Cottbus und seine Oberbürgermeister

Vorwort

Begriff Bürgermeister/Oberbürgermeister

Rathaus Cottbus

Die Oberbürgermeister der Stadt

Politische Zugehörigkeit & Eingemeindungen

Oberbürgermeister von 1803 bis 1831 (Johann Christian Krenckel)

Oberbürgermeister von 1831 bis 1848 (Johann Gottlob Roemelt)

Oberbürgermeister von 1850 bis 1880 (Leopold Jahr)

Oberbürgermeister von 1880 bis 1892 (Dr. Karl Mayer)

Oberbürgermeister von 1892 bis 1914 (Paul Werner)

Oberbürgermeister von 1914 bis 1925 (Hugo Dreifert)

Oberbürgermeister 1926 (Heinrich Nollner)

Oberbürgermeister von 1927 bis 1933 (Erich Kreutz)

Oberbürgermeister 1933 bis 1937 (Enricus Haltenhoff)

Oberbürgermeister 1937 bis 1945 (Franz Victor Freiherr Baselli von Süßenberg)

Oberbürgermeister 1945 bis 1946 (Max Döring)

Oberbürgermeister 1946 bis 1949 (Otto Weihrauch)

Oberbürgermeister 1949 bis 1953 (Hans Bertram)

Oberbürgermeister 1953 bis 1954 (Margarete Schahn)

Oberbürgermeister 1954 bis 1958 (Herbert Bomski)

Oberbürgermeister 1958 bis 1974 (Heinz Kluge)

Oberbürgermeister 1974 bis 1989 (Erhard Müller)

Oberbürgermeister 1989 bis 2002 (Waldemar Kleinschmidt)

Oberbürgermeister 1902 bis 2006 (Karin Rätzel)

Oberbürgermeister 2006 bis 2014 (Frank Szymanski)

Oberbürgermeister 2014 bis … (Holger Kelch)

Nachtrag

Quellennachweis Bilder, Grafiken, Fotos, Impressum


Vorwort

An der Spitze der Stadt Cottbus stand wohl schon seit dem 13. Jahrhundert ein Bürgermeister, doch sind nur einige Namen überliefert. Sie fungierten wohl als Sprecher der Bewohner und waren dem Schlossherrn unterstellt. Wissenslücken über die Bürgermeister in den ersten Jahrhunderten der Stadt beruhen auf fehlende Unterlagen. So gingen z. B. beim Rathausbrand im 17. Jahrhundert oder am Ende des 2. Weltkrieges wichtige Dokumente verloren. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert gab es auch einen Rat, der aus Ratsmännern und vier Bürgermeistern bestand. Später änderte sich die Zahl der Bürgermeister. Seit dem 19. Jahrhundert trug das Stadtoberhaupt meist den Titel „Oberbürgermeister“. Der Rat trug dann die Bezeichnung Stadtverordnetenversammlung.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister nach den Bestimmungen der Deutschen Gemeindeordnung von der NSDAP eingesetzt und die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den „Rat der Stadt“ mit einem Oberbürgermeister. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Stadtverordnetenversammlung wieder frei gewählt. Sie ist das Hauptorgan der Stadtverwaltung und wird in der Kommunalwahl von den Bürgern gewählt. Das Gremium wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung. Der Oberbürgermeister wird direkt vom Volk gewählt.

Stadtwappen von Cottbus [2]

Das Wappen der Stadt Cottbus zeigt in Silber eine bezinnte, gequaderte rote Burg mit geschlossenem Tor. Zwischen den mit beknauften Spitzdächern versehenen Türmen ragen über der Mauer zwei kleine Häuschen hervor. Darüber schwebt ein silberner Dreieckschild mit einem aufgerichteten roten Krebs.

Wie der Krebs in das Stadtwappen kam und welche Bedeutung er hat ist unter Forschern umstritten. Der Panzer des Tieres steht für Schutz, die Scheren für Wehr. Das Krebstier symbolisiert die Wiedergeburt, weil er jährlich seinen Chitinpanzer wechselt. Auch eine astrologische Bedeutung ist nicht auszuschließen. Andere Forscher vermuten, dass die Herkunft auf die krebsreiche Spree oder den Rohstoff für die Küche zurückzuführen ist.

 

 

 

Neues Stadtlogo [3]

 

Cottbus hat seit dem Frühjahr 2019 eine neue Stadtmarke

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) bringt es auf den Punkt: „Das Logo lebt vom Mitmachen. Stadtmarketing soll lange wirken, für eine Identifikation stehen und Neugier wecken. Ein Slogan bringt gar nichts.“ Wobei die Betonung auf ein liegt. Zumal die Stadt vor einem Paradigmenwechsel stehe. „Wir möchten die Bürger einbinden. Das Logo soll von den Cottbusern, Firmen und Partnern angenommen werden.“ [*]

 

 


[*] Lausitzer Rundschau (LR-online) vom 16.5.2019


Neues Rathaus, Neumarkt 5, 03046 Cottbus [1]

Oberbürgermeister/Bürgermeister

Die Bezeichnung Oberbürgermeister wird vor allem in Großstädten, kreisfreien Städten, Stadtkreisen, großen Kreisstädten sowie großen selbständigen Städten, Mittelstädten bzw. vielen großen kreisangehörigen Städten geführt. Einem Oberbürgermeister sind ein oder mehrere Bürgermeister (hauptamtliche Stadträte, Dezernenten) unterstellt, die für eigene Ressorts verantwortlich sind. Nach den gängigen Gemeindeordnungen wird die Anzahl der Bürgermeister in der Gemeindeordnung geregelt. Dessen Stellvertreter sind ehrenamtlich tätig und erhalten eine Aufwandsentschädigung. Sie werden Stadträte oder Beigeordnete genannt.

Rathaus Cottbus

Mit der seit den 1870er Jahren enorm gestiegenen Cottbuser Bevölkerungszahl, die sich durch die wirtschaftliche Entwicklung seit 1900 auf fast 40.000 Einwohner gesteigert hatte, war ein Anwachsen der Verwaltungsaufgaben verbunden, denen mit dem Neubau dieses Rathauses 1934 Rechnung getragen wurde. Es ergänzte die Räumlichkeiten des alten Rathauses auf dem Altmarkt, das heute nicht mehr steht. Im Zusammenhang mit dem Neubau wurden Wohngebäude abgerissen, darunter das Geburtshaus des Malers Carl Blechen, Berliner Straße 5.

1945 war das Rathaus fast vollständig ausgebrannt. Es wurde nach Wiederherstellungsmaßnahmen ab 1952 durch den Rat des Bezirkes genutzt und ist seit 1990 Sitz des Oberbürgermeisters. Von dem bauzeitlich architektonischen Schmuck sind zwölf Handwerkszeichen im Zwickel der Granit-Arkadenbögen, die Plastik „Mutter mit Kind“ an der Westseite und die beiden Portalfassungen der Seiteneingänge erhalten geblieben. Bei umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten 1995 bis 1998 entstanden die neue Eingangshalle und ein neues Treppenhaus mit Fahrstuhl in Glasarchitektur.

Rathaus 1937 [4]
Altes Rathaus 1933 auf dem Altmarkt [5]

 

 

 

 

 

Die Oberbürgermeister der Stadt

Amtszeit

Amtsinhaber

Partei

1745 – 1763

Johann Friedrich Hindersin

 

1763 – 1785

Johann Ludwig Köhler

 

1785 – 1796

Gottfried Wilke

 

1797 – 1803

Johann Christoph Thierbach

 

1803 – 1831

Johann Christian Krenckel

 

1831 – 1848

Johann Gottlob Roemelt

 

1848 – 1848

Hofrat Wilke

 

1850-1880

Leopold Jahr

 

1880 – 1892

Karl Mayer

 

1892 – 1914

Paul Werner

 

1914 – 1925

Hugo Dreifert

 

1926 – 1926

Heinrich Nollner

 

1927 – 1933

Erich Kreutz

 

1933 – 1937

Henricus Haltenhoff

NSDAP

1937 – 1945

Franz Victor Freiherr Baselli von Süßenberg

NSDAP

1945 – 1946

Max Döring

KPD

1946 – 1949

Otto Weihrauch

KPD/SED

1949 – 1953

Hans Bertram

LDPD

1953 – 1954

Margarete Schahn

SED

1954 – 1958

Herbert Bomski

SED

1958 – 1973

Heinz Kluge

SED

1973 – 1989

Erhard Müller

SED

1989 – 2002

Waldemar Kleinschmidt

CDU

2002 – 2006

Karin Rätzel

parteilos

2006 – 2014

Frank Szymanski

SPD

2014

Holger Kelch

CDU

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahre 1156. Cottbus entstand am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Handelsstraßen: des „Salzweges – der Niederstrecke“, die Mitteldeutschland mit Schlesien (Magdeburg mit Wroclaw) verband und der anderen, von Frankfurt/Oder nach Dresden führenden Straße.

Erstmalige Erwähnung in dieser Urkunde [6]

http://www.wikiwand.com/de/Politik_in_Cottbus

Politische Zugehörigkeit & Eingemeindungen

In der Geschichte der Stadt wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen nach Cottbus eingegliedert:

  • 1871: Schlossgebiet, Mühleninsel, Metze und Markgrafeninsel
  • 1872: Brunschwig am Berge, Brunschwig in der Gasse, Brunschwig Rittergut und Gemeinde Ostrow
  • 1904: Landgemeinde Sandow und Gutsbezirk Brunschwig
  • 1926: Teilgebiet von Madlow
  • 1927: Teilgebiet von Branitz und Ströbitz
  • Juli 1950: Madlow, Sachsendorf, Saspow, Schmellwitz und Ströbitz sowie Teilgebiete von Groß Gaglow und Klein Gaglow
  • 1974: Branitzer Park
  • 6. Dezember 1993: Branitz, Dissenchen (mit Schlichow), Döbbrick (mit Skadow), Kahren, Merzdorf und Willmersdorf
  • 26. Oktober 2003: Gallinchen, Groß Gaglow und Kiekebusch

Die Eingemeindungen seit der Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland dienten vor allem dem Zweck, den Status einer Großstadt (mit mindestens 100.000 Einwohnern) und die damit verbundenen finanziellen Zuwendungen zu erhalten. Zum Teil erfolgten diese Eingemeindungen, insbesondere die der südlichen Ortsteile im Jahr 2003, gegen den erklärten Willen der Bewohner. Bis heute wurden keine weiteren Eingemeindungen vorgenommen.

Diese historische Postkarte zeigt den Ostrower Platz im Jahr 1903. Damals war der alte Dorffriedhof bereits eingeebnet worden, der sich einst auf dem nördlichen Teil des Platzes befand.

Ostrower Platz 1903 [7]

http://www.wikiwand.com/de/Cottbus

Oberbürgermeister von 1803 bis 1831

Johann Christian Krenckel (* 30. Mai 1760 in Drossen, Neumark, † 13. Juni in Cottbus)

Johann Christian Krenckel wuchs in Drossen, dem heute polnischen Osno Lubuskie, in der Nähe von Frankfurt (Oder) auf. Bis 1775 besuchte er dort die Schule und ging 1788 nach Frankfurt (Oder), wo er ab 1793 an der Brandenburgischen Universität Frankfurt Jura studierte. Ab 1799 wurde er als Richter im Justizamt Driesen tätig. Ein Jahr später war Krenckel als Justizkommissarius in Cottbus aktiv, wird Magistratsdirigent und 1803 Bürgermeister der Stadt. 1805 erhält er den Titel Oberbürgermeister.
Er erlebte die Durchzüge napoleonischer Truppen und versuchte Unheil von der Stadtbevölkerung abzuwenden. Nach der Niederlage der preußischen Truppen bei Jena und Auerstedt wurden 1807 etwa 7000 Mann bayrische Truppen in Cottbus einquartiert, die sich äußerst gewalttätig aufführten. Zudem musste die Stadt 44000 Taler als Kontributionsleistung an die Franzosen aufbringen. Im August 1807 werden Stadt und Kreis Cottbus unter sächsischer Oberhoheit gestellt. Am 27.3.1813 nimmt Marschall Blücher Stadt und Herrschaft Cottbus wieder in preußischen Besitz. Nach dem Wiener Kongress 1815 wird Cottbus wieder preußisch und dem Regierungsbezirk Frankfurt/Oder zugeordnet.
1805 zählte man in Cottbus 5.138 Einwohner. Während der Friedenszeit kann sich die Stadt unter Oberbürgermeister Krenckel positiv entwickeln. 1816 lebten bereits 7.125 Menschen in Cottbus. Das Cottbuser Schloss, für das schon seit längerem eine wirtschaftliche Nutzung gesucht wurde, wird an die Gebrüder John und William Cockerill verpachtet. Die beiden in England geborenen und aus Belgien stammenden Unternehmer hatten bereits in Guben die Tuchherstellung vorangebracht und richten nun am 7.6.1816 im Fürstenhaus des Cottbuser Schlosses eine „Wollgarn-Spinnerei“ ein. Zwei Jahre später stellen sie auch die erste Dampfmaschine hier auf.
Im März 1820 erhält das Cottbuser Lyzeum den Status eines Gymnasiums. Damit wird den Schülern der direkte Zugang zu Universitäten ermöglicht. Zwei Jahre später erfolgt die Einweihung der neu erbauten 1. Elementarschule für die Vorstadtkinder in der Taubenstraße.
Die neuen territorialen Strukturen erfordern auch eine Veränderung des Verwaltungsaufbaues. In Cottbus wurde nun ein Landgericht aufgebaut und am 1.10.1824 wird das Gebäude des alten Landgerichtes seiner Bestimmung übergeben. Bereits 1821 wurde das alte Amtsgericht abgetragen und an seiner Stelle am Schloßberg, dem heutigen Gerichtsplatz, ein neues errichtet. Der bereits 1811 wegen Baufälligkeit zum Teil abgetragene Spremberger Turm wird 1825 wieder aufgebaut. Es erfolgen der Abriss des alten Helmdaches und der Bau des heute noch vorhandenen Zinnenkranzes.
Nach dem Abriss des alten Hospitals 1827 erfolgt die Grundsteinlegung für den Neubau unmittelbar an der Sandower Brücke. Da damit auch der Kirchhof des Hospitals beseitigt ist, wird am späteren Muskauer Platz nun der neue Sandower Friedhof eingerichtet.
Die königliche Regierung in Frankfurt lehnt im Juni 1928 den ersten Statutenentwurf für die Cottbuser Sparkasse ab. Nachdem jedoch zwischen 1828 und 1829 dreißig Cottbuser Bürger die Garantie für die zu erwartenden Einlagen der neuen Sparkasse erklärt hatten, konnte diese zum 1.1.1830 ihren Geschäftsbetrieb eröffnen. Sie ist eine der ältesten Sparkassen der Region, ihre Gründung war wesentlich getragen vom Verantwortungsgefühl, den Umgang mit Geld allen Cottbusern seiner Zeit zu ermöglichen.
Gesellschaftlicher Höhepunkt in der Amtszeit Krenckels ist die (historisch verfehlte) 900-Jahrfeier am 3. August 1830. Man bezog sich damals auf ein erfundenes Gründungsdatum aus dem Jahr 930. Verbunden mit dem 60. Geburtstag des preußischen König Friedrich Wilhelm III. erinnert man an die sagenhafte Stadtgründung im Jahre 930 durch Heinrich I., von der ein Peter Hosemann einst berichtete und Zeugnisse vorlegte. Diese waren jedoch gefälscht, wie die Heimatforscher einhundert Jahre später rechtzeitig nachwiesen, ehe die Stadt eine Säkularfeier veranstalten konnte. Oberbürgermeister Krenckel hielt vom Rathausbalkon aus eine Rede, danach fand ein feierlicher Gottesdienst statt und die Honoratioren trafen sich zum Festessen im Hotel „Goldener Ring“ am Altmarkt. Am Abend war die Stadt festlich erleuchtet.

„Hotel Goldener Ring“ Postkarte [8]

Anfang 1831 legt Johann Christian Krenckel sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Er stirbt am 13. Juni 1831 in Cottbus.


https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/justizkommissar_johann_christian_krenckel.html

https://www.stadtmuseum-cottbus.de/chronik.html?page=5

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christian_Krenckel

https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/cottbuser-koepfe-johann-christian-krenckel_aid-2556253

https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/johann-christian-krenckel_aid-4450002


Oberbürgermeister von 1831 bis 1848

Johann Gottlob Roemelt (* 1783 bei Breslau, † 1867 in Cottbus)

Gotthold Roemelt [9]

Johann Gottlob Roemelt wurde 1783 als Sohn eines Mühlenbesitzers bei Breslau geboren. Er studierte Theologie in Breslau. Als Artillerieoffizier diente er bei den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815, studierte danach Recht und wurde Obergerichtsrat am Landgericht in Cottbus. Zwischen dem 12. und 15.02.1832 finden in Cottbus die ersten Wahlen zu einem Stadtparlament statt. Gewählt werden 30 Stadtverordnete und Johann Gottlob Roemelt tritt sein Amt als Oberbürgermeister an.
In seiner Amtszeit setzte sich Roemelt wiederholt für Verbesserungen in der Betreuung der Arbeitslosen und Armen ein. Im Winter 1847/48 verschlechtert sich die Wirtschaftslage in Cottbus dramatisch. Nach Massenentlassungen und drastischen Lohnsenkungen in den Textilfabriken wächst der Unmut der Menschen. Am 18. April 1848 versammeln sich hungernde Arbeiter und demokratisch gesinnte Bürger um gemeinsam gegen die unfähige Stadtverwaltung, hohe Steuern, hohe Lebensmittelpreise und niedrige Löhne, zu protestieren. Roemelt warf man vor, nicht konsequent gegen die Aufrührer vorgegangen zu sein, so sprach ihn der Cottbuser Stadtrat das Misstrauen aus. 1848 wurde er als Oberbürgermeister abgesetzt.


http://www.stadtspaziergaenge.de/2009/Druckversion/Broschuere_Spuren_der_Demokratie.pdf – Seite 8

http://www.heimatverein-cottbus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=17&Itemid=22

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Stadtoberhaupt-in-revolutionaeren-Zeiten;art1049,4705316


Oberbürgermeister von 1850 bis 1880

Leopold Jahr (* 03. Januar 1805 in Neuzauche, † 20. November 1884 in Breslau)

Nach seinem Jurastudium, war L. Jahr in Cottbus als Justiziar am Patriomonialgercht tätig und wurde am 1. Mai 1848 Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung. Am 26. Juni 1850 wurde er zum 1. Bürgermeister von Cottbus gewählt und trat das Amt im Oktober an. Zu Beginn seiner Amtszeit zählt man 9.200 Einwohner in der Stadt. 1858 wird eine Telegraphenstation in Betrieb genommen. Zwei Jahre später ist das Zentralgefängnis nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt. In den Jahrzehnten seines Bestehens wird dieses Gefängnis in seinen unterschiedlichen Epochen traurige Berühmtheit erreichen. Die Gasanstalt wurde 1861 gebaut und die Straßenbeleuchtung mit Gaslaternen in Gang gesetzt.
Besonders wichtig war die wirtschaftliche Entwicklung der Tuchindustrie für die Stadt. In den folgenden Jahrzehnten kam es zum eigentlichen Aufschwung, in der zahlreiche Großbetriebe entstanden. Im Cottbuser Adressbuch sind für das Jahr 1874/75 118 Tuchfabrikanten erwähnt. Die Zahl der Arbeiter von 1.900 im Jahr 1860 stieg auf 5.900 dreißig Jahre später. Großen Anteil hat Leopold Jahr auch Anschluss von Cottbus ans Eisenbahnnetz. Am 13.9.1866 wird der Betrieb auf der Bahnstrecke Cottbus-Berlin aufgenommen. Bis 1876 kamen zahlreiche weitere Verbindungen hinzu.
Mit dem Einzug des 2. Bataillon des Infanterie-Regimentes Nr.52 wird Cottbus am 7. Januar zur Garnisonsstadt. Durch Eingemeindungen wurde die Stadt immer größer. 1872 wurden in Cottbus 22288 Einwohner gezählt.
Leopold Jahr überreichte bereits 1857 den ersten Ehrenbürgerbrief an den Fürsten von Pückler-Muskau. Aus Alters-und Gesundheitsgründen bat er um Pensionierung zum 1. Januar 1880. Die ehemalige Jahrstraße wurde nach ihm benannt, die aber 1967/1968 durch das Konsument-Warenhaus überbaut wurde.


 

http://www.heimatverein-cottbus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=18&Itemid=19

Lausitzer Rundschau 20.11.2009

Lausitzer Rundschau 3./4. 07.1999


Oberbürgermeister von 1880 bis 1892

Dr. Karl Mayer (* 1842 in Potsdam, † 18. November 1909 in Rudolstadt)

Dr. Karl Mayer, Sohn eines Potsdamer Schulrats, studierte Rechts- und Verwaltungswissenschaften in Jena und Leipzig. Ebenfalls in Potsdam wurde er 1864 zum Stadtkämmerer gewählt, erwarb den Doktortitel und war ab 1868 als Gerichtsassessor in der Stadt tätig. Am 1. Januar 1880 schreiben die Stadtverordneten in Cottbus die Stelle des 1. Bürgermeisters aus. Dr. Karl Mayer bewirbt sich um diese und wird am 12. Januar von ihnen gewählt. Drei Monate später am 12. April wird er in sein Amt eingeführt.
Am 1. Oktober 1880 werden in Cottbus 25.590 Einwohner gezählt. 1882 wurde das Marktleben reguliert und eine Untersuchungsstation für Lebensmittel und Genusswaren eingerichtet. Um das rasche Wachstum der Stadt zu bewältigen, schuf der Oberbürgermeister 1884 das Stadtbauamt und ernannte einen fest angestellten Stadtbaurat. Der Verwaltungsapparat wuchs auf 110 Personen, darunter 31 Polizeibeamte. Bereits ein Jahr zuvor 1883 richteten die im Fabrikantenverein zusammengeschlossenen Unternehmer eine private Webschule ein. Zwölf Jahre später wird diese eine öffentliche Lehranstalt und führt den Namen Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie.
Im März 1886 wird die neue Infanteriekaserne eingeweiht. Cottbus erhielt den Status einer Garnisonsstadt. Somit hat Dr. Karl Mayer eine wichtige Voraussetzung geschaffen, dass die Stadt am 9. November aus dem Kreisverband herausgelöst wurde und einen eigenen Stadtkreis bildete. Cottbus zählte zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 30.000 Einwohner was für eine Kreisfreiheit Voraussetzung war. Vier Jahre später 1890 waren es fast 40.000 Menschen.
Eine neue Oberrealschule in der Bahnhofstraße wird am 1. Mai selben Jahres eingeweiht. Durch bauliche Erweiterungen in den folgenden Jahren wird die Schule eine der größten und bedeutendsten in der Region. Der Städtische Schlachthof wird am 25. August 1890 in Betrieb genommen und im Juni 1891 das neue Gebäude der Hauptpost.
1893 endet die Amtszeit für Dr. Karl Mayer in Cottbus. Er ging nach Rudolstadt und wirkte am fürstlichen Hof als Regierungsrat und Vortragender Rat.


http://www.heimatverein-cottbus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=18&Itemid=19

Lausitzer Rundschau 18.11.2009 Cottbuser Köpfe – Dr. Karl Mayer

Cottbuser Heimatkalender 1992 – Geschichte der Stadt Cottbus


Oberbürgermeister von 1892 bis 1914

Paul Werner (* 19. Oktober in Zeitz, † 10. Juni 1927 in Cottbus)

Paul Werner [10]

Paul Werner besuchte das Gymnasium in Frankfurt/Oder und studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Am Deutsch-Französischen Krieg nahm er 1870 als Kriegsfreiwilliger teil. Bevor Werner nach Cottbus kam, war er von 1878 bis 1880 Kreisrichter in Kirchhain, heute Doberlug-Kirchhain und 2. Bürgermeister von Bromberg. 1881 übernahm er die Funktion des 1. Bürgermeisters von Hamm. Ab 1887 war er nationalliberaler Abgeordneter des Westfalenparlaments. Als Nachfolger von Dr. Karl Mayer trat Werner seinen Dienst am 1. Mai in Cottbus 1892 an. Die Funktion eines Oberbürgermeisters erhielt er am 18. Februar 1884.
In seiner Amtszeit entwickelte sich Cottbus zu einem bedeutsamen Zentrum der Niederlausitz. Aufstrebende Industrie fand ihre Fortführung in zahlreichen Reichs- und Landesbehörden. Vereine und Verbände der Stadt strahlten in die Region aus und wichtige kommunale Einrichtungen wurden in der Stadt geschaffen.
1892 zählt die Stadt 35.814 Einwohner. Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Cottbus und Berlin wird im November abgeschlossen. Die Realschule in der Bahnhofsstraße, sie wird mal Werners Namen tragen, bekam 1893 einen Erweiterungsbau und eine Turnhalle. Im April werden die Cottbuser Straßen und Häuser neu nummeriert. Bisher erfolgt die Zählung der Häuser sowie der Grundstücke fortlaufend und nach Stadtvierteln. Nun führen auch die Cottbuser Straßennamen ein und die Häuser werden in den Straßen gezählt. Der Kreistag lehnt im selben Monat die Eingemeindung von Sandow und Brunschwig ab.
Auf Drängen des Oberbürgermeisters Werner berieten die Stadtverordneten am 23. Mai 1894 den ersten „Stadtbebauungsplan“. Er war bereits langfristig auf eine Bevölkerung von etwa 20.000 Einwohner ausgelegt. Ebenfalls berieten die Stadtverordneten die Vorlage des Stadtbauamtes zum Projekt der Einführung der Kanalisation und Wasserversorgung und stimmten dieser zu.
Zwischen dem 24. Februar und dem 21. April 1896 erlebt die Niederlausitz den ersten großen Streik der Textilarbeiter. Fast 6.000 Arbeiter legen die Arbeit nieder, nachdem am 54 Tuchfabrikanten mit Aussperrungen gedroht hatten. Nach langwierigen Verhandlungen erreichen die Arbeiter die Einführung des Elf-Stunden-Tages und eine Lohnerhöhung sowie den Verzicht der Unternehmer auf Entlassungen und Lohnkürzungen.
Im Dezember 1997 wird in Cottbus die Wasserversorgung in Betrieb genommen. Schon im ersten Jahr sind fast 900 Grundstücke an das über 50 km lange Wassernetz angeschlossen und 1899 konnte auch die Kläranlage im Cottbuser Norden in Betrieb genommen werden. Vom 41 km langen Kanalnetz können 1900 bereits 1.629 Grundstücke profitieren – Oberbürgermeister Paul Werner hatte mit der Realisierung sein erstes großes Projekt zum Nutzen der Stadt durchsetzen können.
Am 1. Dezember 1899 wird der Spreewaldbahnhof in Betrieb genommen. Zwischen 1897 und 1898 werden die „Lübben-Cottbuser-Kreisbahnen“, später unter dem Namen Spreewaldbahn bekannt, errichtet. Die Eisenbahn verbindet Cottbus mit Burg und Straupitz, sowie Lübben, Goyatz und Lieberose. Nachdem der Westbahnhof der Kleinbahn am 16.9.1902 abgebrannt war, erfolgte der Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes. Am 5. Dezember 1904 wird dieses Bauwerk seiner Bestimmung übergeben.
Zu Beginn des neuen Jahrhunderts leben fast 40.000 Menschen in der Stadt. Cottbus ist die bedeutendste Stadt in der Region und Zentrum der Textilindustrie, des Verkehrswesens und Standort zahlreicher Behörden. Die Cottbuser feiern am 16. Juni 1900 die Eröffnung der Lungenheilstätte. Im Jahre 1898 hat die Landesversicherungsanstalt ein Gelände von 16 Hektar bei Kolkwitz übernommen. In Cottbus sind 1900 969 Handwerksbetriebe in 74 Gewerben angesiedelt. An der Spitze stehen dabei die 177 Schuhmacher und 156 Schneider, gefolgt von 73 Bäckern und 63 Fleischern.
Der Verschönerungsverein übernahm 1901 die gärtnerische Ausschmückung der Schloßberg-Lehne und verbindet durch einen promenadenartigen Fußweg über den „Schloßsteg“ den Luckauer Wall mit dem Stadtpark (heute Goethepark). Auch mit der Gestaltung des „Außenparks“ zur Verbindung mit dem Branitzer Park wurde damals begonnen. 25 Ärzte, 3 Zahnärzte und 3 Tierärzte sowie 4 Apotheken versorgen die Einwohner der Stadt. Im September erfolgt die Inbetriebnahme der nördlichen (41 Meter lang) und südlichen (ca. 30 Meter lang) Bahnhofsbrücke. Die bisherige hölzerne Konstruktion wurde nun durch einen Massivbau ersetzt.
Nachdem bereits im Oktober der Sandower Gemeinderat eine Kommission zur Vorbereitung der Eingemeindung nach Cottbus gewählt hatte, stimmen auch die Cottbuser Stadtverordneten im November 1902 der Eingemeindung von Sandow und Brunschwig zu.
Im Jahr 1903 werden verschiedene Firmen eröffnet, die über Jahrzehnte das Bild der Stadt prägten, so u. a. die „Konditorei Seidel“, das „Fahrradhaus Gustav Sola“, die „Tabakhandlung Max Hellenbruch“ und das „Baugeschäft Hermann Koal“. Ebenfalls wird in diesem Jahr der Südfriedhof seiner Bestimmung übergeben. Die Stadtverordneten sollten über den Bau eines neuen Krankenhauses befinden. Jedoch sollten noch mehr als zehn Jahre vergehen ehe 1914 das neue Städtische Krankenhaus eröffnet wird. Am 27. April wird in das neue Kabelnetz der Stadt Cottbus erstmals Strom eingespeist. Parallel zum Aufbau des Elektrizitätswerkes werden auch die Anlagen für die Straßenbahn errichtet. Im Juli 1902 war der Baubeginn und die erste Probefahrt findet am 22.6.1903 statt. Zunächst fährt die Straßenbahn auf drei Linien. Die Rote verkehrt zwischen dem Bahnhof und Sandow, die Blaue von der Dresdner Straße nach Ströbitz und die Gelbe verbindet den Spreewaldbahnhof mit Schmellwitz. Nach dem Bau des Krankenhauses wird 1914 die weiße Linie eingerichtet, die Straßenbahnen verkehren hier zwischen den Bahnhof und dem Krankenhaus. Mit einigen Abweichungen und Erweiterungen bleiben diese Linien bis weit in die fünfziger Jahre konstant, erst im Februar 1952 werden Nummern eingeführt und die Rote Linie erhielt die Nummer 1, die Blaue Linie die 2, die Gelbe Linie die 3 und die Weiße Linie die 4.

Historisches Foto Gleisbauarbeiten 1900 im Kreuzungsbereich Dresdener Straße, Kaiser-Friedrich-Straße, Spremberger Straße.[11]

1904 wird die Straßenbahn bis auf den noch nicht gepflasterten Vorplatz des Bahnhofs gelegt. Im Juni werden die neuen Schmuckanlagen am Kaiser-Wilhelm-Platz (heute Brandenburger Platz) übergeben. Wieder hat die Stadt ein Kleinod gewonnen.
Im April 1907 wird in der Stadt das erste stationäre Kino im „Metropol“ am Neumarkt eröffnet. Ein zweites Kino öffnet am 29.3.1908 und auch im Hotel „Weißes Roß“ steht ein Tonbildtheater. Wenige Jahre später, am 4.10.1911, konnte ein besonderer Kinobau seine Pforten öffnen, der „Weltspiegel“ gilt noch heute als eines der ältesten Zweckbauten für Kinovorführungen. Noch wurden die Stummfilme am Piano begleitet, erst 1929 erleben die Cottbuser in den Kammerlichtspielen den ersten Tonfilm.
Am 1. Oktober 1908 erleben die Cottbuser die feierliche Einweihung des Cottbuser Stadttheaters. Seit dem 19. Jahrhundert wurde Theater im Gasthof zum Goldene Ring gespielt, nun besitzt die Stadt einen eigenen Musentempel. Nach der Fertigstellung des Theaters wird nun auch der südliche Teil des Schillerplatzes zu einer Parkanlage umgestaltet, während der nördliche Teil des Platzes mit dem Springbrunnen erst 1956 neu gestaltet wurde. Fünf Jahre nach der Inbetriebnahme der Cottbuser Straßenbahn werden die ersten Linien erweitert. So wird, nachdem die Unterführung in der Dresdner Straße fertig gestellt wurde, die Blaue Linie bis zum Südfriedhof am 20.11.1908 und am 19.12.1908 die Roten Linie bis zum Schützenhaus in der Kiekebuscher Straße verlängert. 1909 wird der zweigleisige Ausbau der Eisenbahnstrecke nach Görlitz abgeschlossen. Die vierte Straßenbahnlinie zwischen Spreewaldbahnhof und Oberkirche wird im Juni als Grüne Linie in Betrieb genommen.
In der Stadt leben 1910 insgesamt 48.643 Einwohner. 1911 wird das Knappschaftsgebäude als Verwaltung des Brandenburgischen Knappschaftsvereins hinter dem Stadttheater gebaut. Die Stadtverordneten beschließen am 14.6.1911 den Bau einer Brücke „von den Zschieschenparzellen hinüber zur Branitzer Grenze“. Die Brücke erhielt den Namen „Wernersteg“ und erinnerte an den Oberbürgermeister Paul Werner. Mit einem Festgottesdienst wird am 17. Dezember die Oberkirche nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten wieder ihrer Bestimmung übergeben. Begonnen wurde mit den Arbeiten im Herbst 1910, vor allem der äußere Zierrat der Kirche sowie eine neue Dacheindeckung und die Dachreiter wurden erneuert.
Die „Augusta-Schule“, das heutige Konservatorium, wird am 5.1.1912 in der Puschkinpromenade eingeweiht. Sie ist aus der 1859 gegründeten Privatschule für höhere Töchter hervorgegangen und wird nach 1945 als 6. Polytechnische Oberschule genutzt. Der Cottbuser Flugplatz erhält im Mai die Zulassung als Verkehrslandeplatz. Der überdachte „Wernersteg“ in Sandow wird im November zur Nutzung freigegeben. Die Holzkonstruktion ist 50 Meter lang und 2 Meter breit. 1945 wird die Brücke zerstört. 1913 leben in der Stadt 50.139 Einwohner. Es gibt 218 gewerbliche Betriebe mit 10.994 Beschäftigten. In 73 Tuchfabriken arbeiten 7.218 Beschäftigte. In sieben Brauereien produzieren 110 Arbeitern etwa 63.000 Hektoliter Bier, dafür erhält die Stadt 139.000 Mark Brausteuern. Die Stadtverordnetensitzung beschließt den Neubau der Straßenbahn vom Bahnhof zum Krankenhaus. Dieser soll 200.000 Mark kosten. Der Magistrat beschließt im Oktober die Gewährung des Ehrenbürgerrechts für den Oberbürgermeister Paul Werner.

Historische Foto Wernersteg [12]

Nach 22 Jahren im Amt gibt Oberbürgermeister Paul Werner am 12. Januar 1914 seinen Rücktritt aus Altersgründen bekannt. Seine Amtszeit prägt das Stadtbild von Cottbus bis heute wesentlich. Seine letzte Amtshandlung ist die Einweihung der Jubiläumsbrücke am 30. März. Gestiftet hat diese der Fabrikant Rottka anlässlich des 25. Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelm II. Sie verbindet den Branitzer Park mit dem Volkspark in Madlow. Am 1. April tritt Werner offiziell zurück. Werner wurde am 26. März 1914 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Am 2. März 1999 wurde die 5. Gesamtschule zum Gedenken an ihn in „Paul-Werner-Gesamtschule“ umbenannt. Seit der Reform des Gesamt- und Realschulwesens im Land Brandenburg 2005 Paul-Werner-Oberschule. Die Straße zwischen Berliner Straße und Wilhelm-Külz-Straße, vorbei am Staatstheater, ist nach ihm („Wernerstraße“) benannt. Paul Werner starb am 10.6.1927 in Cottbus.

Privatfoto T. Glatzer: Wernerstraße 2019 [13]

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Werner_(B%C3%BCrgermeister)

https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/kreisrichter_paul_werner.html

https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/werner-paul.html


Oberbürgermeister von 1914 bis 1925

Hugo Dreifert (* 1. Juni 1862 in Cottbus, † 29. Juli 1925 in Cottbus)

Hugo Dreifert [14]

Hugo Dreifert entstammt einer alteingesessenen Cottbuser Kaufmannsfamilie, die in der damaligen Gymnasialstraße 10, heute Dreifertstraße 10, wohnt. Er besucht das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium seiner Heimatstadt und studiert Jura in Leipzig, in Freiburg im Breisgau, in München und Berlin. Anschließend arbeitet er kurzzeitig in Berlin als Gerichtsassessor, wechselt dann jedoch in seine Heimat zurück. Hier übernimmt er die Stelle eines Stadtrates und Stadtsyndikus, ehe er von 1894 bis 1905 unter Paul Werner der 2. Bürgermeister von Cottbus wird.
Als im Oktober 1905 der „Verein für Heimatkunde in Cottbus e. V.“ gegründet wird, tritt Dreifert als erster Vorsitzender des Vereins auf.
Von 1905 bis 1907 war er 1. Bürgermeister von Brandenburg an der Havel, danach bis 1914 Oberbürgermeister der Stadt. Als Paul Werner sich mit 65 Jahren vom Amt zurückzog, übernahm es Dreifert 1914 für die schweren Zeiten des Krieges, der revolutionären Unruhen und der inflationären Nachkriegsjahre. Das von Dreifert geführte Stadtparlament machte Gelder frei zum Kauf von Schuhen für mittellose Familien, für die Einrichtung von Wärmehallen im Winter, vor allem aber für den sozialen Wohnungsbau in der Dresdener, Bautzener und Berliner Straße. Er setzte sich für den Bau des Strombades und die Anlage des Nordparks, heute Käthe-Kollwitz-Park, ein. Im Juli 1925 stirbt Hugo Dreifert infolge eines Schlaganfalls. Zwischen 1848 und 1945 ist er als einziges Oberhaupt der Stadt selbst ein gebürtiger Cottbuser. Am 1. November 1925 wird die Gymnasialstraße ihm zu Ehren in die Dreifertstraße umbenannt.

Privatfoto T. Glatzer: Dreifertstraße 10 [15]

https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/gerichtsassessor_hugo_dreifert.html

https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/dreifert-hugo.html

https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/hugo-dreifert_aid-3906461


Oberbürgermeister 1926

Heinrich Nollner (* 17. September 1879 in Rinteln an der Weser, † 20. Juli 1926 in Cottbus)

Heinrich Nollner [16]

Der Sohn eines Kaufmanns studierte Jura und Volkswirtschaft und wurde nach dem Abschluss im Jahr 1907 als Landrichter in Gnesen (heute Gniezno) eingesetzt. Im Jahr 1913 wurde er zweiter und noch im 1. Weltkrieg 1. Bürgermeister dieser Kreisstadt in der Provinz Posen. Nach dem Versailler Friedensvertrag wurde das Gebiet an Polen abgetreten und Nollner musste darauf zurücktreten. Im Jahr 1925 bewarb sich Nollner nach dem Tod von Oberbürgermeister Hugo Dreifert nach einer Ausschreibung um das Amt in Cottbus. Er gewann die Stichwahl gegen zwei weitere Kandidaten und am 22. März 1926 begann seine Amtszeit.
Im Jahr 1926 gab es in der Stadt rund 1500 Arbeitsuchende, die Zahl der Firmenkonkurse hatte sich mehr als verdoppelt, die Wohnungsnot war groß, und ein Spreehochwasser hatte beträchtliche Schäden angerichtet. Nollner versuchte die Probleme zu klären und Entscheidungen zu forcieren, die bei der Finanzierung der überhöhten Baukosten der Landwirtschaftsschule, bei der Schaffung neuer Wohngebiete, bei der Flugplatzerweiterung und bei der Verlängerung des Straßenbahnnetzes auftraten. Die dringend nötige Kanalisation konnte im Mai 1926 mit der Kanalisation in Sandow begonnen werden. Und die Verlängerung der Straßenbahnlinie nach Madlow waren erste Erfolge.
Insgesamt konnte Nollner als Oberbürgermeister, außer einer dringend benötigten städtischen Anleihe, für die er durch intensive Verhandlungen mit Vertretern aus Handel und Industrie das Geld beschaffte, keine tieferen Spuren in Cottbus hinterlassen. Heinrich Nollner ist der Oberbürgerbürgermeister der Stadt Cottbus mit der kürzesten Amtszeit. Er war nur knapp vier Monate im Amt, als er an den Folgen einer Lungenentzündung im Städtischen Krankenhaus starb. Auf dem Südfriedhof fand er seine letzte Ruhestätte.


http://www.lb-oldenburg.de/pdf/biohandb/n.pdf Seite 528

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Heinrich-Nollner;art1049,2678806,2#

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Heinrich-Nollner;art1049,1329120


Oberbürgermeister 1927 bis 1933

Erich Kreutz (* 2. September 1884 in Magdeburg, † 19. September 1943 in Potsdam)

Erich Kreutz [17]

Erich Kreutz, Sohn eins Gasthofpächters bei Magdeburg, wuchs in kleinbürgerlich soliden Verhältnissen aus. Seit seinem sechsten Lebensjahr besuchte er die Vorbereitungsschule und dann das Magdeburger Domgymnasium. Nach der Schulzeit folgte ein Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Halle a. d. Saale und Jena. Während des Studiums wurde er 1904 Mitglied der Burschenschaft Teutonia Jena. Sein Referendariat absolvierte er beim Amtsgericht in Wolmirstedt, beim Landgericht und der Staatsanwaltschaft in Magdeburg, beim Oberlandesgericht in Naumburg. Er wurde zum Doctor iuris utriusque promoviert und in der Finanz- und Etatverwaltung der Stadt Magdeburg eingesetzt.
Bei Kriegsausbruch 1914 nahm Kreutz als Oberleutnant der Reserve an verschiedenen Schlachten teil und erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse. Im 1915 eroberten Liveland wurde er als Landrat des Kreises Pernau tätig um es verwaltungstechnisch zu reformieren. Nach dem Krieg lehnte Kreutz ein Angebot zur Kandidatur auf das Oberbürgermeisteramt im thüringischen Apolda ab und bewarb sich um eine Stelle in der Kommunalverwaltung von Buer in Westfalen. Kreutz wurde dort im Dezember 1919 zum Magistrat und im Februar 1920 zum Stadtrat gewählt.
Ende 1926 bewarb er sich um die Stelle des Oberbürgermeisters von Cottbus und trat am 5. Februar 1927 seinen Dienst an. In seiner Amtszeit erlebten die Cottbuser die Folgen der Inflation, trotzdem baut Kreutz auf die Bürger der Stadt. Er beziffert das städtische Vermögen der Stadt auf ca. 50 Millionen Reichsmark, denen Schulden von ca. 17,7 Millionen Reichsmark gegenüber stehen. In seiner Zeit als Oberbürgermeister wurde 1927 der Cottbuser Flugplatz in Betrieb genommen, der Erweiterungsbau des Krankenhauses 1928 realisiert, 1929 das Warmbad in Sandow errichtet und die Erweiterung der Städtischen Kunstsammlungen fortgesetzt. 1930 konnte der Bau der Bismarkschule, heute Bauhausschule, abgeschlossen werden.
Kreutz wird am 11. Juli 1933 durch die Nationalsozialisten in Cottbus „ab sofort beurlaubt“ und als Oberbürgermeister in Brandenburg an der Havel eingesetzt. Als sperriger und autoritärer Charakter fiel es ihm nicht leicht sich an den Umstand zu gewöhnen, als Oberbürgermeister einer Stadt seine Macht mit einem Kreisleiter der NSDDAP zu teilen. Die Nationalsozialisten wünschten sich gerade auf dem Brandenburger Oberbürgermeistersessel einen loyalen Parteigenossen, der intensiv mit den örtlichen Organen der NSDAP zusammenarbeitet, da Brandenburg an der Havel als ehemalige marxistische Hochburg und gleichzeitig als Zentrum der Schwer- und Rüstungsindustrie für die Nationalsozialisten ein besonderes Problem darstellte. 1935 begannen die Widersacher von Kreutz, Material gegen den amtierenden Oberbürgermeister zu sammeln.
Im Jahre 1936 fanden Dienststellen der NSDAP heraus, dass Kreutz in seiner Cottbuser Amtszeit aktives Mitglied der örtlichen FreimaurerlogeZum Brunnen in der Wüste“ gewesen war. Obgleich sich Kreutz verbissen gegen alle Anschuldigungen wehrte und bezüglich der ehemaligen Loge eine Kooperation mit den Dienststellen des Dritten Reiches anbot, wurde er am 29. Juni 1937 fristlos aus dem Amt entfernt. Am 6. August 1943 wurde Dr. Erich Kreutz als Mitglied der konservativen und monarchistischen Kasino-Gesellschaft verhaftet. Die Anklage lautete auf „staatsfeindliche Propaganda“. Ein Mitangeklagter wurde in dem anhängigen Verfahren zum Tode verurteilt und am 4. Dezember 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet. In Erwartung dieses Schicksals nahm sich Dr. Erich Kreutz im Potsdamer Gefängnis am 19. September 1943 das Leben und kam damit der gegen ihn angestrebten Verhandlung zuvor.


https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/Kreutz-Erich.html

https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/dr_erich_kreutz.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Kreutz


Oberbürgermeister 1933 bis 1937

Enricus Haltenhoff (* 22. Juli 1888 in Lauterberg, † 3. September 1956 in Hannover)

Henricus Haltenhoff [18]

Geboren in Bad Lauterberg im Harz studierte Haltenhoff nach dem Abitur an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft. Anschließend war er Referendar in Bad Pyrmont, Hannover und Celle. Von 1916 bis 1918 arbeitete er als juristischer Hilfsarbeiter beim Deutschen Städtetag. 1921 wurde er in Frankfurt (Oder) zunächst zum Stadtrat, 1926 schließlich zum Bürgermeister gewählt. Am 28. März 1933 wurde er nach Cottbus als kommissarischer Magistratsdirigent berufen und bereits im Juli des selben Jahres zum Oberbürgermeister gewählt. Außerdem trat er zum 1. April in die NSDAP ein. Haltenhoff war Förderndes Mitglied der SS und SA-Mitglied. In seiner Amtszeit als Cottbuser Oberbürgermeister fallen die ersten Verhaftungen von Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschaftlern sowie die Verfolgung von jüdischen Geschäftsinhabern. 1935 wurde die Cottbuser Freimaurerloge durch die Nationalsozialisten verboten und das Gebäude enteignet.
Die Einstellung der zivilen Luftfahrt und der Beginn der militärischen Nutzung des Flugplatzes bringen den Beginn der Militarisierung in Cottbus. Des weiteren wurde ein Häuserkarree, darunter das sogenannte Stadtpalais und das Geburtshaus von Carl Blechen abgerissen. Der Bau des Neuen Rathauses 1934 bis 1936, die Rekonstruktion der alten Stadtmauer mit Hilfe der Deutschen Arbeitsfront, der Bau der Reichsbank 1933 und der Sparkasse 1937 fallen ebenfalls in seine Zeit als Oberbürgermeister.
Im Oktober 1937 schied Haltenhoff aus dem Amt und wurde Oberbürgermeister von Hannover. 1938 zum SA-Standartenführer ernannt legte er unter dem Druck der Gauleitung im April 1942 sein Amt nieder. Die Gründe sind bis heute unklar. Nach Recherchen eines Historikers hat Haltenhoff in Hannover wesentlich dazu beigetragen, im Rahmen der Arisierung jüdisches Grundeigentum weit unter Wert zu erwerben, jüdischen Bürgern zu Spottpreisen Wert- und Kunstgegenstände abzunehmen. Viele Stücke wurden dem Ratssilber eingegliedert und mehrere mit neuen Monogrammen versehen, nachweislich von Haltenhoff an Nazigrößen verschenkt. Während des Entnazifizierungsverfahrens wurde er am 13.08.1949 in die Gruppe IV (Mitläufer) eingestuft. Von 1954 bis 1955 saß er als gewählter Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag.


https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/henricus-haltenhoff_aid-2701465

Haltenhoff Henricus Dr.

Henricus Haltenhoff – Wikipedia

https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/dr_henricus_haltenhoff.html


Oberbürgermeister 1937 bis 1945

Franz Victor Freiherr Baselli von Süßenberg (* 12. Juni 1897 in Pinneberg, † 19. November 1945 in Toszec, ehemaliges Tost)

Franz Victor Freiherr Baselli von Süßenberg [19]

Franz von Baselli wurde am 12. Juni 1896 als Sohn des Rechtsanwalts und Notars Carl Freiherr Baselli zu Süßenberg und dessen aus St. Petersburg stammenden Ehefrau Karoline in Pinneberg geboren. Der Vater war bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Pinneberg kommunalpolitisch engagiert und amtierte als Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister. Franz besuchte in Pinneberg die Volksschule und das Realgymnasium in Elmshorn und Altona, wo er 1914 das Abitur machte. Er war Leutnant im 1. Weltkrieg an der Ost und Westfront. 1919 studierte er an der Universität in Kiel und Hamburg Jura. In den Staatsdienst trat er 1921 als Gerichtsreferendar ein und amtierte anschließend als sogenannter Hilfsrichter. Die Juristische Staatsprüfung bestand er 1926 in Berlin. Er war dann von 1926 bis 1934 als Rechtsanwalt und Notar tätig.
Eine Mitgliedschaft in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) währte bis 1928. In Pinneberg wurde er am 1. Januar Mitglied in der NSDAP, wo er als Ortsgruppenleiter sofort Karriere machte. 1933 amtierte er als ehrenamtlicher Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister. Eine Gemeindeordnung von 1933 verhalf Baselli zum Bürgermeisteramt in Schleswig, das er am 22. Januar 1934 antrat. Diese sah vor, dass nur noch ausgebildete Fachleute wie u. a. Juristen das Amt des Bürgermeisters ausüben dürfen. In seiner Funktion trug er wesentlich dazu bei, dass nationalsozialistische Verwaltungsgrundsätze in allen Kommunen des Landes umgesetzt wurden. Wegen der dabei erzielten Verdienste erfolgte auf Fürsprache von Gauleiter Hinrich Lohse seine Versetzung auf den Posten des Oberbürgermeisters in Cottbus. Diesen trat er am 8. November 1937 an.
Zu Beginn seiner Amtszeit in Cottbus wurde am 7. Dezember das neue Rathaus eingeweiht, was seinen Stil der nationalsozialistischen Architektur und Kunst entsprach. Sein Amt wird von den Ereignissen um und während des 2. Weltkrieges geprägt sein.
Ein erster Transport bringt jüdische Mitbürger am 14. November 1938 in die Vernichtungslager. Am 9. November 1938 brennt die Cottbuser Synagoge in der Jahrstraße nieder. Im Februar 1939 werden auf Anordnung Basellis Notfallübungen geprobt und Sirenen ertönen in der Stadt. Noch aber feiern die Cottbuser die nationalsozialistischen Erfolge.
Im Herbst 1940 erleben die Cottbuser die ersten Luftangriffe auf die Stadt. Im folgenden Jahr werden Gottesdienste in wendischer Sprache verboten. 1942 sind Busse zum Betrieb mit Stadtgas umgerüstet. Die Reserven für die Zivilbevölkerung werden immer begrenzter. Der schwerste Bombenangriff ging am 15. Februar 1945 auf Cottbus nieder. Amerikanische B 17-Bomber zerstörten große Teile der Südstadt sowie den Bahnhof mit seinen Werkstätten. Ein explodierender Munitionszug richtete zusätzlich verheerende Schäden an. Am 16. April überschreitet die Rote Armee die Neiße und nimmt am 22. April Cottbus ein. Schäden werden hauptsächlich in der Innenstadt angerichtet. Altes und Neues Rathaus werden zerstört und Wohnquartiere liegen gänzlich in Trümmern. Die Oberkirche brannte aus, das Museum verlor seine Bestände und die Stadtwerke erlitten enorme Schäden. Von den 55.000 Bewohnern vor Kriegsbeginn waren nur noch etwa 3.000 in der Stadt.
Plünderung, Vergewaltigung, sowie Erschießungen und die Verschleppung zahlreicher Einwohner der Stadt, ließen die Cottbuser nach dem Krieg nicht zur Ruhe kommen.
Oberbürgermeister Baselli übergab die Stadt der Roten Armee und geriet in Gefangenschaft. Er starb in einem russischen Übergangslager im polnischen Toszec, ehemaliges Tost, wo er in einem Massengrab beerdigt wurde. Sein Todesdatum wurde später auf den 19. November 1945 festgelegt.


http://www.beirat-fuer-geschichte.de/fileadmin/pdf/band_15/Demokratische_Geschichte_Band_15_Essay_7.pdf Seiten 195-197

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Cottbus

http://gerdtams.de/647/franz-friedrich-von-baselli/


Oberbürgermeister 1945 bis 1946

Max Döring (* 4. November 1893 in Cottbus, † 28. Dezember 1974 in Cottbus)

Max Döring [20]

Max Döring war der erste Cottbuser Bürgermeister nach dem 2. Weltkrieg. Der Sohn eines Schneiders und einer Waschfrau besuchte die Gemeindeschule IV im Süden der Stadt. Er erlernte das Buchbinderhandwerk, wurde Soldat im 1. Weltkrieg und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Nach der Rückkehr in die Heimat arbeitete Döring als Weber in einer Tuchfabrik und trat der Gewerkschaft der Textilarbeiter bei. Im Jahr 1922 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und war später als Politleiter der Ortsgruppe Cottbus tätig. In den Jahren 1931 bis 1932 gehörte er zum Heer der Arbeitslosen. Nach dem Verbot der KPD organisierte Max Döring die illegale Arbeit gegen den Faschismus. Er nahm Verbindung zu Genossen in Guben und Forst auf. Treffpunkte waren die Wälder bei Kathlow und die Sachsendorfer Wiesen, wo der Druck einer den Faschismus entlarvenden Zeitung debattiert wurde, die zwischen Mai und Juli 1933 in Cottbus verbreitet wurde. Im selben Monat wurde er von der Gestapo verhaftet.
Im „ersten Kommunistenprozeß“ auf dem Cottbuser Gerichtsberg wurde Döring zu knapp zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung arbeitete Döring bis zum Jahr 1945 unter Polizeiaufsicht als Weber, neunmal wurde er in Schutzhaft genommen. Am 22. April 1945 hatte die Rote Armee die Stadt Cottbus nach geringen innerstädtischen Kampfhandlungen eingenommen. Der sowjetische Kampfkommandant Gardemajor Dimitri Tscherwjakow setzte den Kommunisten Döring am 25. April als Bürgermeister ein. Kurz darauf bildete er eine vorläufige Stadtverwaltung.
Zur Zeit Dörings bevölkern Flüchtlinge die Stadt. Im Oktober wurden fast 12.000 gezählt. 9000 Kriegsgefangene und Dienstverpflichtete warteten in Cottbus auf ihren Heimtransport. Am Ende des Jahres gibt es vier Flüchtlingslager, in denen etwa 1200 Menschen leben. In Cottbus leben wieder 35.000 Menschen. Von 18000 Wohnungen waren nur noch 7200 bewohnbar.
Döring leitete die Aktionen zur Instandsetzung des E-Werkes und des Gaswerkes, die am 26. Mai 1945 die Versorgung aufnahmen. Ende Mai fahren die ersten Straßenbahnen. Er half beim Einrichten von Notkrankenhäusern und sozialen Hilfswerken. Am 1. Oktober 1945 begann in einigen Schulen der erste Unterricht. Am 5. April wurde er durch den Oberlandrat Lufft seines Amtes entbunden, da er angeblich den Aufgaben nicht gewachsen war. Erst 1974 erinnerte man sich dann seiner Verdienste und erklärte ihn zum Ehrenbürger der Stadt Cottbus.


Lausitzer Rundschau 4./5. November 1998; Lausitzer Rundschau 04. November 2008

http://www.heimatverein-cottbus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=19&Itemid=21


Oberbürgermeister 1946 bis 1949

Otto Weihrauch (* 14. Februar 1898 in Oberaltstadt, Kreis Tratenau, Österreich , † 5. März 1966 in Bad Doberan)

Otto Weihrauch [21]

Otto Weihrauch, Sohn einer Schneiderfamilie, erlernte das Buchdruckerhandwerk. In den Jahren von 1917 bis 1919 wurde er Soldat der österreichisch-ungarischen Armee. Im Jahr 1919 trat Weihrauch der Sozialdemokratischen Partei der CSR bei und wurde 1920 wegen linker Abweichungen ausgeschlossen. Er wurde Gründer der KP-Ortsorganisation Garitz (Kreis Aussig) und 1921 Mitglied der Bezirksleitung der Kommunistischen Partei Aussig (heute Ustinad Labem). 1926 arbeitete er als Redakteur des Tagesblattes »Internationale« in Aussig. In Leitmeritz saß Weihrauch vier Monate im Kerker wegen »Organisierung bewaffneter Ordnerformationen« und später sechs Wochen unter strengem Arrest wegen einer aufrührerischen Rede auf dem Aussiger Marktplatz ab. 1928 war er Teilnehmer des 6. Weltkongress der Kommunistischen Internationale in Moskau.
1934 arbeitete er als Buchdrucker und Korrektor in der Arbeiterdruckerei Grafia in Prag. 1938 wurde er als Oberbuchhalter im E-Werk Trautenau eingesetzt, verübte als Leiter einer Antifagruppe Sabotageakte am Nieder- und Hochspannungsnetz. Nach der Befreiung 1945 wurde er Leiter des E-Werkes. Ende 1945 siedelte er nach Luckenwalde über, wo er in der KPD-Kreisleitung arbeitete.
Am 5. April 1946 wurde Otto Weihrauch als amtierender Oberbürgermeister in Cottbus eingesetzt und am 8. November 1946 nach den Gemeindewahlen zum Oberbürgermeister gewählt. Cottbus zählt zur Zeit wieder etwa 51.500 Einwohner. Die Versorgung wird zum größten Teil über den Schwarzmarkt geregelt. Ende 1948 wird ein erster freier Laden eröffnet, der als Einkaufsmöglichkeit gegen den Schwarzmarkt wirken soll. Im Krankenhaus stehen wieder 950 Betten zur Verfügung und eine HNO-Abteilung sowie die Augenabteilung werden eingerichtet. Den Bauern aus der Umgebung wird der freie Verkauf ihrer Produkte auf dem Cottbuser Markt im Juni 1949 gestattet.
Anfang Dezember 1949 wurde Weihrauch in Potsdam verhaftet und in einen Prozess 1950 wegen angeblicher Finanzmanipulationen, unterlassener Meldepflicht und persönlicher Bereicherung zu zehn Jahren Zuchthaus und 10.000 Mark Geldstrafe verurteilt. Am 31. März 1956 wurde er aus der Haft entlassen. Den Versuch, das offensichtliche Unrecht durch Verleihung einer staatlichen Auszeichnung anlässlich des 10. Jahrestages der DDR wieder gutzumachen, wies Otto Weihrauch zurück.


http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=3732

http://www.heimatverein-cottbus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=19&Itemid=21

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Otto-Weihrauch;art1049,1936110


Oberbürgermeister 1949 bis 1953

Hans Bertram (* 16. Juni 1915 in Wachau, † 22. Dezember 1992 in Berlin)

Hans Bertram war Politiker der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD). Er war von 1949 bis 1953 Oberbürgermeister von Cottbus und von 1950 bis 1963 Abgeordneter der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
Bertram, Sohn eines Arbeiters, besuchte bis 1932 die Volks- und Handelsschule in Leipzig und absolvierte danach bis 1934 eine kaufmännische Lehre. 1930 bis 1933 war er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), des Gewerkschaftsbundes der Angestellten und des Arbeiter-Turn- und Sportbundes. Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges kämpfte er als Soldat in der deutschen Wehrmacht und war bis 1945 in Kriegsgefangenschaft.
Von 1945 bis 1946 arbeitete Bertram als Monteur und Schaltwärter im Umspannwerk Großenhain. 1945 trat er in den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) ein. 1946 in die LDPD, wo er bis 1950 erster Vorsitzender des Kreisverbandes Großenhain war. Das Diplom der Wirtschaftswissenschaften erlangte er bei einen Fernstudium an der Hochschule für Ökonomie in Ostberlin von 1950 bis 1954.
Ende 1949 wurde Bertram, als Nachfolger von Otto Weihrauch, Oberbürgermeister von Cottbus. Da Cottbus durch den Beschluss der Landesregierung im Juni 1950 seinen kreisfreien Status verliert, wird Bertram wieder Bürgermeister der nun kreisabhängigen Stadt. Jedoch wurden 1950 die Dörfer Madlow, Sachsendorf, Saspow, Schmellwitz und Ströbitz nach Cottbus eingemeindet. Die Fläche der Stadt vergrößerte sich auf 51 km², die Einwohnerzahl auf 61.690 Menschen.

Historisches Foto Kaufhaus „Schocken“ [22]

In seiner Amtszeit wurde 1950 das ehemalige Schocken-Kaufhaus in der Spremberger Straße als Konsum-Kaufhaus eröffnet. Ein Jahr später erfolgte die Übergabe des neuen Postgebäudes und das Haus der Jugend. Im Frühjahr 1952 wurde der Branitzer Park unter Naturschutz gestellt und es wurde mit dem Bau der Fachschule Bauwesen in der Sielower Straße (heute Oberstufenzentrum – OSZ I) begonnen. Im gleichen Jahr konnten das Max-Reimann-Stadion und die Sorbische EOS (Erweiterte Oberschule – heute Niedersorbisches Gymnasium) eröffnet werden. Im April 1953 wird Bertram von den Stadtverordneten nach Berlin verabschiedet, wo ihn seine Partei (LDPD) in den Stadtbezirk Prenzlauer Berg delegiert hat.


https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/hans_bertram.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bertram_(B%C3%BCrgermeister)

https://books.google.de/books?

https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=247


Oberbürgermeister 1953 bis 1954

Margarete Schahn (* 30. Mai 1903 in Forst, † 11. April 1996 in Cottbus)

Margarete Schahn [23]

Margarete Schahn war älteste Tochter eines Landwirts, begann eine Lehre als Damenschneiderin und arbeitete in Forster Tuchfabriken. Im Hitlerregime wurde sie wegen Hochverrat und Spionage am 15. März 1945 verurteilt. Sie kam ins Frauenzuchthaus Cottbus und mit den Einmarsch der Roten Armee im April 1945 frei, trat der KPD und 1946 der SED bei.
1949 ist Margarete Schahn Kreissekretär des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands in Forst und wird im gleichen Jahr in den Brandenburger Landtag gewählt. 1952 wird sie Vorsitzende des Rates des Kreises Forst. Am 4. August 1953 wird M. Schahn von den Stadtverordneten in Cottbus einstimmig zur Bürgermeisterin gewählt, im März 1954 zur Oberbürgermeisterin.
Seit 1952 ist Cottbus Bezirksstadt. Die neue Bürgermeisterin stand vor der schwierigen Aufgabe, die Stadt als Zentrum des Bezirkes zu entwickeln. Dabei stand die Wohnungsfrage an erster Stelle. Eine Analyse ergab: es gibt in Cottbus 8000 Wohnungssuchende, davon 1200 dringende Fälle. So waren Ämter in damals unbewohnten Wohnungen untergebracht. Um Wohnraum zu schaffen, wurden diese in neu aufgestellten Baracken, der später so genannten Barackenstadt untergebracht.
In ihrer Amtszeit wurden 13 Kriegsruinen zu Wohnungen ausgebaut, 39 Eigenheime in der Branitzer Siedlung errichtet und 24 Neubauwohnungen in der Straße der Jugend übergeben. Um den Brennstoffmangel zu lindern und den illegalen Holzeinschlag im Cottbuser Stadtforst und Branitzer Park zu verhindern, wurde ein kommunaler VEB Nasspresssteine (gepresste Rohkohle zur Feuerung) geschaffen. Eine Trockenbatteriefabrik wurde gegründet, 34 HO- und Konsumläden für Früh- und Spätverkauf eröffnet, 29 Sanitätsstellen und ein Betriebsambulatorium eingerichtet. 90 Kilometer Straße wurden mit Trümmerschutt und Splitt befestigt. Die Pioniereisenbahn fuhr am 1. Juni 1954 das erste mal. Die Fahrt ging damals vom neuen Bahnhof im Elias-Park zum Bahnhof Zoo.
Am 1. März 1954 fand der erste Karnevalsumzug mit kritischen Hinweisen an den Rat durch Cottbus statt. Der Klassenfeind nutze diese öffentliche Kritik für seine Hetze aus, hieß es von führenden Genossen. So fand 1955 der vorläufig letzte Karnevalsumzug statt.
Der Druck von Seiten des Rates der Bezirksleitung und der Bezirksleitung der SED auf die Stadtverwaltung, um größere sichtbare Erfolge bei der Entwicklung der Bezirksstadt zu erreichen wuchs stetig an. Der Vorsitzende des Rates des Bezirkes Cottbus, Werner Manneberg, begründete vor den Ratsmitgliedern, dass Leitungsschwächen die rasche Entwicklung von Cottbus zur Bezirksstadt behindern würden. Besonders der Oberbürgermeisterin wurden diese Schwächen angelastet. Im Juli 1954 wurde Margarete Schahn, die erste Frau als Stadtoberhaupt in der Geschichte der Stadt abgewählt. Sie kehrte nach kurzer Tätigkeit beim Rat des Bezirkes in ihre Heimatstadt Forst zurück, wo sie von 1958 bis 1962 als 1. Stellvertreter des Kreisratsvorsitzenden und danach als Kreisvorsitzende der Nationalen Front arbeitete.
Margarete Schahn starb fast 93-jährig in einen Altenpflegeheim in Cottbus.


http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Margarete-Schahn;art1049,1232059

http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=2988

HANS HERMANN KRÖNERT – Vor 50 Jahren: Die erste Frau als Stadtoberhaupt


Oberbürgermeister 1954 bis 1958

Herbert Bomski (* 19. März 1893 in Klösterlich Neudorf, Kreis Hoyerswerda, † 29. Mai 2014)

Herbert Bomski [24]

Herbert Bomski, Sohn einer Landarbeiterin und eines Bergmanns, besuchte die Volksschule und das Gymnasium. 1940 begann er eine Verwaltungslehre beim Landratsamt Hoyerswerda und war dort bis 1943 als Aushilfsangestellter tätig. 1943 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und im selben Jahr in die deutsche Wehrmacht eingezogen. Er geriet im April 1945 in Italien in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Februar 1946 entlassen wurde.
1946 arbeitet Herbert Bomski als Tiefbauer und anschließend als Angestellter der Sozialversicherungskasse in Hoyerswerda. Im selben Jahr wurde er Mitglied der SED. Danach war er bis 1952 persönlicher Referent des Landrats und Sekretär beim Rat des Kreises Hoyerswerda. 1953/54 studierte er an der Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften. 1954 wird Bomski als Oberbürgermeister der Stadt Cottbus gewählt. In seiner Amtszeit wurde 1955 das damals größte Säuglingsheim der DDR in der Thiemstraße übergeben und 1956 die neue Poliklinik eröffnet. Ebenfalls 1954 wird am 1. Juni der Tierpark eröffnet und die Pioniereisenbahn fährt erstmalig zwischen Tierpark und Sandower Dreieck. Beide Anlagen entstanden im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes und werden in den folgenden Jahren weiter ausgebaut.
Noch immer bereitet die Wohnungsnot den Cottbusern große Schwierigkeiten. Wie schon zu Beginn des Jahrhunderts schließen sich nun die Menschen zusammen und am 13.6.1954 wird die Arbeiterwohnungsgenossenschaft „Große Initiative“ gegründet. Zwischen 1956 und 1957 werden weitere Arbeitwohnungsgenossenschaften gegründet, die sich im Herbst 1960 zusammenschließen, um den Bau der Wohnhäuser gemeinsam zu koordinieren.
Im Oktober 1954 erhielt die Stadtbücherei den Rang einer „Stadt- und Bezirksbibliothek“. Sie besaß einen Bestand von ca. 18.000 Bände und 2.200 eingetragene Leser entliehen etwa 27.000 Bücher in diesem Jahr. Im November wurde mit der Einführung der Jugendweihen begonnen. Diese fanden dann unter großen Protesten der Kirche am 8.4.1956 für 85 Jugendliche im Stadttheater erstmalig statt.
In Anwesenheit des Ministers für Post- und Fernmeldewesen wird 1955 der Grundstein für das neue Postgebäude gelegt. Zuvor erfolgte der Abriss des im Krieg beschädigten Hotels „Weißes Roß“. Im Oktober erfolgt die Grundsteinlegung für die Gaststätte „Stadt Cottbus“.
1956 beginnt der Wiederaufbau der im 2. Weltkrieg zerstörten Sandower Brücke.
Im März 1957 findet die Eröffnung der neuen Hauptpost statt und einen Monat später sendet der Rundfunk aus dem Studio Cottbus in der Wilhelm-Külz-Straße. Am 3. Oktober wird die Sandower Brücke durch Oberbürgermeister Herbert Bomski eingeweiht und am 15. Oktober offiziell übergeben.
1958 beherbergt die „Barackenstadt“ auf dem alten Stadtfriedhof verschiedene Institutionen. So ist z. B. in der Baracke 1 bis 1961 die „Industrie- und Handelskammer, Kreisgeschäftsstelle“ untergebracht. In der Baracke 2 waren verschiedene Abteilungen des Rates der Stadt einquartiert.
Am 2. September löst Heinz Kluge aus Forst Bomski als Oberbürgermeister ab.
Von 1958 bis 1960 war Herbert Bomski Sekretär der Bezirkshandwerkskammer Cottbus und 1960/61 Mitarbeiter der Staatlichen Plankommission.
1965/66 studierte er an der Parteihochschule des Zentralkomitees der KPdSU in Moskau. Bis 1968 war er Abteilungsleiter, sowie 1973/74 Staatssekretär für Öffentliche Versorgungswirtschaft und Leiter des Büros des Ministers für Bezirksgeleitete Industrie und Lebensmittelindustrie der DDR. Im Oktober 1973 wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze Ausgezeichnet.
Herbert Bomski starb im Alter von 88 Jahren und wurde auf dem Waldfriedhof in Hoyerswerda beigesetzt.

Traueranzeige Herbert Bomski [24]

https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/herbert_bomski.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert Bomski

https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=360


Oberbürgermeister 1958 bis 1974

Heinz Kluge (* 3. August 1924 in Linderode, † 27. Juni 2014)

Heinz Kluge [25]

Heinz Kluge, Sohn eines Heizers und Maschinisten, erlernte in Forst den Beruf des Industriekaufmanns. Während des 2. Weltkrieges leistete er ab 1942 Kriegsdienst an der Ostfront und kam mit Verwundungen in Schleswig-Holstein in britische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr war Kluge 1946/47 als Bau- bzw. Montagearbeiter in Forst tätig und trat in die SED ein. Ebenfalls 1947 begann er ein Studium am Pädagogischen Institut in Cottbus (heute Niedersorbisches Gymnasium). Dem schloss sich 1953 noch ein Fernstudium an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft in Potsdam-Babelsberg mit dem Abschluss als Diplom-Jurist an. Bereits 1948 wird er Grundschullehrer und Schulleiter in Forst.
Mit der Bildung des Rates des Bezirkes in Cottbus 1952 wird Kluge zunächst Referent für Lehrerbildung, Schulinspektor und danach Leiter der Abteilung Volksbildung beim Rat des Bezirkes Cottbus. Zwischen 1955 und 1958 war er Offizier der Kasernierten Volkspolizei und wurde schließlich am 1. September 1958 zum Cottbuser Oberbürgermeister gewählt. Während seiner Amtszeit wandelt sich das Cottbusser Gesicht zur Großstadt.
1959 wird das Krankenhaus dem Rat des Bezirkes unterstellt. Eröffnet werden die Stationen für Strahlentherapie und Neurologie. In der Wilhelm-Pieck-Straße wurde der erste moderne Einkaufskomplex eröffnet.
Die Zwangskollektivierung aller Bauern in die LPG wurde in den Ortsteilen Ströbitz, Saspow, Schmellwitz und Madlow 1960 abgeschlossen. Die Eröffnung eines neuen Freibades erfolgt am 15. Juni 1960. Neben dem alten Strombad gibt es nun auch das Friedrich-Ludwig-Jahn-Freibad an der Sielower Landstraße. 1962 wird das erste Hochhaus der Stadt an der Straße der Jugend, Ecke Stadtring als Ledigenwohnheim erbaut. Die Stalinpromenade wird in Stadtpromenade umbenannt. Im Osten der Stadt wird 1963 ein Heizkraftwerk erbaut. Walter Ulbricht besucht am 02.11.1964 Cottbus. Ihm wird der Entwurf für den Neubau des Stadtzentrums vorgestellt. Der Umbau des Stadtzentrums, bei dem zahlreiche Gebäude und Straßenzüge abgerissen werden, erfolgt bis in die 1970er Jahre.
Das Haus der Bauarbeiter wird 1967 übergeben. Hier finden Konzerte und Kulturveranstaltungen statt. Ende der neunziger Jahre wird das Staatstheater dieses Haus als neue Spielstätte der Kammerspiele übernehmen.
Mit den Gleisbauarbeiten für die neue Straßenbahntrasse wurde 1968 in der Stadtpromenade begonnen. In den Madlower Schluchten wurde begonnen, Sand für den Neubau der Wohnungen in Sachsendorf zu entnehmen. An dieser Stelle wurde nach 1972 der Madlower Badesee angelegt. Das „Konsument“-Warenhaus wurde am 3. Oktober in der Karl-Liebknecht-Straße durch den ersten Direktor eröffnet.
Der erste neue Wohnblocks im Wohnkomplex IX in Sandow wurde im Juni 1969 übergeben. Am 29. September werden die neuen Produktionsstätten des VEB Textilkombinates in Betrieb genommen.
1970 wird das Hotel „Lausitz“ übergeben und im Zuge der Neugestaltung des Cottbuser Stadtzentrums wird im Juli 1974 der Straßenbahnverkehr aus der Spremberger Straße in die Stadtpromenade verlegt. Am 31. Juli 1974, kurz vor seinem 50. Geburtstag, endet Heinz Kluges Tätigkeit als Oberbürgermeister der Stadt Cottbus. Anschließend war er als Stellvertreter des Direktors des Instituts für Lehrerbildung sowie ab 1977 als Direktor der Medizinischen Fachschule am Bezirkskrankenhaus Cottbus tätig. 1989 ging er in den Ruhestand.


https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Kluge_(Politiker)

https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=1765

https://www.wochenkurier.info/cottbuser-geschichten/artikel/der-lehrer-heinz-kluge-wird-cottbuser-oberbuergermeister-56433/

https://www.stadtmuseum-cottbus.de/chronik.html?page=6


Oberbürgermeister 1974 bis 1989

Erhard Müller (* 23. März 1926 in Chemnitz, † 21. März 2017)

Erhard Müller vor seinem Porträt im früheren Stadthaus. [26]

Der Sohn eines Kochs erlernte nach der Volksschulzeit 1940 bis 1943 den Beruf eines Maschinenschlossers. Im Jahr 1944 wurde er zur Wehrmacht einberufen und geriet am 8. Mai 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Mit dem Gräuel der Naziherrschaft konfrontiert, wurde Müller dort ein überzeugter Kommunist. Nach der Entlassung und Rückkehr nach Deutschland im Juli 1949 arbeitete er zunächst wieder in dem erlernten Beruf des Maschinenschlossers. Er wechselte 1950 zum Rat des Kreises Plauen und wurde Leiter der Zwangsvollstreckungsstelle. Er trat 1951 in die SED ein und war 1951/52 Stellvertreter des Personalleiters des Rats der Stadt Plauen, danach Stellvertreter des Verwaltungsdirektors.
Ab 1955 erfolgte ein Studium zum Fachlehrer für Gesellschaftswissenschaft sowie 1962 zum Diplomstaatswissenschaftler. Er war anschließend stellvertretender Direktor und Direktor der Verwaltungsakademie in Schleife.
Im Jahr 1965 ging er als Mitarbeiter zur Bezirksleitung der SED nach Cottbus. Nachdem er von 1967 bis 1973 Vorsitzender des Rats des Kreises Senftenberg gewesen war, übernahm Müller im Mai 1974 das Amt des Oberbürgermeisters in Cottbus. In seiner Amtszeit erfolgte am 17. September 1975 die Grundsteinlegung für das Neubaugebiet Sachsendorf/Madlow. Geplant war der Abschluss der Baumaßnahmen für das Jahr 1983. Auf einer Fläche von ca. 133 Hektar sollten etwa 12.500 Wohnungen entstehen. Insgesamt werden hier einmal 40.000 Menschen leben. Die ersten 32 Familien ziehen im Januar 1975 in ihre Wohnungen, bald folgen auch Schulen und Kindergärten. Kaufhallen werden an zentralen Plätzen errichtet, auf andere Versorgungseinrichtungen müssen die „Sachsendorfer“ lange warten.
Das Textilkombinat hat eine neue Poliklinik erhalten. Nun wurden dort auch eine Kaufhalle, ein Friseursalon und eine „Dienstleistungs-Annahmestelle“ eingerichtet. Im Stadtteil Ströbitz wird die 22.000 Neubauwohnung übergeben. Im Oktober 1976 wird die Spremberger Straße als Fußgängerzone übergeben, nachdem bereits zwei Jahre vorher hier Straßenbahnverkehr in dieser Geschäftsstraße eingestellt worden war. Im Mai 1977 wird die 1,3 km lange Straßenbahnstrecke nach Sachsendorf eröffnet. In den Pavillons der Stadtpromenade werden im Oktober verschiedene Versorgungseinrichtungen eröffnet. So gibt es eine moderne Bowlingbahn mit Diskothek, einen Industrieladen für Schmuck bzw. Glaswaren, einen neuen Verkaufsladen für das Cottbuser Textilkombinat sowie das „Café Cubana“, die Teestube „Lipezk“, das Schallplattengeschäft „Musikpavillon“ und die „Galerie Carl Blechen“.

Spremberger Straße 1976 [27]

1978 wird am 5. Oktober das neue Empfangsgebäude des Bahnhofs nach dreijähriger Bauzeit übergeben. Die Erweiterung der Straßenbahn nach Sachsendorf wird mit der Inbetriebnahme der neuen Wendeschleife an der Zielona-Gora-Straße abgeschlossen.
Im Cottbuser Bildungszentrum wird am 26. April 1979 die „Poliklinik der Bauarbeiter“ ihrer Bestimmung übergeben. 1980 wird die 30.000ste Neubauwohnung in Sandow übergeben. In der Töpferstraße werden die letzten Wiekhäuser an der Stadtmauer, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammten, abgerissen. Damit wird mit der Neugestaltung der Cottbuser Innenstadt begonnen. Das alte Konsum-Kaufhaus in der Spremberger Straße, einst als Schocken-Kaufhaus den Cottbusern vertraut, wird abgerissen.
1981 findet das Pfingsttreffen der Jugend vom 6. bis 8. Juni im Bezirk Cottbus statt. Im Oktober feiert die Stadt ihr 825-jähriges Jubiläum mit einer Revue in der Stadthalle. An dieser Revue sind Berufs- und Laienkünstler beteiligt. In der Stadt werden 64.000 Arbeitskräfte beschäftigt, das sind 13.600 mehr als 1971. Von den Beschäftigten in der Stadt entfallen ca. 25 % auf die Industrie, 17 % auf den kulturell-sozialen Bereich, 14 % auf das Bauwesen und 14 % auf das Verkehrswesen.
In der Innenstadt wird 1983 im 1. Bauabschnitt mit 470 Wohnungen nördlich des Altmarktes begonnen. Es wurden die zum Teil historischen Gebäude zwischen Klosterstraße, Berggasse und Töpferstraße abgerissen, die bereits weitgehend zerfallen waren. Die eigentliche Grundsteinlegung erfolgte erst am 16. Juli 1984. Im Krankenhaus wird im Oktober das neue Bettenhaus I übergeben. Ebenfalls 1984 wird in Cottbus die 40.000ste Neubauwohnung übergeben und am 3. Oktober fährt die Straßenbahn das erste Mal in das Neubaugebiet nach Schmellwitz.
In Cottbus werden am 30.6.1989 insgesamt 129.224 Einwohner gezählt, das Durchschnittsalter beträgt 33,5 Jahre und die Einwohnerdichte liegt bei 2.571 Menschen je Quadratkilometer.
Schon zu Beginn des Jahres 1989 kommt es zu Diskussionsrunden in den Kirchen. Die Gruppe „Gerechtigkeit“ veranstaltet eine Gesprächsrunde zur UNO-Charta. Diese wird von einem starken Sicherheitsaufgebot, Observation und Überwachung durch die Bereitschaftspolizei begleitet. In den folgenden Wochen und Monaten werden die kritischen Stimmen immer lauter und hörbar. Am 7. Mai finden in der DDR Wahlen statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 98,77% stimmen angeblich 98,85% für die Kandidaten der Nationalen Front. Wie in zahlreichen anderen Städten der DDR, können auch in Cottbus Manipulationen der Wahlergebnisse nachgewiesen werden. Die Cottbuser Umweltgruppe erstattet am 12. Mai eine Anzeige wegen Wahlfälschung gegen Unbekannt.
Am 30. Oktober 1989 fand in Cottbus die erste Montagsdemonstration statt, an der rund 20 000 Menschen teilnahmen. Unter der Parole „Wir sind das Volk“ forderten sie demokratische Reformen. Mit der ersten Zusammenkunft des „Runden Tisch“ am 11. Dezember 1989 war die oppositionelle Bürgerbewegung unmittelbar an den politischen Entscheidungen beteiligt. Auf Empfehlung des „Runden Tisches“ trat Erhard Müller u. a. wegen der Mitverantwortung für die Fälschungen der Kommunalwahlergebnisse vom 7. Mai 1989 zurück. Vom Kreisgericht Cottbus-Stadt wurde er am 14. April 1992 wegen gemeinschaftlicher Wahlfälschung zu einer Geldstrafe verurteilt.


http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=2395

http://books.google.de/books?id=fTwmUFnbAFQC&pg=PA518&lpg=PA518&dq=strafjustiz+und+ddr+unrecht+dokumentation-erhard+m%C3%BCller&source=bl&ots=8BJxNVcsRY&sig=SVnaGAdN1HruQvDZ-76FCWbHTMI&hl=de&sa=X&ei=cP0PVMquJ8WR7Ab53ICoCw&ved=0CCgQ6AEwAQ#v=onepage&q=straf, Seiten 339 – 345

http://www.cottbus.ihk.de/linkableblob/cbihk24/servicemarken/ueber_uns/IHK_Cottbus/Chronik/2956964/.17./data/Chronik_Zwischen_Historie_und_Herausforderung_IHK_Cottbus-data.pdf, Seite 121

http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Naiv-und-mutig-gegen-das-System;art1049,4598943

https://www.stadtmuseum-cottbus.de/chronik.html?page=6


Oberbürgermeister 1989 bis 2002

Waldemar Kleinschmidt (* 25. Juli 1941 in Karolew bei Lodz, Polen)

Waldemar Kleinschmidt [28]

Waldemar Kleinschmidt wurde am 25. Juli in Karolew bei Lodz, heute Polen, geboren. Der gelernte Schlosser wuchs im Südwesten des späteren Bezirkes Cottbus auf und studierte in Dresden Maschinenbau. 1965 wird er als Technischer Leiter im VEB Maschinenbau- und Transportanlagenbau Falkenberg angestellt. 1967 tritt Kleinschmidt in die ostdeutsche CDU ein. Nach dem Abschluss eines Studiums an der Hochschule für Staats- und Rechtswissenschaften in Potsdam-Babelsberg beginnt der praktizierende Protestant 1979 das Amt des Stadtrates für Finanzen und Preise in Cottbus. 1980 wird er Stadtrat für Finanzen. Das einige Baudenkmale nicht abgerissen wurden, das es Geld für die Sanierung des Theaters gab oder die Oberkirche ihre Haube zurückbekam sind Erfolge dieser Zeit.
Im Herbst 1989 überschlugen sich die Ereignisse in Cottbus. Eine Woche nach der ersten Montagsdemonstration am 30. Oktober trat die Parteiführung zurück. Kurz darauf wurde das Neue Forum legalisiert. Am 13. Dezember versuchte der damalige Rat des Bezirkes zu retten, was zu retten war und präsentierte den Cottbuser Stadtverordneten einen neuen Oberbürgermeister-Kandidaten. Die aber lehnten, auch unter dem Druck zahlreich anwesender Cottbuser, den Vorschlag ab und bestimmten Waldemar Kleinschmidt zum amtierenden Oberbürgermeister. In der ARD-Sendung „Musikantenstadl“, die kurzfristig in die Stadthalle verlegt wurde, erfuhren die Menschen in beiden deutschen Staaten, dass Cottbus als erste Stadt in der DDR ein nicht von der SED bestimmtes Stadtoberhaupt hatte.
Zwölf Jahre stand Waldemar Kleinschmidt an der Spitze der Verwaltung der Stadt Cottbus. In einer Zeit, in der sich im Leben aller Menschen des Landes mehr änderte als in den vierzig Jahren zuvor, schaffte er es den sozialen Frieden zu bewahren, die Versorgung der Stadt zu gewährleisten, freie Wahlen zu garantieren und die kommunale Selbstverwaltung vorzubereiten.
Am 18. Januar 1990 erscheint die Lausitzer Rundschau erstmalig als unabhängige Tageszeitung. Nach der Auflösung des Bezirkes Cottbus am 8. Februar können die Cottbuser wieder ihr altes Rathaus nutzen. Der März des Jahres steht ganz im Zeichen des Wahlkampfes. Vertreter der verschiedenen Parteien kommen nach Cottbus, Oskar Lafontaine, Otto Graf von Lambsdorf und Hans-Dietrich Genscher sowie Helmut Kohl. Die Wahl am 18.März bringt ein neues Kräfteverhältnis in der Volkskammer, die CDU wird stärkste Partei. Auch die Kommunalwahl am 6. Mai bestätigt dieses Kräfteverhältnis in Cottbus, die CDU stellt 27 Abgeordnete, die PDS 22, die SPD 18 und das Bündnis für Cottbus 10. Die FDP stellt 4 Abgeordnete und 8 Mandate werden von anderen kleineren Parteien besetzt.
Die Währungsunion beginnt am 1. Juli 1990 bereits ab 4 Uhr früh. Die etwa 250 Mitarbeiter der Cottbuser Sparkasse bewältigen die Umtauschaktion, bei der bis 23 Uhr die Filialen und Geschäftsstellen geöffnet sind. Es werden in Cottbus etwa 21 Millionen DM ausgezahlt. Am 3. Oktober feiern auch die Cottbuser den Tag der Deutschen Einheit. Die Abgeordneten der Stadt und des Landkreises treffen sich zu einer Festsitzung im Cottbuser Theater. Am Ende des Jahres werden durch die Neustrukturierung der Wirtschaft in Cottbus die ersten Arbeitslosen und Kurzarbeiter registriert.
1991 zählt die Stadt 123.321 Einwohner. Im Januar erfolgt die Gründung der Stadtwerke Cottbus und das Stadttheater wird zum Brandenburgischen Staatstheater. Waldemar Kleinschmidt eröffnete am 26. Februar mit dem „Piccolo“ das erste Kindertheater im Land Brandenburg. Am gleichen Tag wird der Historische Heimatverein Cottbus e. V. gegründet. Am 29. Mai erhält Cottbus den Status einer „Modellstadt“ und damit Anspruch auf besondere Förderung für die Sanierung der Innenstadt. In den nächsten zehn Jahren werden umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt, um öffentliche und private Gebäude in einem festgelegten Bereich der Stadt sachkundig wiederherzustellen und zu restaurieren. Am 9. Dezember findet die Gründungsversammlung der Fachhochschule Lausitz statt.
Am 30. Juni 1992 wird der Vertrag über die Eingemeindung der Dörfer Branitz, Dissenchen, Kahren, Merzdorf, Wilmersdorf, Döbbrick und Sielow in die Stadt Cottbus abgeschlossen. Im November wird das „Hotel Lausitz“ geschlossen und bereits einen Monat später abgerissen.
1993 wurde die Cottbuser Kläranlage für etwa 130 Millionen DM mit einer Anlage zur Schlammbehandlung ausgebaut. Im Januar unterzeichneten Waldemar Kleinschmidt und der Präsident Karl Zwermann vom Zentralverband Gartenbau den Durchführungs- und Gesellschaftervertrag für die BUGA 1995. Der Handel bestimmt die Cottbuser Landschaft. Zunächst wird im Süden der Lausitz-Park und danach im Norden das Cottbus-Center eröffnet. Am 25. Januar beginnen die Tiefbauarbeiten für den Neubau der Landeszentralbank in der Ewald-Haase-Straße. An diesem Standort werden ca. 65 Millionen DM verbaut, es entsteht eine der modernsten Landeszentralbanken. Im Dezember werden nach dem Beschluss vom Sommer 1992 die Dörfer Branitz, Dissenchen mit Schlichow, Döbbrick mit Maiberg, Kahren, Sielow und Willmersdorf nach Cottbus eingemeindet. Auf einer Fläche von 103,6 km² leben nun 128.347 Einwohner, sieben Jahre später sind es nur noch 108.241 Einwohner. Durch die Eingemeindung von einigen umliegenden Dörfern erhöhte sich die Einwohnerzahl um etwa 6.000 Menschen und die Fläche um 86 km².
Anfang des Jahres 1994 geht Brandenburgs erstes Privatradio „BB Radio Niederlausitz“ auf Sendung. Am 17. Februar wird der Grundstein für den Ostrower Business Park gelegt. Hier entstehen Wohnungen, eine Tiefgarage und Handelsflächen. Die ersten modernen großen Hotelbauten entstehen in Vorbereitung auf die BUGA 1995 und in der Hoffnung auf einen regionalen Tourismus. So können im September die ersten Gäste ins Hotel Maritim neben der „Fürst-Pückler-Passage“ kommen.

Logo BUGA 1995 [29]
BUGA-Gelände von oben [30]

Der Höhepunkt im Jahr 1995 ist die Eröffnung der Bundesgartenschau am 29. April. Bis zum 8. Oktober wurden rund 2,3 Millionen Besucher gezählt.

Im April 1996 kommt das Aus für den Cottbuser Schlachthof. Im Mai fällt der Startschuss für die Sanierung der Berliner Straße zwischen dem Stadtzentrum und Kolkwitz. Nach der Fertigstellung im Jahr 2000 konnte eine der wichtigsten Straßen in Cottbus den neuen Verkehrsanforderungen gerecht werden.
Im Mai 1997 wird der Grundstein für ein neues Heizkraftwerk gelegt und im Juni 1998 wird das neue Herzzentrum übergeben.
Ein wichtiger Höhepunkt 1999 ist die Inbetriebnahme der neuen Feuerwache am 10. Juli im Süden von Cottbus (Dresdener Straße 46). Der Grundstein für das moderne Leitzentrum, in dem die Stadt Cottbus gemeinsam mit dem Kreis Spree-Neiße arbeitet, wurde bereits im Dezember 1996 gelegt.
2001 wird die Stadthalle im Mai nach einer umfangreichen Sanierung wiedereröffnet.
Am 24. Februar 2002 wird Waldemar Kleinschmidt von Karin Rätzel als Oberbürgermeisterin von Cottbus abgelöst. Mit dem Namen Kleinschmidt ist die Bundesgartenschau, die am stärksten seine Handschrift trägt, eng verbunden. Er hat mit der BUGA 1995 der bedeutenden Cottbuser Gartentradition, die mit Pückler begann und vom Stadtverschönerungsverein fortgesetzt wurde, ein neues Image gegeben. Weit mehr als eine Milliarde an Privatinvestitionen, die die Schau mit Hotelbauten, Autobahn und Bahnhof nach sich zog, brachten der Stadt einen deutlichen Aufschwung. Weitere Erfolgsgeschichten die seinen Namen tragen sind Modellstadt, Euroregion Spree-Neiße-Bober, Universitätsgründung und die Nutzung der militärischen Hinterlassenschaften.

Logo Euroregion [31]

Heute kümmert sich Kleinschmidt als Vorsitzender des Freundeskreises des Sana-Herzzentrums für die weitere Entwicklung dieser Einrichtung. In Diskussionen verbreitet er Vorschläge für die zukünftige Nutzung der Cottbuser Ostsee. Mit dem Vorschlag einer neuen Bewerbung für die Bundesgartenschau 2027 will er neue Akzente für die Stadt setzen. Der jetzige Oberbürgermeister Holger Kelch hat bereits Kontakt zur Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft aufgenommen.


https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/ingenieur_waldemar_kleinschmidt.html

https://www.wochenkurier.info/suedbrandenburg/cottbus/artikel/alt-oberbuergermeister-waldemar-kleinschmidt-hatte-geburtstag-30361/

https://www.stadtmuseum-cottbus.de/chronik.html?page=6https://www.findcity.de/?m=stadt-cottbus-chronik-03046ca&p=00000012


Oberbürgermeister 1902 bis 2006

Karin Rätzel (* 29. März 1947 in Forst (Lausitz))

Karin Rätzel [32]

Karin Rätzel erlernte nach dem Abitur, welches sie 1965 ablegte, den Beruf einer Großhandelskauffrau. Nach ihrem Umzug von Forst nach Cottbus nahm sie 1970 eine Tätigkeit im Datenverarbeitungszentrum Cottbus auf. 1971 schloss sie die Fachschule im Binnenhandel ab. 1977 beendete sie ihr Studium an der Technischen Universität Dresden als Diplomingenieur-Ökonomin. Ab 1985 arbeitete sie als Fachdirektorin im VEB Ingenieurbüro und Rationalisierung. Als kaufmännische Geschäftsführerin beginnt Rätzel 1991 ihre Tätigkeit bei der Gebäudewirtschaft Cottbus GmbH und wird 1994 als Beigeordnete für Finanzen gewählt. Im Jahr 2000 wird sie von dieser Funktion durch die Stadtverordnetenversammlung abberufen. Den Antrag zur Abwahl stellte Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt mit der Begründung des völlig zerrütteten Vertrauensverhältnisses.
2002 trat Karin Rätzel als parteilose Kandidatin nach einer Stichwahl gegen Markus Derling (CDU) überraschend das Amt des Cottbuser Oberbürgermeisters an. Sie wurde Amtsnachfolgerin von Waldemar Kleinschmidt. Die Stadtverordneten warfen ihr einem autoritären und undemokratischen Führungsstil vor. Bewusste Desinformationen der Abgeordneten, ein inkompetentes Management bei wichtigen Wirtschaftsprojekten führten im Sommer 2006 mittels Bürgerentscheid zur vorzeitigen Abwahl.

Menschenrechtszentrum Cottbus – Bautzener Straße [33]

In ihrer Amtszeit wird im März 2002 die neue Justizvollzugsanstalt in Dissenchen eingeweiht. Die 1860 eröffnete Justizvollzugsanstalt in der Bautzener Straße wurde am 6. April 2002 geschlossen. Im Nationalsozialismus als Frauenzuchthaus genutzt und in der DDR-Zeit berüchtigt als Haftanstalt für politisch Verfolgte beherbergt es heute das 2007 gegründete „Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.“. Dieser stellt die Aufklärung über die Rolle des Cottbuser Gefängnisses in den beiden deutschen Diktaturen in den Mittelpunkt seiner Arbeit.
Die Schlosskirche in der Spremberger Straße wird nach umfangreichen Sanierungsarbeiten am 9. September 2003 eingeweiht und im Oktober werden die Gemeinden Gallinchen, Groß Gaglow und Kiekebusch nach Cottbus eingemeindet. Das neue Gebäude von Vattenfall Europe & Mining am Südeck wird am 26. April 2004 eingeweiht. Mit der Inbetriebnahme der Leitstelle Lausitz (Dresdener Straße 46) im Dezember erhält die Feuerwehr eine moderne Betriebsstätte im Süden der Stadt.

Osttor Franz-Mehring-Straße [34]

2005 wird im Juni in der Franz-Mehring-Straße das „Osttor“ übergeben. Die Klosterkirche wird am 3. Advent nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder eingeweiht. Am 12. Dezember stimmt die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich für den Bau des „Blechen- Carrés„.
Nach einem Bürgerentscheid am 2. Juli 2006 wird die Oberbürgermeisterin Karin Rätzel abgewählt. Bei den Wahlen zum Oberbürgermeister am 22. Oktober setzt sich Frank Szymanski (SPD) gegen Holger Kelch (CDU) durch und am 29. November übernimmt er die Amtsgeschäfte.


https://de.wikipedia.org/wiki/Karin_R%C3%A4tzel

https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/karin_raetzel.html


Oberbürgermeister 2006 bis 2014

Frank Szymanski (* 1. Mai 1956 in Cottbus)

Frank Szymansky [35]

Frank Szymanski wurde am 1. Mai 1956 in Cottbus geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1974 bis 1978 an der Pädagogischen Hochschule Potsdam und beendete das Studium als Diplomlehrer für die Fächer Deutsch und Geschichte. Nach der Rückkehr nach Cottbus unterrichtete er in verschiedenen Oberschulen.
Von 1984 bis 1988 arbeitet er als Fachlehrer in der Abiturstufe an einer deutschen Schule in Bulgarien. 1989 wieder in Cottbus war er bis 1991 Direktor an der 24. Polytechnischen Oberschule. Nach der Reform des brandenburgischen Bildungswesens übernahm Szymanski als Schulleiter bis 1998 die 8. Gesamtschule Leonardo-da-Vinci. Die in Cottbus -Sachsendorf und somit in einer der größten Plattenbausiedlungen der DDR gelegene Schule, entwickelte der Pädagoge zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt für Kinder von sozial schwachen Familien. Parallel dazu absolvierte er von 1991 bis 1994 ein Erweiterungsstudium im Fach Politische Bildung am Pädagogischen Landesinstitut Brandenburg und an der Freien Universität Berlin.
Frank Szymanski ist Mitglied der Sozial Demokratischen Partei Deutschlands und saß für diese von 1993 bis 1998 in der Stadtverordnetenversammlung. Im Jahr 1998 ernannte der damalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe Frank Szymanski zum Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Von September 2003 bis November 2006 war er Minister für Infrastruktur und Raumordnung im Land Brandenburg.
Nach der Abberufung Karin Rätzels fand am 22. Oktober 2006 die vorgezogene Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Cottbus statt. Szymanski wurde mit 61,16 % der Stimmen zum neuen Stadtoberhaupt gewählt. Auf Holger Kelch, der mal sein Nachfolger wird, entfielen 38,84% der Stimmen.
Am 29. November 2006 trat Frank Szymanski sein Amt als Oberbürgermeister an und schied damit aus der Landesregierung und dem Landesparlament aus. In seiner Amtszeit wird im Mai 2007 das neue Sport- und Freizeitbad „Lagune“ an der Sielower Landstraße eröffnet. Dieses wurde am Standort des ehemaligen Friedrich-Ludwig-Jahn-Schwimmbades erbaut. Im Dezember wurde die ehemalige Haftanstalt in der Bautzener Straße an einen privaten Investor versteigert. Ein Gebäude und eine Teilfläche wurden von der Stadt Cottbus erworben, um hier eine Gedenkstätte zu errichten. Nach einem Häftlingstreffen im Oktober 2007 gründete sich das „Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.“. Am 26. September 2008 wird das Einkaufszentrum „Blechen-Carrè“ nach 22 Monaten Bauzeit eröffnet. Auf etwa 30.000 qm sind ca. 80 Geschäfte untergebracht. Dem Bau des Einkaufszentrums waren umfangreiche Diskussionen vorausgegangen. Abgerissen wurde u. a. das historische Sternchen (eine Eisbar aus dem Jahr 1969) und von der Mädchenmittelschule blieb lediglich die vordere Fassade erhalten.

Stadtpromenade 1988 mit dem „Sternchen“ – Eisbar [36]

Im Februar 2011 wird das neue Piccolo-Theater am Erich-Kästner-Platz 2 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Umgebaut wurde eine alte Umformerstation zu einem modernen Kinder- und Jugendtheater. Das Kino „Weltspiegel“ wird am 31. Mai wiedereröffnet. Nach umfangreichen Sanierungen konnte das historische Kinogebäude, es war bereits am 4.10.1911 eröffnet worden, wieder den Lichtspielbetreib aufnehmen.
Das Kabinett des Landes Brandenburg beschloss am 16. Oktober 2012 die Fusion der BTU Cottbus und der FH Senftenberg zur BTU Cottbus-Senftenberg. Nach mehrjähriger Bauzeit wurde im Dezember die Sanierung der Bahnhofstraße abgeschlossen und diese wieder für den Verkehr freigegeben.
2014 beginnt der Abriss der einstigen Stasi-Zentrale am Nordrand. Nach 1990 befanden sich hier die Bezirksverwaltungsbehörde Cottbus und später die Oberfinanzdirektion des Landes Brandenburg. Ab 2016 entstehen hier Einfamilienhäuser. Nach nur einjähriger Bauzeit wird am 15. Dezember das ehemalige Sparkassengebäude in der Bahnhofstraße als Stadtmuseum übergeben.
Die Entwicklung der Universitätsstadt Cottbus als Stadt der Wirtschaft, Wissenschaft und Gesundheit sah Szymanski als wichtigstes kommunalpolitisches Ziel. Mit dem Projekt des Technologie- und Industrieparks Cottbus verfolgte der Oberbürgermeister die Abkehr vom reinen Dienstleistungsstandort hin zur Profilierung als Technologie- und Industriestandort. Die Amtszeit von Frank Szymanski endet am 30. November 2014. Bei sehr schlechter Wahlbeteiligung am 14. September erreichte er nur 37,3 Prozent der Stimmen. Fehler in der Wirtschaftspolitik, ein jäher Schwenk im Hochschulstreit und wohl auch schon die Altanschließerproblematik führten zum Abstieg. Sei Nachfolger wird Holger Kelch mit 50,7 Prozent der Stimmen.


https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/diplomlehrer_frank_szymanski.html

http://erichkaestner-gs-cottbus.de/html/Frank%20Szymanski.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Szymanski

https://maerkischer-bote.de/region/der-cottbuser-junge-wird-jetzt-60-161307

https://www.findcity.de/?m=stadt-cottbus-chronik-03046ca&p=00000012


Oberbürgermeister 2014 bis …

Holger Kelch (* 2. Juli 1967 in Altdöbern, Kreis Calau)

Holger Kelch [37]

Foto Holger Kelch

Geboren 1967, war er nach Schule, Ausbildung und Armeedienst zunächst Elektromonteur und Signalwerker im Tagebau Greifenhain (Oberspreewald-Lausitz). Ab 1990 nahm er eine Verwaltungstätigkeit als Sachbearbeiter und Leiter der Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises Oberspreewald-Lausitz auf. Bis 2002 war er Leiter des Ordnungsamtes des Landkreises.
Seit 2002 Beigeordneter und seit 2007 Bürgermeister der kreisfreien Stadt Cottbus für die Geschäftsbereiche Ordnung und Sicherheit sowie Finanzen und Verwaltungsmanagement.
Holger Kelch ist Mitglied der CDU.
Kelch trat bei der Neuwahl des Oberbürgermeisters im Oktober 2006 an, konnte sich jedoch nicht gegen Frank Szymanski (SPD) durchsetzen. Im Jahr 2014 trat Holger Kelch erneut als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl an und wurde im ersten Wahlgang mit 50,7 Prozent der Stimmen gewählt. Am 30. November 2014 wurde er in sein Amt eingeführt.

 


https://de.wikipedia.org/wiki/Holger_Kelch

https://www.zukunftskongress.info/de/node/1083


Nachtrag

Der Anfang städtischer Verwaltung und Verfassung entzieht sich überwiegend der historischen Kenntnis. Überlieferte Bürgermeister früherer Zeit sind:

1389 Peter Calow; 1430 Heinrich Snyder; 1435 Hans Bosse; 1453 Casper Strupitz; 1468 Gebhart Nickel; 1471 Gebhart Nickel. Letzterer Name beweist, dass manche Bürgermeister mehrere Jahre amtierten.
Mit der Polizeiverordnung von 1540 war der Bürgermeister aus der Mitte der Ratsmitglieder durch Stimmenmehrheit zu wählen. So wird für 1557 Matthias Bredow genannt, der später abermals erwähnt wird und einen Stadtrichter Martin Gabrielis aus Crossen ablöst.

Weitere Bürgermeister sind:
1584 Matthes Hosen; 1621 Meißner; 1625 Christian Flemming; 1631 Johann Meurer; 1662 Joachim Knophius;
1672 Johann Mühlpfordt (zugleich Gerichtsherr von Madlow);
1712 – 1719 Advokat Johann Casper Zander;
1719 – 1734 Advokat Johann Casper Zander (auf Anordnung König Friedrich Wilhelm I. – erster ständig regierender Bürgermeister);
1734 – 1736 Advokat Martin Gottfried Nitsche;
1736 – 1745 Prokonsul Johann Samuel Holstein


Quelle: Geschichte der Stadt Cottbus, Druckerei Schiemenz GmbH Cottbus, Redaktionsschluss 03.10. 1990, 1. Auflage 1994


Quellennachweis

[1] Startbild
Collage (O. Arnold Lichtblick e. V.) aus:
Bild historisches Rathaus s/w 11.5.2019
https://cottbus-tourismus.de/visioncontent/bilderdatenbank/6_rathaus_bild_historisch.jpg
und Bild Neues Rathaus https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3b/Rathaus_Cottbus.png/800px-Rathaus_Cottbus.png

[1] Neues Rathaus
Privatfoto T. Glatzer

[2] Stadtwappen Cottbus
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5e/Wappen_Cottbus.svg

[3] Cottbus-Logo
Stadtmarketing- und Tourismusverband Cottbus e. V.
www.cottbus-bist-du.de | www.du-bist-cottbus.de

[4]Rathaus 1937
http://cottbus-tourismus.de/visioncontent/bilderdatenbank/6_rathaus_bild_historisch.jpg

[5] Altes Rathaus 1933
http://de.nailizakon.com/c/04-bb/cottbus/markt-rathaus-1933.html

[6] Urkunde
https://www.egc-cottbus.de/lebensraum/aus_der_geschichte_der_stadt_cottbus.html

[7] Ostrower Platz 1903
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/ein-dorfplatz-mitten-in-der-stadt_aid-22884709

[8] Postkarte Hotel Goldener Ring
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/licht-aus-im-goldenen-ring_aid-2639657

[9] Foto Johann Gotthold Roemelt
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/landgerichtsrat_johann_gottlob_roemelt.htm

[10] Foto Paul Werner
https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/werner-paul.html

[11] Historisches Foto 1900 Gleisbauarbeiten
http://www.cottbus-chronik.de/bilder/1900

[12] Foto Wernersteg
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/TXVZQBVM5ES556MUH6XKSNR6RUWFQQAP

[13] Privatfoto Wernerstraße, T. Glatzer, Lichtblick e. V.

[14] Foto Hugo Dreifert: https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/gerichtsassessor_hugo_dreifert.html

[15] Privatfoto Dreifertstraße 10, T. Glatzer, Lichtblick e. V.

[16] Foto Heinrich Nollner: https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/heinrich_nollner.html

[17] Foto Erich Kreutz: https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/dr_erich_kreutz.html

[18] Foto Henrico Haltenhoff: https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/dr_henricus_haltenhoff.html

[19] Foto Franz Victor Freiherr Baselli von Süßenberg https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/franz_viktor_freiherr_baselli_von_suessenburg.html

[20] Foto Max Döring
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/tuchmacher_max_doering.html

[21] Foto Otto Weihrauch
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/otto_weihrauch.html

[22] Foto Schocken Kaufhaus
https://www.stadtmuseum-cottbus.de/cottbus-lexikon-detail/Schocken.html

[23] Foto Margarete Schahn
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/margarete_schahn.html

[24] Foto Herbert Bomski und Traueranzeige
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/herbert_bomski.html
https://trauer.wochenkurier.info/traueranzeige/dr-herbert-bomski/38310660

[25] Foto Heinz Kluge
https://www.wochenkurier.info/cottbuser-geschichten/artikel/der-lehrer-heinz-kluge-wird-cottbuser-oberbuergermeister-56433/

[26] Foto Erhard Müller
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/der-leise-tod-von-erhard-mueller_aid-4198275

[27] Foto Spremberger Straße 1976
http://www.maz-online.de/Nachrichten/Kultur/Ohne-Nostalgie-DDR-Alltag-in-Cottbus

[28] Foto Waldemar Kleinschmidt
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/ingenieur_waldemar_kleinschmidt.html

[29] Foto/Logo BUGA 1995
http://www.wikiwand.com/de/Bundesgartenschau_1995

[30] Foto Bugagelände
https://www.bundesgartenschau.de/buga-iga/bisherige-gartenschauen/buga-cottbus-1995.html

[31] Logo Euroregion
https://euroregion-snb.de/

[32] Foto Karin Rätzel
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/karin_raetzel.html

[33] Menschenrechtszentrum Cottbus, Privatfoto T. Glatzer, Lichtblick e. V.

[34] Foto Osttor Franz-Mehring-Straße
https://www.lausitzer-woche.de/cottbus/ost-tor-ein-historischer-standort-mit-modernem-gesicht_aid-23701669

[35] Foto Frank Szymansky
https://www.cottbus.de/wissenswert/geschichte/oberbuergermeister/diplomlehrer_frank_szymanski.html

[36] Stadtpromenade 1988
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/vom-zeitgeist-der-architektur_aid-3480130

[37] Foto Holger Kelch
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/buergermeister-im-interview-fans-von-energie-cottbus-sind-geerdet-13770151/oberbuergermeister-holger-kelch-13770244.html

Redaktion: T. Glatzer (Lichtblick e. V.), Bearbeitung und Gestaltung O. Arnold (Lichtblick e. V.), Redaktionschluss 16.12.2019