Raumflugplanetarium Cottbus

Im Mai 2010 versprach der Oberbürgermeister von Cottbus, Frank Szymanski, bei einer Dienstberatung der Leitung des Planetariums, Gerd Thiele und  Peter Rahmfeld, einen Fördermittelantrag zur technischen Neuausstattung des Planetariums bei der Euroregion Spree-Neiße-Bober zu stellen. Voraussetzung war, dass das Planetarium dafür weitere Partner findet. Diese fanden sich auch. Die Stadt, das astronomische Institut von Zielona Gora und die BTU Cottbus sowie die Hochschule Lausitz konnten für das Projekt gewonnen werden.

Am 10. Dezember 2010 weilte Sigmund Jähn nach einer Einladung abermals im Raumflugplanetarium. Sigmund Jähn, der seit 1990 deutsche Raumfahrer im Sternenstädtchen Baikonur  betreute, hielt einen Vortrag über seinen Raumflug und über deutsche Raketenpioniere. Er sprach über den deutschen Beitrag zur Raumfahrtentwicklung und über bemannte Weltraummissionen. Sie sollten im Namen der gesamten Menschheit stattfinden und nicht als Prestigeprojekt einzelner Länder (siehe Foto Rechts).

Foto: Planetarium

 

Bei der Autogrammstunde holten sich auch viele begeisterte Kinder und Jugendliche ein eigenhändig unterschriebenes Erinnerungsstück von einem der großen deutschen Flugpioniere (siehe Foto Rechts).

Foto: Planetarium

 

Im Februar 2011 brachten Sparzwänge die Stadt Cottbus dazu, eine Kürzung von 11% der öffentlichen Zuwendungen für das Planetarium zu veranlassen.

Mit Hilfe des ehemaligen Mitglieds des Fördervereins, Herrn Andreas Weise, konnte die Büste von Juri Gagarin ausfindig gemacht werden. Sie war im Kunstarchiv von Beeskow eingelagert worden und steht bis heute als Dauerleihgabe im Cottbuser Planetarium.

Foto: Planetarium
Foto: G. Heimhilger

 

 

 

 

 

 

 

 

Im April 2011 konnte eine Bronzebüste von Juri Gagarin, dem Namensgeber des Cottbuser Planetariums, im Foyer des Planetariums feierlich aufgestellt werden. Sie stand davor seit 1981 im Treptower Park, im Hain der Kosmonauten. In den Wendejahren wurde sie abmontiert und galt als verschollen.

Am 8. Mai 2011 wurde die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien in Wien gegründet. Die Gesellschaft hat 130 Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südtirol Belgien und Frankreich. Das Planetarium Cottbus  wurde ebenfalls Mitglied und Herr Thiele ihr erster Präsident. Er betraute das Amt bis zum Mai 2015 und trat dann zu Gunsten jüngerer Bewerber zurück.

Der Fördervertrag vom Mai 2010 wurde bestätigt, und so konnten am 7. Oktober 2011 die Partnerschaftsverträge zwischen der Stadt Zielena Gora, dem astronautischen Institut von Zielona Gora, der BTU Cottbus (Brandenburgische Technische Universität) und der Hochschule Lausitz im Planetarium feierlich unterzeichnet werden.

Bereits einen Tag später begannen die Ausschreibungen für das Vergabeverfahren für die neue Planetariums-Technik. Es bewarben sich sechs Anbieter:

Dokument/Kopie: Planetarium

Nach vielen Abwägungen kamen aber nur Anbieter Nr. 1, 2 und Nr. 5 in die nähere Auswahl. Die Entscheidung fiel im Dezember zu Gunsten des Angebotes von R.S.A. Cosmos aus Frankreich für das Goto/RSA Hybridsystem. Grund für diese Entscheidung war die einfache und gute Bedienbarkeit, erklärte mir Herr Thiele. Der japanische Hersteller Goto, der mit der französischen Firma R.S.A. Cosmos zusammenarbeitet, sollte als Einzelanfertigung den Projektor liefern.

Der Projektor Chronos II projiziert Sternenbilder und Galaxien in die Kuppel.

Die französische Firma R.S.A. Cosmos bekam den Auftrag zum Bau der HD Ganzkuppel – Videoprojektionsanlage.  Das System mit den beiden Projektoren erlaubt, ruhende und bewegte Bilder in die Kuppel zu projizieren. Es entsteht dadurch ein 3 D Effekt.

Foto: Planetarium

 

Nicht alle Anbieter waren mit dieser Entscheidung einverstanden. So erhob im Februar 2012 ein namhafter deutscher Anbieter Einspruch gegen die Vergabeentscheidung. Vor der Vergabekammer und dem Oberlandesgericht des Landes Brandenburg begann nun ein lang andauernder Prüfungsprozess. Das Gericht hielt letztendlich die Entscheidung für das Angebot von R.S.A. Cosmos für rechtens und die klagende Firma verzichtete auf Anraten des Gerichts auf weitere Klagen.

Fotos: G. Heimhilger

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Sommer 2012 begannen die Planungen für den Umbau des Planetariums. Gleichzeitig begannen die Ausschreibungen für die Vergabe der Bauleistungen. Zusätzlich entschied sich im Herbst die Stadt Cottbus Extrafördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“  für den Umbau des Planetariums einzusetzen. Das Planetarium konnte nun baulich und technisch umgestaltet werden. Das wurde auch dringend notwendig, denn in der letzten Zeit traten immer wieder einige Havarien auf. Sie konnten jedoch durch die Fachkenntnis und  Hilfsbereitschaft des ehemaligen Technikers, Herrn Helmut Lehnigk, behoben werden. Es hätte aber auch schlimmer kommen können, denn ein Schwelbrand, der in der Steuerungstechnik auftrat, hätte sich zu einem Großbrand ausweiten können.

Am 31. Dezember 2012 fand die letzte Vorstellung mit der Jahresendshow statt. Die alte Technik hatte nun ausgedient und das Planetarium stand vor seiner größten Sanierung seit dem Bau.

Der Auftrag für die Projektierung  und den Umbau des Hauses wurde an das Ingenieurbüro BIS (Schmidt & Salzmann GbR) vergeben. Herr Falk Salzmann berichtete mir, dass seine Firma das beste Angebot hatte und aus vorangegangenen Aufträgen gute Referenzen vorweisen konnte. Die Firmen, die für den Umbau verpflichtet wurden, kamen alle aus der näheren Umgebung. Die gesamten Umbauarbeiten sollten drei Monate dauern, es wurden aber fünf Monate daraus.

Stellvertretend für die vielen „Fleißigen Hände“ sind nachfolgend die Firmen aufgelistet, die beim Umbau beteiligt waren:

Dokument/Foto: Planetarium/F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 2. Januar 2013 begann das gewaltige Bauvorhaben mit dem Umzug des gesamten Büroinventars in ein Ausweichquartier in die Wehrpromenade. Gleichzeitig halfen 18 Azubis und Senioren des Kraftwerks Jänschwalde das Planetarium auszuräumen und die Technik abzubauen.


Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Spacemaster ging an seinen Geburtsort Jena zurück. Techniker von Carl Zeiss halfen bei der Demontage. Der Projektor war über die ganzen Jahre im Planetarium von den Cottbuser Technikern gut gepflegt und gewartet worden und sollte nun in Jena Forschungszwecken dienen.

 

 

 

Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotoreihe von F. Salzmann und G. Heimhilger zum Umbau des Raumflugplanetariums „Juri Gagarin“:


Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 


Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 


Fotos: F. Salzmann

 

Das gesamte Gebäude und der Kuppelsaal wurden entkernt und die Belüftungseinlässe wurden zugemauert. Räume wurden verändert oder umgebaut. Es entstand ein barrierefreies WC für die Besucher.

Die Elektroarbeiten beim Umbau des Planetariums bezogen sich auf das Innengebäude und die Außenanlagen.

 

Foto: F. Salzmann

 

Foto: F. Salzmann

Geplant war auch der Einbau einer Klimaanlage für den Kuppelsaal sowie die Erneuerung der Heizungs- und Belüftungsanlage:

Fotos: F. Salzmann/G. Heimhilger

 

 

 

 

 

 

 

Die Erneuerung des Schallschutzes, Wärmedämmung und der Wandverkleidung im Gebäude war ebenfalls notwendig geworden:

Foto: F. Salzmann
Foto: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: F. Salzmann
Foto: G. Heimhilger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: F. Salzmann
Foto: G. Heimhilger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mitarbeiter der Firma Hauswald arbeiteten an der Teppichverlegung im Kuppelsaal.

 

 

Foto: F. Salzmann

 

 

 

 

Eine kleine Bühne für Veranstaltungen fand im Kuppelsaal des Planetariums zusätzlich ihren Platz.

 

 

Foto: F. Salzmann

 

 

 

 

Foto: G. Heimhilger
Foto: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesen riesigen Kartons wurden die neuen Stühle angeliefert. Der Kuppelsaal verfügt heute über 91 feste und 20 variable Sitzplätze.

Der italienische Hersteller Caloi erhielt den Zuschlag für die Bestuhlung.

Foto: M. Helbig

 

 

Montage der Neuen Bestuhlung des italienischen Herstellers Caloi im Kuppelsaal:


Fotos: F. Salzmann/G. Heimhilger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fenster und die Eingangstür des Planetariums wurden erneuert. Die Arbeiten zählten zu den energetischen Maßnahmen:

Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Erneuerung und Instandsetzung der Terrassen und Außentreppen war nach den vielen Jahren ebenfalls dringend notwendig geworden:

Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fotos: F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Dacharbeiten waren genauso wichtig wie alle anderen Arbeiten.

 

Foto: F. Salzmann

 

 

 

 

 

Für die Sicherheit des Gebäudes wurde eine Alarmanlage installiert sowie zahlreiche neue Feuerlöscher und Rauchmelder angebracht:

Fotos: G. Heimhilger/F. Salzmann

 

 

 

 

 

 

 

 

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