Hauptbahnhof Cottbus

Die Geschichte des größten Bahnhofs Brandenburgs

Cottbus Hbf Empfangsgebaeude

Der südlich der Innenstadt gelegene Bahnhof ist der größte Personenbahnhof in Brandenburg und wird täglich von rund 12000 Reisenden frequentiert.

 

Inhaltsverzeichnis
1866 – 1880
1886 – 1927
1945- 1990
1995 -2018
Fahrplanangebot 2019
Bahnhofsanierungen
Zeitplan
Zentraler Verkehrsknotenpunkt Bahnhofsvorplatz
Parkplätze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1866 – 1880

Am 13. September 1866 ging er mit der Eröffnung der ersten Bahnstrecke aus Berlin in Betrieb, welche 1867 bis Görlitz verlängert wurde. Ein Inselbahnhof entstand – 1870 wurde das Empfangsgebäude eingeweiht, das zwischen den Gleisen errichtet wurde. In den darauf folgenden Jahren kamen weitere Bahnstrecken dazu. 1873 kam der Großenhainer Bahnhof dazu, welcher sich nördlich des Berliner Bahnhofs befand, der für die Großenhain-Cottbuser Eisenbahn gebaut. Jedoch wurde dieser 1880 wieder geschlossen und die Züge wurden vom Berliner Bahnhof abgefertigt. Das Empfangsgebäude existiert bis heute und dient der Bahnverwaltung.

Altes Empfangsgebäude in Insellage auf historischer Postkarte. Blick von den Bahnsteigen
Altes Empfangsgebäude in Insellage auf historischer Postkarte. Blick von den Bahnsteigen

 

1886 – 1927

Bahnhof Cottbus (alt)
Der Bahnhof Cottbus vor dem Zweiten Weltkrieg

Als 1886 die Bahnsteige durch einen Tunnel verbunden wurden, entstanden im Norden des
Bahnhofs Güterverkehrsanlagen. 1899 wurde für die Spreewaldbahn nördlich der Anlagen der Endbahnhof mit Anschluss an den Staatsbahnhof gebaut. Aufgrund der beengten Situation des Empfangsgebäudes in Insellage,
gab es bereits 1927 erste Planungen es durch ein neues Gebäude auf der Südseite der Gleise abzulösen. Jedoch konnte man diese Planungen aufgrund der Weltwirtschaftskrise nicht in die Tat umsetzen.

 

 

1945 – 1990

Güterabfertigung Bahnhof Cottbus 2
Die ehemalige Güterabfertigung am Bahnhof Cottbus.

Aufgrund der Luftangriffe der Alliierten im 2. Weltkrieg wurden im Februar 1945 das Empfangsgebäude und weitere Teile des Bahnhofs zerstört. Deswegen mussten nach dem Krieg Baracken für die Reisenden eine Endabfertigung gebaut werden, welche sich für eine lange Zeit aber mehr und mehr als ungenügend erwies.

Ende der 1960er Jahre gab es aufgrund dessen erneute Planungen für ein Empfangsgebäude auf der Südseite. Bereits 1970 begannen dafür die ersten Bauvorbereitungen. 1974 begannen die Arbeiten für einen neuen Bahnsteigtunnel, da Cottbus wegen des umfangreichen Braunkohleabbaus in der Region ein wichtiger Eisenbahnknoten wurde. Mehrere Strecken wurden zweigleisig ausgebaut und ein neuer Bahnsteig entstand.

Am 5. Oktober 1978 ging schließlich das neue Empfangsgebäude nach vierjähriger Bauzeit in Betrieb.
Der Elektrische Betrieb auf der Strecke Cottbus – Lübbenau und damit auch der Cottbuser Bahnhof wurden am 30. September 1989 eingebunden. Am 16. Dezember 1989 kamen die Strecken Finsterwalde, 1990 Senftenberg und Guben hinzu.

 

 

1995 – 2018

Buga 1995 P1090280 b
Buga-Maskottchen Otti unter Besuchern an der Parkeisenbahn im Spreeauenpark im Jahr 1995

Da 1995 die Bundesgartenschau in Cottbus stattfand, wurde aus diesem Anlass das Empfangsgebäude umfassend saniert und ausgebaut. Karin Rätzel (die damalige Oberbürgermeisterin von Cottbus) hatte am 7. Dezember 2002 ein ICE 2 (Baureihe 402) auf den Namen Cottbus getauft.

Ein neues Elektronisches Stellwerk ging Ende November 2010 in Betrieb, welches dreizehn alte Stellwerke ersetzte und alle Signale, Weichen und Bahnübergänge im Cottbuser Bahnhofsbereiches von der Berliner Betriebszentrale in Berlin-Pankow aus steuert. Der Bahnhof musste aufgrund der Inbetriebnahme der 50 Millionen Euro teuren Anlage für ein ganzes Wochenende gesperrt werden.

Die Bahnsteige und beide Vorplätze im Norden und Süden wurden aufgrund umfangreicher Arbeiten beim Umbau des Bahnhofes und seines Umfeldes 2016 erneuert und neugestaltet. Während dieser Umbauten bekommen die Straßenbahnen eine neue Gleisführung und neben dem Empfangsgebäude entsteht ein ÖPNV-Terminal zum Umstieg auf Straßenbahnen und Busse.

Die Verlängerung des Tunnels vom Empfangsgebäude zu den nördlichen Bahnsteigen und auf die Nordseite der Bahnanlagen ging am 21. November 2018 in Betrieb und der Bahnhof trägt seit dem 10. Dezember 2018 offiziell den Namen Cottbus Hauptbahnhof.

 

 

Fahrplanangebot 2019

Cottbus Hbf Panorama2
Panorama des Cottbuser Hauptbahnhofes von der Brücke Bahnhofstraße

 

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU

IC 56

Cottbus Hbf. Berlin Magdeburg Hannover Bremen Oldenburg Emden Norddeich Mole

einzelner Zug

DB Fernverkehr

RE 1

Cottbus Hbf. Guben – Eisenhüttenstadt – Frankfurt – Berlin – Potsdam Brandenburg – Magdeburg

einzelne Züge

DB Regio Nordost

RE 2

Cottbus Hbf. Lübben Königs Wusterhausen – Berlin – Nauen – Wittenberge Schwerin Wismar

60 (Cottbus–Wittenberge)
120 (Wittenberge–Wismar)

Ostdeutsche Eisenbahn

RE 10

Cottbus Hbf. – Calau – Doberlug-Kirchhain Falkenberg Torgau Eilenburg Leipzig

120

DB Regio Nordost

RE 18

Cottbus Hbf. – Neupetershain – Senftenberg Ruhland Priestewitz Coswig Dresden

120

DB Regio Nordost

RB 11

Cottbus Hbf. Peitz Ost – Guben – Wellmitz – Eisenhüttenstadt – Finkenheerd – Frankfurt

60

DB Regio Nordost

RB 41

Cottbus Hbf. – Kolkwitz – Kunersdorf – Vetschau – Raddusch – Lübbenau – Lübben

120

Ostdeutsche Eisenbahn

RB 43

Cottbus Hbf. – Calau – Finsterwalde – Doberlug-Kirchhain – Falkenberg – Herzberg

120

DB Regio Nordost

RB 46

Cottbus Hbf. – Cottbus-Sandow – Klinge – Forst

60

Ostdeutsche Eisenbahn

RB 49

Cottbus Hbf. – Neupetershain – Senftenberg – Ruhland – Elsterwerda-Biehla – Falkenberg

120

DB Regio Nordost

RB 65

 

Cottbus Hbf. – Spremberg – Weißwasser – Horka Görlitz Hagenwerder Zittau

60

Ostdeutsche Eisenbahn

 

Bahnhofssanierungen

In den 1970er Jahren war der Bahnhof nach dem Umbau in vielerlei Hinsicht ein Provisorium, da zum Beispiel ein durchgehender Personentunnel fehlte. 2008 wurde beim Eisenbahn-Bundesamt der Rückbau weiter Teile der Infrastruktur des einstigen Containerterminals an der Nordseite des Bahnhofs durch die DB Netz AG beantragt.

Seit 2008 plante die Deutsche Bahn den Umbau des Bahnhofs und schätzte für den Neubau aller Gleise und Bahnsteige bis 2011 mit rund 100 Millionen Euro. Jedoch wurden diese Pläne zunächst bis 2014 verschoben und als Ersatz für den alten Spreewaldtunnel sollte der östliche neuere Tunnel verlängert werden. Jedoch wollte die Deutsche Bahn keinen nördlichen Ausgang finanzieren und somit hätte sich mit der Schließung des Spreewaldtunnels der Fußweg in die nördlichen Wohngebiete und in die Innenstadt deutlich verlängert. Als jedoch im August 2012 die Stadt Cottbus beschloss Mittel für die Planung der Verbreiterung des östlichen Bahnhofstunnels bereitzustellen, war es Voraussetzung für dessen Verlängerung.

Im Mai 2013 gaben die Deutsche Bahn und die Landesregierung bekannt, für den Umbau bis 2017 23 Millionen € zu investieren.Ursprünglich plante die Stadt bis 2015 einen Ausbau des Bahnhofsvorplatzes, wo der gesamte städtische sowie der Nah- und Fernverkehr gebündelt werden sollen. Im Mai 2014 wurde bekannt gegeben, das der Umbau nicht vor 2016 beginnen sollte.

 

Zeitplan

Der erste Spatenstich für den Umbau fand am 11. Dezember 2015 statt, jedoch begannen die eigentlichen Bautätigkeiten aufgrund einer mehrmonatigen Kampfmittelbeseitigung auf dem Bahnhofsvorplatz erst im Herbst 2016. Zeitgleich erfolgte eine Anpassung des elektrischen Stellwerks und parallel dazu begannen am 8. April 2016 die Arbeiten für die Verlängerung des Bahnhofstunnels nach Norden und am 6. März 2017 erfolgte der Durchbruch. Die Stadt Cottbus beteiligt sich hierbei mit 6 Millionen Euro.

Die Fertigstellung war für Mitte 2017 geplant und die Freigabe für Ende 2017. Im Sommer 2017 jedoch wurde der neue Freigabetermin Herbst 2018 genannt. Die Erneuerung der Bahnsteige begonnen Anfang 2017 und es hatte mit dem Bahnsteig 9/10 begonnen, dessen Freigabe am 18. Juni 2017 erfolgte. Am 10. Dezember 2017 wurde der Bahnsteig 7/8 freigegeben, am 17. Juni 2018 erfolgte die Freigabedes Bahnsteiges 2/3 und 4/5 ist derzeit noch in Bau. 2019 sollen dann die Bahnsteige 6 und 1 folgen und 2020 soll der Spreewaldtunnel abgerissen werden.

Insgesamt wurden rund 30 Millionen € für den Umbau von der Deutschen Bahn, das Land Brandenburg und der Stadt Cottbus investiert.

 

Zentraler Verkehrsknotenpunkt Bahnhofsvorplatz

Bhfvorplatz-cottbus-vor-umbau
Blick über den Bahnhofsvorplatz vor dem Umbau

Seit Herbst 2016 baut die Stadt parallel zu den Umbauten des Bahnhofes den Bahnhofsvorplatz zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt um. Hierbei soll der Busbahnhof von der Marienstraße auf den Vorplatz verlegt werden, 9 Bussteige erhalten und zusätzlich soll eine zentrale Straßenbahnhaltestelle für alle Linien gebaut werden, womit die alte Situation mit den 3 verschiedenen Haltestellen in den umliegenden Straßen beseitigt wird. Zudem wird die neue Haltestelle aus Richtung Stadtring als Wendeschleife nutzbar sein. Auf der Südseite des Empfangsgebäudes ist eine Fahrradabstellanlage mit 260 Stellplätzen geplant und insgesamt investiert die Stadt Cottbus rund 12 Millionen € in den Verkehrsknotenpunkt. Die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich Mitte 2019.

 

Parkplätze

Im Jahr 2014 wurde ein neuer kostenlos nutzbarer Parkplatz auf der Westseite des Empfangsgebäudes mit 286 Stellplätzen eröffnet wofür 2,3 Millionen € investiert wurden. Eine geplante Erweiterung für Oktober 2016 wurde gestrichen, da eine Kontamination des Geländes festgestellt worden war. Es wurden auf der Fläche des früheren Containerbahnhofs am Spreewaldbahnhof für die Dauer der Bauarbeiten 156 Stellplätze geschaffen um den Wegfall der 219 Langzeit- und 70 Kurzzeitparkplätzen auf dem Vorplatz zu kompensieren. Es sollten beide Maßnahmen zusammen rund 310.000 € kosten, wobei eine Erweiterung der Stellplätze auf der Nordseite jederzeit möglich wäre.

 

Quellangabe: wikimedia.org, Flick_-_IngolfBLN