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Tagebau Cottbus-Nord

Tagebau Cottbus-Nord

Der Tagebau Cottbus-Nord war ein Braunkohletagebau im Lausitzer Braunkohlerevier, der zuletzt von der Vattenfall Europe Mining AG betrieben wurde und sich jetzt im Besitz der Lausitz Energie Bergbau AG befindet. Der flächenmäßig größere Teil befindet sich im Gebiet der Stadt Cottbus, ein kleinerer Teil berührt den Landkreis Spree-Neiße. Die Kohleförderung wurde 1981 aufgenommen und am 23. Dezember 2015 eingestellt.

Abraumförderbrücke F34 im Tagebau Cottbus-Nord (2004)
Blick auf den Tagebau Cottbus-Nord vom Ostsee-Aussichtsturm (2016)

Ortsabbrüche

Seit der Erschließung des Tagebaus im Norden von Cottbus im Jahr 1978 (Aufschlussbaggerung) wurden bis 2010 sieben Orte abgebrochen und die Lakomaer Teichlandschaft beseitigt:[2] Dissenchen (Dešank; wurde nur in der Vorfeldberäumung erfasst), Groß Lieskow (Liškow), Klein Lieskow (Liškowk), Lakoma (Łakoma), Merzdorf (Žylowk), Schlichow (Šlichow; Großteile des Ortes stehen noch) und Tranitz (Tšawnica). Insgesamt mussten 906 Einwohner umgesiedelt werden.[3]

Nachnutzung

Nach der beendeten Förderung soll die Bergbaufolgelandschaft rekultiviert werden. Geplant sind kleine Flächen für die Forstwirtschaft und die Flutung großer Gebiete. Dabei soll mit dem künftigen Cottbuser Ostsee der größte See des Lausitzer Tagebauseengebietes entstehen.

Am 12. April 2019 öffneten Ministerpräsident Dietmar Woidke, Holger Kelch (Stadt Cottbus), (LBGR), Harald Altekrüger (Landkreises Spree-Neiße) und die beiden LEAG-Vorstände Helmar Rendez und Uwe Grosser mit einem symbolischen Knopfdruck die Schleuse am Einlaufbauwerk Lakoma, um den zukünftigen See mit Spreewasser zu füllen. Der Vorgang wird erst 2025 beendet sein.[4]

Technik

Im Tagebau Cottbus-Nord wurde der Abraum seit 1983 mithilfe zweier Eimerkettenbagger abgetragen, die an eine Abraumförderbrücke vom Typ F34 angeschlossen sind. Der Abraum wurde über die Förderbrücke abtransportiert und auf der Haldenseite verkippt. Von 1985 bis 1991 war eine zweite Abraumförderbrücke vom Typ F34 in Kombination mit zwei Eimerkettenbaggern im Einsatz. Die zweite Brücke wurde im Jahr 1995 gesprengt. Im Rahmen der Einstellung der Kohleförderung zum Jahresende 2015 erreichte die Abraumförderbrücke im August 2015 ihre Endstellung. Am 3. März 2016 wurde die letzte noch verbliebene Abraumförderbrücke vom Typ F34 gesprengt.[5] Bis 1995 war zusätzlich ein Vorschnittbetrieb im Einsatz. Die Rohbraunkohle wurde zuletzt von je zwei Eimerketten- und Schaufelradbaggern gefördert und direkt in Züge verladen. Der Tagebau Cottbus-Nord war der letzte Braunkohle-Tagebau Deutschlands mit direkter Zugbeladung. Die Kohleförderung wurde am 23. Dezember 2015 mit dem letzten Kohlezug zum Kraftwerk Jänschwalde eingestellt.[1]

Geräte im Brückenbetrieb

Eimerketten bei der Arbeit
  • Abraumförderbrücke 27 F34 (gesprengt am 3. März 2016)
  • Eimerkettenbagger 633 Es 1120.2
  • Eimerkettenbagger 634 Es 1120.2

Geräte im Grubenbetrieb

Schaufelradbagger 1556 SRs 702
  • Eimerkettenbagger 304 ERs 500
  • Eimerkettenbagger 322 ERs 500
  • Bandwagen 740 BRs 1200
  • Bandwagen 741 BRs 1200
  • Schaufelradbagger 1555 SRs 702
  • Schaufelradbagger 1556 SRs 704

Literatur

Weblinks

Commons: Tagebau Cottbus-Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Tagebau endet nach über 30 Jahren – Ausgekohlt in Cottbus-Nord (Memento vom 24. Dezember 2015 im Webarchiv archive.today), RBB online
  2. Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen, Archiv verschwundener Orte, Forst 2010, S. 93.
  3. Wolfgang Schossig: Bergbau in der Niederlausitz, Cottbus 2007, S. 104.
  4. Peggy Kompalla: „Wasser marsch!“ für den Ostsee bei Cottbus. Lausitzer Rundschau, 13. April 2019, archiviert vom Original am 14. April 2019; abgerufen am 14. April 2019.
  5. Abraumförderbrücke F34 macht Platz für den Cottbuser Ostsee: Sprengung reibungslos verlaufen. In: Lausitzer Rundschau online, 3. März 2016.