurerloge, Wilhelm-Külz-Straße
[1] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/freimaurerdomizil-wartet-auf-neue-nutzung-36581340.html
[2] http://www.zum-brunnen-in-der-wueste.de/UnsereLoge.htm

Spreewaldbahnhof
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Spreewaldbahn#/media/Datei:CB-BahnhofAlt-4.jpg
[2] https://www.die-spreewaldbahn.de/
Lieberoser Straße
[1] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/ein-haus_-das-durch-viele-haende-ging-die-klassizistische-villa-in-der-lieberoser-strasse-7-35368028.html
Text: https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/ein-haus_-das-durch-viele-haende-ging-die-klassizistische-villa-in-der-lieberoser-strasse-7-35368028.html
https://maerkischer-bote.de/damals-wars-2/damals-wars-niederlausitz-butter-kuhnerts-villa-193482
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Cottbus#Cottbus
Wallstraße
[1] Bild und Text: https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/friedrich-ebert-strasse-13-und-12-als-die-ebert-noch-wallstrasse-hiess-36282368.html
Neumarkt
[1] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/die-putten-ueberlebten-den-abriss-der-blick-vom-neumarkt-auf-die-berliner-strasse-33439458.html
[2] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/die-putten-ueberlebten-den-abriss-der-blick-vom-neumarkt-auf-die-berliner-strasse-33439458.html
Altes Stadthaus, Altmarkt
[1] https://www.stadtmuseum-cottbus.de/archiv.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Altmarkt_(Cottbus)#Altmarkt_21
Neues Stadthaus
[1] https://www.cottbus.de/.files/storage/file/ee8408fe-8180-4153-a826-e6a9b78c1772/Stadthaus_neu.pdf
Text:
https://www.cottbus.de/.files/storage/file/ee8408fe-8180-4153-a826-e6a9b78c1772/Stadthaus_neu.pdf

https://www.cottbus.de/verwaltung/gb_iv/immobilien/stadthaus/
https://cottbus-tourismus.de/de/cottbus-entdecken/tourentipps/architekturpfad/artikel-stadthaus.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhofstra%C3%9Fe_(Cottbus)#Bahnhofstra%C3%9Fe_5_/_Erich-K%C3%A4stner-Platz_1
Piccolo Theater
Text:
http://www.popula.de/cottbus/82581_piccolo-theater-cottbus-cottbus

https://cottbus-tourismus.de/de/cottbus-entdecken/museen-galerien-kultur/artikel-piccolo-theater-cottbus-.html
https://www.kreatives-brandenburg.de/de/network/profiles/member/piccolo_theater/
Löwenapotheke
[1] https://brandenburgisches-apothekenmuseum.de/geschichte/
Text:
https://www.cottbus.de/sehenswert/museen/brandenburgisches_apothekenmuseum.html
https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/brandenburgisches-apothekenmuseum.html
https://www.wikiwand.com/de/Altmarkt_(Cottbus)
Enke Fabrik & Brunnen
[1] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/cottbus-frueher-und-heute-der-koenigsplatz-mit-dem-enkebrunnen-38106244.html
Texte und Infos:
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/cottbus-frueher-und-heute-der-koenigsplatz-mit-dem-enkebrunnen-38106244.html

https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/enke-fabrik.html
https://www.enke-fabrik.de/
http://www.brunnenturmfigur.de/index.php?cat=Brunnen%20und%20Wasserspiele&page=Cottbus
Tuchmacherbrunnen
[1] https://www.antik-falkensee.de/catalog/product_info.php?cPath=6_32_224&products_id=231933
Texte und Infos:
https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1417489

http://www.brunnenturmfigur.de/index.php?cat=Brunnen%20und%20Wasserspiele&page=Cottbus
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/brunnen-erzaehlt-tuchmachergeschichte-tuchmacherbrunnen-an-der-sandower-strasse-34251698.html
Lindenpforte
[1] Postkarte Privatbesitz T. Glatzer
Text und Infos:
https://www.lr-online.de/lausitzer-geschichte-ziegel-fuer-die-wehrhaftigkeit-der-stadt-38107248.html
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/die-stadtmauer-im-wandel-der-zeiten-36769298.html
https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/stadtbefestigung.html
Postkutscher
[1] https://www.akpool.de/ansichtskarten/25186380-kuenstler-ansichtskarte-postkarte-cottbus-brandenburg-cottbuser-postkutscher-putzt-den-cottbuser-postkutschkasten
Texte und Infos:
https://dgpt.org/produkt/ein-streifzug-durch-die-cottbuser-postgeschichte-verkehrsanbindungen-hauptpost-kraft-und-landpost/
https://de.wikipedia.org/wiki/Postgeschichte_von_Cottbus
https://www.niederlausitz-aktuell.de/cottbus/60776/jubilaeumspostkarte-fuer-den-cottbuser-postkutscher.html
https://www.outdooractive.com/de/poi/spreewald/postkutscherdenkmal/15874586/
Leichardt-Denkmal
[1] Foto Stadtarchiv Cottbus
Texte und Infos:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Leichhardt

https://www.cottbus.de/mitteilungen/2019-06/oberkirchplatz_mit_neuem_leichhardt-denkmal_freigegeben.html
https://www.nvn-cottbus.de/ludwig-leichhardt-der-humboldt-australiens/
https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/kirchen.html
Klosterkirche
[1] https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/kloterkirche.html
Texte und Infos:
https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/kloterkirche.html
http://www.cottbus-chronik.de/detail/klosterkirche
https://www.cottbus.de/sehenswert/kirchen/klosterkirche.html
https://www.spreewald-info.de/ausflugsziele/kirchen/klosterkirche-cottbus
https://de.wikipedia.org/wiki/Klosterkirche_(Cottbus)
Schloßkirche
[1] Ansichtskarte Privatbesitz
Texte und Infos:
https://www.lr-online.de/nachrichten/cottbuser-schlosskirche-wird-brandenburgs-erste-synagoge-34901584.html
http://www.cottbus-chronik.de/detail/schlosskirche
https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchengeb%C3%A4ude_in_Cottbus
https://www.cottbus.de/sehenswert/kirchen/von_der_schlosskirche_zur_synagoge.html
https://urlaubsreich.de/poi/synagoge-cottbus-ehem-schlosskirche/
Baumkuchenmanufaktur
[
1] https://www.baumkuchen-cottbus.de/ueber-die-cottbuser-baumkuchen-manufaktur/
https://www.cottbus.de/wissenswert/tradition/cottbuser_baumkuchen.html
https://www.baumkuchen-cottbus.de/ueber-die-cottbuser-baumkuchen-manufaktur/
https://www.lr-online.de/eine-heimatforscherin-erzaehlt-200-jaehrige-cottbuser-baumkuchen-tradition-noch-aelter_-38322580.html
Wendisches Museum
Texte und Infos:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wendisches_Museum
https://www.wochenkurier.info/cottbuser-geschichten/artikel/cottbus-im-aufbruch-jetzt-oeffnet-auch-das-wendische-museum-73269/
http://www.wendisches-museum.de/mobile/museum_einleitung_de.html
https://visity.de/ausflug/cottbus-wendisches-museum-cottbus/
https://lausitz.de/de/kultur/museen/artikel-wendisches-museum-cottbus.html
Blechenschule
[1] https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/von-der-maedchen-mittelschule-zum-einkaufszentrum-33732060.html
[2] https://maerkischer-bote.de/wp-content/uploads/2013/10/damals131012_cb.jpg
Texte und Infos:
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/von-der-maedchen-mittelschule-zum-einkaufszentrum-33732060.html
https://maerkischer-bote.de/damals-wars-2/gute-zeiten-und-auch-schlechte-zeiten-127715
https://www.wikiwand.com/de/Schulgeschichte_von_Cottbus#/Carl-Blechen-Grundschule
https://geoportal.cottbus.de/?pgId=26


Impressum

Autor: Tom Glatzer, Lichtblick Cottbus e. V.
Bearbeitungsstand: August 2020
Gestaltung und Bearbeitung: Olaf Arnold, Lichtblick Cottbus e. V.