Geschichte des Kanu-Sports

Skulptur steht auf dem Eingang zur Sportarena-Cottbus. Foto: H. Ibel

Cottbus kann auf eine bewegte Entwicklung im Breitensport zurück blicken. Bis heute haben sich die unterschiedlichsten Sportarten etabliert und die Entwicklung geht weiter.

Quelle: Ansichtskartenversand.de

Zwischen den Jahren 1807 und 1813 wurden die Cottbuser dem Königreich Sachsen zugeordnet. Der Kampf Preußens gegen die Armee Napoleons wurde von den Deutschen aufmerksam verfolgt. Daraus resultierte ein aufkeimendes Nationalbestreben, was sich u.a. in der deutschen Sportbewegung ausdrückte. Turnvater Friedrich Ludwig Jahn begann in Berlin das erste öffentliche Turnen. Hier entstand auch der allererste Turnplatz. Im Mai 1861 wurde der 1. Turnverein gegründet.
1896 fanden die 1. Olympischen Spiele in Athen statt. Hier trat für Deutschland der Cottbuser Gustav Schuft im Turnen (Reck und Barren) an. Er belegte Platz 1, allerdings gab es da noch keine Goldmedaillen, sondern nur Ehrengeschenke.
Über die einzelnen Sportarten zu berichten ist deswegen so schwierig und zudem auch noch sehr umfangreich, weil zur Sportgeschichte kaum Quellen existieren. Für die Entwicklung gerade im Bereich Turnen hilft die Publikation des Cottbuser Regia-Verlages, erschienen 2011 auf mehr als 200 Seiten.
ISBN 9783869290874

Als Teil der Sportarten wird hier auf die Entwicklung des Kanu-Sports eingegangen.

Quelle: Reiseland-Brandenburg.de
Quelle: LOK-RAW Cottbus e.V.
Inhaltsverzeichnis
Geschichtliches
Vereinsgründungen
Entwicklung
Umgliederung
Betriebssport
Ausbau der Aktivitäten
Kinder und Jugend-Aktivitäten
Erfolge
Neue Bootsart
Kanu Tourismus
Drachenboote
Quellenangabe

 

Geschichtliches

1921 wurde der Cottbuser Kanusport erstmals erwähnt und als Verein gegründet.
38 Personen kümmerten sich um die Ausübung und Unterstützung. Auch Auswärtige befanden sich unter ihnen.
Die Erstausstattung bestand aus 13 Kajaks und 7 Faltbooten.
Eine erste Kanuregatta fand 1924 in Cottbus statt. Am 09. Mai 1926 wurde in Verbindung mit einer Faltboothindernisfahrt zwischen Spremberg und Cottbus auch ein geeignetes Bootshaus eingeweiht.
Faltboote erhielten einen stetigen Aufschwung, weil viele Ziele dadurch leichter mit der Bahn zu erreichen waren. Bei den Kanuten kam neben den sportlichen Aktivitäten auch das gesellige Leben nicht zu kurz.
Der Zeltplatz an der Kutzeburger Mühle war Anlaufpunkt für die Kanuten. Selbst Mitglieder anderer Vereine trafen sich zunehmend dort.

Mehr zum Kanusport in einer entsprechenden Chronik. Chronik anschauen

Gründungen

Quelle: LOK-RAW Cottbus e.V.

Unter bestehenden Vereinen gründeten sich weitere.

Kanu-Verein Cottbus e.V. 1924 (KVC) Bootshaus am Stadion der Freundschaft
Wassersportabteilung im TV 1861 gegründet 1932 in der Ludwig-Leichhardt-Allee
Verein Cottbuser Faltbootfahrer Bootshaus am Stadion der Stadt Cottbus
Wasserfreunde der Eisenbahner Cottbus e.V. gegründet 1927 Bootsunterkunft in der Stromstraße
Arbeiter Turnverein 1893 (ATV) Wassersportabteilung Wurde mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten aufgelöst

Leider wurden durch Einflüsse des Krieges Bootshäuser zerstört. Trotzdem wurde durch hinterbliebenes Baumaterial fleißig am Aufbau neuer Bootshäuser gearbeitet.

Entwicklung

Quelle: LOK-RAW Cottbus e.V.

Durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges fanden sich erst 1947 einige Wassersportler wieder zusammen. Unter der Regie von Willy Müller gründeten einige wenige alte und junge Wassersportler eine kommunale Wassersportgemeinschaft. 1948 bildete sich daraus eine Sparte Kanu, immerhin bereits mit 53 Mitgliedern. Den Umständen der Nachkriegszeit geschuldet, weil auch kein Bootshaus vorhanden war, verlagerten sich vorerst die sportlichen Aktivitäten nach Goyatz am Schwielochsee, später nutzte das verbliebene Bootshaus die Seglergemeinschaft Schwielochsee.

 

Umgliederung

Quelle: LOK-RAW Cottbus e.V.

Am 01.10.1948 gründete sich ein Sportausschuss. Dadurch wurde die kommunale Abteilung Kanu per Mitgliederversammlung der Sportgemeinschaft Textil Cottbus-Ost zugeordnet. Durch die Gründung volkseigener Betriebe mit ihren Betriebssportgemeinschaften wurde die materielle Basis des Sports erheblich verbessert. Das Bootshaus am Schwielochsee wurde jetzt von Kanusportlern und Ruderern gemeinsam genutzt. Wegen der mangelnden Unterstützung durch die SG Textil wechselten die Kanusportler zur neuen BSG Einheit Cottbus. Die Sektion Kanu erhielt vom Rat der Stadt Cottbus an der Markgrafenmühle einen Bootsschuppen und im April 1951 zwei Slalomboote und sechs DS Boote (Segelboote). Am 27.05.1951 fand am Hammergraben der 1. Cottbuser Kanuslalomwettkampf mit 64 Teilnehmern und über 200 Zuschauern statt.

Im November 1951 stellte der Rat der Stadt Cottbus den Kanusportlern der BSG Einheit das Gelände an der Markgrafenmühle zur Verfügung.

In den weiteren Jahren existierten in Cottbus noch die Betriebssportgemeinschaften Medizin Cottbus, Motor Cottbus und der Armeesportverein Vorwärts Cottbus. Aus der BSG Motor Cottbus entstand der spätere MC Schwielochsee. Im Jahr 1953 wurde die SG Dynamo Cottbus-Ost gegründet.

Betriebssport

Am 20. Februar 1948 fand der große Maskenball der Kanusportler in den Stadtsälen mit 2 Kapellen und 470 Gästen statt. Obwohl der finanzielle Gewinn unbedeutend war, zeugt diese Veranstaltung von dem guten Zusammengehörigkeitsgefühl der Kanusportler.

Quelle: Eigenes Bild Lichtblick Cottbus e.V.

Mit dem Aufbau einer Betriebssportgemeinschaft im Reichsbahnausbesserungswerk Cottbus wechselten einige Mitglieder in die neue Sektion Kanu der BSG Lok Raw Cottbus.

Als am 06. November 1951 im Kulturhaus der Eisenbahner in Cottbus die Gründungsversammlung stattfand, waren 30 vom Wassersport begeisterte meist jugendliche Lehrlinge aus dem RAW Cottbus anwesend. Am Tage der Gründung wurde der Sportfeund Fritz Großkreutz vom RAW als Sektionsleiter von den anwesenden Sportfreunden gewählt. Er leitete die Sektion von November 1951 bis Mai 1953. Neben der Sektion Kanu gehörten noch die Sektion Handball, Kegeln und Hockey zu den ersten Sektionen der neuen Betriebssportgemeinschaft. In diesem Zusammenhang sind die Sportfreunde zu nennen, die in den 50er Jahren maßgeblichen Anteil beim Aufbau der Sektion Kanu hatten. Das sind die Sportfreunde Günter Hänsel, Helmut Kossatz, Dr. Hans Gußer, Franz Boesler und Alfred Paulick. Sie haben mit ihrem Eifer und ihren sportlichen Erfolgen die Sportgeschichte dieser Kanusektion mitgeschrieben und zum Ansehen des Vereins maßgeblich beigetragen.

Ausbau der Aktivitäten

LOK RAW  Cottbus e.V. Vereinsgelände. Foto: H. Ibel

Durch die gute Unterstützung der Werksleitung und der Werktätigen des RAW Cottbus erhielt der Verein im Frühjahr 1952 die ersten fünf Rennboote vom Typ DS 50 sowie ein Faltboot F II. Als Unterstellmöglichkeit für die Boote diente eine zerfallene Kegelhalle in der Stromstraße – in Nähe der alten Badeanstalt. Die Kegelhalle wurde von den Mitgliedern und mit Unterstützung der Betriebsleitung vom RAW für die Unterstellung der Boote ausgebaut und diente gleichzeitig als Umkleideraum für die Sportler. 36 Mitglieder hatten sich am 07. April 1952 zum ersten Anpaddeln verpflichtet um den Kanusport wettkampfmäßig zu betreiben. So entwickelte sich von Jahr zu Jahr die Sektion zu einer leistungsmäßig starken Kanu-Rennsportabteilung im ehemaligen Bezirk Cottbus. Die Sektion wurde mitgliedermäßig immer größer und der Bootspark wuchs von Jahr zu Jahr, so dass der Bau eines Bootshauses dringend notwendig wurde. Durch die Unterstützung der Werksleitung des RAW, des ehemaligen DTSB-Kreisvorstandes Cottbus-Stadt und der SV Lokomotive erhielt die Sektion die finanziellen Mittel zum Bau des Bootshauses. Im Sommer 1953 wurde mit dem Bau dieses Bootshauses im ehemaligen Schulgarten Ludwig-Leichhardt-Allee begonnen. Neben dem Training und den Wettkämpfen leisteten die Mitglieder der Sektion viele hundert freiwillige Arbeitsstunden, aber auch Kollegen vom RAW Cottbus halfen oder standen oft mit Rat und Tat zur Seite. Am 30. Mai 1954 konnte der damalige Sektionsleiter, Sportfreund Alfred Paulick (von 1953 – 1963), das neue Bootshaus seiner Bestimmung übergeben. Aus Anlass der Bootshausweihe fanden eine Regatta und ein Kanu-Polospiel statt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich auch hier eine enge Freundschaft zu den anderen Kanu-Sektionen des ehemaligen Bezirkes Cottbus. Genannt seien hier vor allem die freundschaftlichen Beziehungen zu den Sportfreunden aus Spremberg, Peitz, Forst, Elster/Elbe und der ehemaligen SG Dynamo Cottbus-Ost.

So wie sich der Kanu-Rennsport entwickelte, wuchs Mitte der sechziger Jahre auch der Kanu-Tourismus. Auch international unternahmen die Wasserwanderer Fahrten auf polnischen, ungarischen und tschechoslowakischen Flüssen und Seen.

Mit dem Aufbau der Kinder- und Jugendarbeit in der Sektion wurde in den sechziger Jahren eine neue Etappe bei der Entwicklung des Kanu-Rennsports eingeleitet. Die breite Entwicklung in den einzelnen Klassen machte sich auch auf den Regatten bemerkbar. Unter Leitung des Sektionsleiters Günter Hänsel (von 1963 – 1983) entwickelte sich die Sektion zu einer leistungsstarken und vorbildlich arbeitenden Kanusektion im DKSV. Der Mitgliederstand stieg in diesem Zeitraum auf 160 Sportfreunde. Auf Grund der über vierzig Jahre langen, guten Breitenarbeit wurde die Sektion Kanu des ESV Lok RAW Cottbus e.V. vom DKSV 1983 und 1988 als „Vorbildliche Kanusektion des Deutschen Kanusport-Verbandes der DDR“ ausgezeichnet. Das Trainingszentrum Kanu Cottbus erhielt drei Mal den Titel „Vorbildliches Trainingszentrum im Bezirk Cottbus“. Für den Aufbau und die Entwicklung des Kanusportes nach 1945 in der Stadt Cottbus wurden die Sportfreunde Siegfried Sturtz und Alfred Paulick vom Deutschen Kanusportverband der DDR mit der höchsten Auszeichnung, dem goldenen Paddel, geehrt.

Kinder- und Jugendaktivitäten

Foto: Cottbuswiki

Als im Kanurennsport mit dem Aufbau der Kinder- und Jugendarbeit im Deutschen Kanu-Verband der DDR zum Anfang der sechziger Jahre begonnen wurde, war auch die Sektion ESV Lok RAW Cottbus eine der ersten im ehemaligen Bezirk Cottbus, die diesen Weg beschritten. Die Arbeit mit den Schülern war eine gesellschaftlich dankbare Aufgabe für unsere Übungsleiter. Auf Grund der guten Arbeit der o. g. Sportfreunde und der Übungsleiter konnte das Trainingszentrum Kanu Cottbus seit 1971 bis zum Jahre 1989 36 Schülerinnen und Schüler zum Sportclub nach Berlin-Grünau delegieren. Die Sportfreunde Holger Topp und Frank List schafften den Weg über den SC Berlin-Grünau in die Junioren-Nationalmannschaft der DDR und kamen dort erfolgreich zum Einsatz. Bei den seit 1982 stattfindenden BSG-Bestenermittlungen im Kanu-Rennsport konnte die Sektion in der Gesamtwertung von 1982 bis 1989 immer den 2. bis 5. Platz von 30 – 50 teilnehmenden Sektionen belegen. Im Jahre 1990 gelang es erstmalig von 18 teilnehmenden Vereinen den 1. Platz zu erkämpfen. Da es die letzte DDR-B-Meisterschaft war, bleibt der Wanderpokal im Cottbuser Bootshaus.

Die größten sportlichen Erfolge bis 1990 waren der 3. Platz bei der DDR Meisterschaft 1962 durch Dieter Kadler, der Deutsche Meister-Titel durch Katrin Kulke 1982 und der Spartakiadesieg in der K IV Bezirksauswahl durch Annett Brauer 1985.

Erfolge

Quelle: Foto Kanu.de

Bei der ersten gesamtdeutschen Meisterschaft 1991 in Hamburg gelang den Kanurennsportlern der erste Paukenschlag mit dem Gewinn der Goldmedaille im Canadier Achter (C8) der Schüler. Mit den Erfahrungen im Nachwuchsleistungssport aus DDR-Zeiten, der Integration des Kanusportes an der Lausitzer Sportschule bis 1996 und der engagierten Arbeit der Trainer, folgten die erfolgreichsten Jahre im Kanusport der 50-jährigen Geschichte. Allein 1992 gab es 5 Deutsche Meistertitel, eine Silber- und eine Bronzemedaille. In den 1990er Jahren erkämpften Sportler des Vereins 20 Titel als Deutscher Meister im Kanurennsport. Darüber hinaus wurde Peter John 1995 Juniorenweltmeister und 1999 Dritter bei der Weltmeisterschaft im Canadier. Auf Grund der guten Leistungen zu Beginn der 90er Jahre wurden Fördermittel zum Bau eines neuen Bootshausanbaus bewilligt. Nach den zahlreichen Arbeitsleistungen der Vereinsmitglieder wurde von November 1994 bis April 1995 der Anbau realisiert. Die Einweihung erfolgte am 24. April 1995 durch die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport Frau Peter und dem Präsidenten des Landes-Kanu-Verbandes Herrn Glöckner.

Seit 2003 setzte sich die Erfolgsserie der Schüler und Jugendlichen bei den nationalen und internationalen Wettkämpfen fort. Durch die engagierte Arbeit der Trainer wurden von 2003 bis 2007 15 Deutsche Meister-Titel errungen. Darüber hinaus wurden Debora Niche und Olivia Kasche Sieger bei den Olympic Hopes Games 2006 und Debora Niche Zweite bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Kajak Zweier (K II) im Jahr 2007.

Zum Landesstützpunkt/ Sportschule nach Potsdam wurden seit 1993 insgesamt 11 Sportlerinnen und Sportler delegiert. Darüber hinaus gingen 4 Sportler nach Berlin und 2 nach Leipzig.

Im Jahr 2007 erreichten die Seniorensportler Andreas Schulze und Edward Wyrowinski einen Sieg bei den European Masters.

Seit 2008 trainieren im Cottbuser Bootshaus auch zahlreiche Nationalmannschaftsmitglieder des Deutschen Kanu-Verbandes und des Deutschen Ruder-Verbandes. Darunter Weltmeister und Medaillengewinner der Olympischen Spiele, die ihre Ausbildung bei der Bundespolizei in Cottbus absolvierten.

Neue Bootsart

Foto: Jugendhilfe Cottbus

1990 kam es durch eine Initiative des ehemaligen BFA-Vorsitzenden, Siegfried Sturtz, zum Kauf von Polobooten. So fanden sich 1990 schließlich sehr rasch 15 Interessenten. Sie fuhren am 30. Dezember 1990 zum sogenannten Kennenlerntraining nach Berlin, wo andere Vereine ihnen die Grundlagen dieses Sports zeigten. In den darauf folgenden drei Jahren ging es steil bergauf. Als Sieger der aktuellen Leistungsklasse stiegen sie in die jeweils höhere auf und erreichten schließlich 1995 die Bundesliga.

Um auch die Zukunft abzusichern, gründete sich unter Leitung von Michael Gußer eine Schülermannschaft, die leider wieder zerfiel. Auch eine Damen-Mannschaft gab es am Anfang.

Seit der Qualifikation in die Bundesliga ging es für die Männermannschaft des ESV Lok RAW Cottbus e.V. weiter voran. Im Jahre 1997 spielten sich die Polos unter die besten fünf Teams Deutschlands und fanden somit Anschluss an die Spitze. Das Ziel hieß nun Kampf um den Titel Deutscher Meister. Unter der Führung des Trainers Andreas Dörfer gelang im Jahre 1998 dies in München: Die Mannschaft wurde mit Henrick Brezke, Ralf und Jan Hädicke, Michael Gußer, Thomas Krokor, Jens Schlitzer und Daniel Globig Deutscher Meister. In den drei Folgejahren stand die Mannschaft, wenn auch in anderer Besetzung, immer auf dem Siegerpodest. Ein weiterer Höhepunkt waren die internationalen Ergebnisse als Teil der Kanu-Polo Nationalmannschaft. Die Bronzemedaille zur WM in Brasilien 2000 durch die Gebrüder Hädicke, Jens Schlitzer und Daniel Globig waren die bisherigen Höhepunkte in der jungen Polo-Geschichte. Dazu kam noch der Europameistertitel 2001 durch Daniel Globig mit der Nationalmannschaft in Polen hinzu. Seit 1995 spielt die Kanu-Polo Mannschaft in der ersten Bundesliga. In den letzten Jahren mit Verstärkung aus der Schwedter Mannschaft.

Mit der Sanierung des Strombades als Trainings- und Wettkampfstätte im Jahre 2008 stehen der Mannschaft jetzt sehr gute Bedingungen zur Verfügung.

Kanu Tourismus

Quelle: Foto Lok RAW Cottbus e.V.

Besonders nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 erlebt der Kanu-Tourismus neue Höhepunkte. So sind ab 1990 von den Sportfreunden Fahrten durchgeführt worden, was vor Jahren noch undenkbar war. So war ein Fahrziel der Wanderfahrer und Wildwasserfreunde Süd-Frankreich, Schweden, Norwegen, Italien mit Venedig und das Kanuparadies Österreich neben den Fahrten auf einigen Flüssen der Alt-Bundesländer. Seit der Wiedervereinigung entstanden enge Freundschaften mit den Sportkameraden des Saarbrücker Kanu-Clubs und aus Rodingen, um nur einige zu nennen.

Unter der Leitung des Wasserwanderwartes Rolf Sturtz ist heute noch immer die Internationale ICF Spreewaldfahrt, neben der Saure Gurkenfahrt, der Sonnenwendfahrt, der Räucherfischfahrt, die mit über 150 Teilnehmern sehr gut nachgefragte und von den Cottbusern organisierte kanutouristische Hauptveranstaltung. Im Laufe der Jahre haben bereits die Sportfreunde Bernd Sturtz 20.000 km, Hans Schuft 15.000 km, Rolf Sturtz 18.000 km, Siegfried Sturtz 17.000 km, Christian Borchardt 16.000 km und mehr im Wanderboot zurück gelegt. Insgesamt sind bei den Wanderfahrern in den Fahrtenbüchern der Vereinsmitglieder 150.000 km nachgewiesen. Rolf Sturtz und seinen Helfern ist es auch zu verdanken, dass jährlich mehrere Hundert Paddler das Spreewaldabzeichen ablegen und über eine Wasserwanderkarte des Vereins den Kanutouristen den richtigen Weg zwischen den Fliessen zu finden. Es ist geplant, die Spree als Wasserwanderweg besser auszubauen.

Drachenboote

Quelle: Foto Lok RAW Cottbus e.V.

Im Jahre 2001 etablierte sich der Drachenbootssport als neue Sparte innerhalb der Sportabteilung Kanu des ESV Lok RAW Cottbus e.V.. Unter der Leitung des neu gewählten Drachenbootwartes Rainer Werner fanden seit 2001 Drachenbootwettkämpfe auf der Spree am Cottbuser Bootshaus statt. Darunter die Cottbuser Drachenbootregatta mit jährlich über 30 Mannschaften, die Nachtregatta mit 15 Mannschaften und der Schülerdrachenboot – Cup mit über 20 Mannschaften. So werden jährlich zu diesen Veranstaltungen, die aufgrund der selbstlosen Mithilfe der Vereinsmitglieder kostengünstig organisiert werden, über 1400 Wettkämpfer und über 3000 Zuschauer auf dem Bootshausgelände begrüßt. Vom Rundfunk Berlin Brandenburg, von der Lausitzer Rundschau und weiteren Sponsoren unterstützt, führt diese von Jedermann auszuführende Sportart zur massesportartigen Begeisterung am Wassersport.

Über den Drachenbootsport erfolgte die Bildung von bisher 2 Schulsportarbeitsgemeinschaften und die Bereitstellung von 2 Drachenbooten. In Abstimmung mit dem Schulsportberater Hansjoachim Stellmacher können Schulklassen nach Anmeldung bei Manfred Müller das Bootshausgelände und die Drachenboote nutzen. Aufgrund der Drachenbootaktivitäten erfolgte die Gewinnung neuer Vereinsmitglieder und die Bildung einer vereinseigenen Drachenbootmannschaft, die auch an auswärtigen Regatten teilnimmt. Als bestes Wettkampfergebnis wurden bei den Deutschen Meisterschaften des Drachenbootsport-Verbandes in der Fun-Klasse der Deutsche Meister-Titel über 2000 Meter im Jahre 2008 erreicht. Neben der Sportfreundschaft mit den polnischen Kanusportlern aus Malomice haben sich auch über den Drachenbootsport hinaus Kontakte zu den Paddlern aus Nowa Sòl entwickelt.

Quellenangabe

Startbild links, und rechts ESC Lok RAW Cottbus e.V., Mitte H. Ibel, Regia-Verlag, ESV Lok RAW Cottbus e.V., Lausitz-Kanu.de, Wikipedia, LR-Cottbus, Reiseland-Brandenburg.de, Ansichtskarte-Quelle.de, Jugendhilfe Cottbus

Veröffentlichung: 11. August 2020. Überarbeitung: August/September 2020